Am 22. Mai 2026 hat die Landwirtschaftskammer Steiermark einen personellen Einschnitt angekündigt, der die Agrarvertretung in der Steiermark langfristig prägen dürfte. Präsident Andreas Steinegger ...
Am 22. Mai 2026 hat die Landwirtschaftskammer Steiermark einen personellen Einschnitt angekündigt, der die Agrarvertretung in der Steiermark langfristig prägen dürfte. Präsident Andreas Steinegger hat Dr. Horst Jauschnegg als designierten Direktor vorgestellt und damit die Nachfolgeplanung für die Leitung der Landwirtschaftskammer Steiermark frühzeitig eingeleitet. Die Entscheidung, die am 3. Juli der Vollversammlung vorgeschlagen wird, markiert einen geplanten Übergang, der zum Jahresanfang 2027 wirksam werden soll. Für Bäuerinnen und Bauern in der Steiermark, aber auch für Regionen und Akteurinnen über die Landesgrenzen hinaus, bedeutet diese Personalentscheidung Kontinuität in Führungsfragen und potenziell neue Impulse in Themen wie Energie, Biomasse und Tierwirtschaft. Die Landeshauptstadt Graz und ländliche Regionen werden gleichermaßen von der Richtung betroffen sein, die die Landwirtschaftskammer Steiermark künftig unter dem designierten Direktor einschlägt. Diese Einordnung erläutert, was die Bestellung von Dr. Horst Jauschnegg konkret für die tägliche Praxis, Förderfragen und die Vertretung auf Bundes- und Europäischer Ebene bedeutet.
Die Landwirtschaftskammer Steiermark hat mit der Designation von Dr. Horst Jauschnegg einen Kandidaten vorgesehen, der über langjährige Erfahrungen innerhalb der Organisation verfügt. Die Landwirtschaftskammer Steiermark, kurz LK Steiermark, plant einen geordneten Übergang: Dipl. Ing. Werner Brugner, der die operative Leitung seit 17 Jahren innehat, geht mit Jahresbeginn 2027 in Ruhestand. Präsident Steinegger will Jauschnegg am 3. Juli 2026 der Vollversammlung zur Bestätigung vorschlagen. Mit dieser Planung signalisiert die Landwirtschaftskammer Steiermark sowohl Stabilität als auch strategische Weitsicht. Die operative Übernahme durch Dr. Jauschnegg ist für Jänner 2027 vorgesehen. Diese Reihenfolge - Designation, Bestätigung durch die Vollversammlung, Amtsantritt - entspricht den inneren Abläufen und Statuten der Landwirtschaftskammern in Österreich und soll eine reibungslose Übergabe gewährleisten.
Dr. Horst Jauschnegg (57) begann seine berufliche Laufbahn in der Landwirtschaftskammer Steiermark 1997 im Referat für Energie und Biomasse und übernahm 2004 die Leitung dieses Referats. 2014 wechselte er in die Leitung der Abteilung Tiere. Präsident Andreas Steinegger lobt Jauschneggs "tiefes Verständnis für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern" und seine europapolitische Kompetenz, die sich unter anderem aus seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Österreichischen beziehungsweise als Vizepräsident des Europäischen Biomasseverbandes ergibt. Dieses externe Engagement betont die Vernetzung der Landwirtschaftskammer Steiermark auf nationaler und europäischer Ebene.
Die Landwirtschaftskammer Steiermark ist Teil des österreichischen Systems der Landwirtschaftskammern, das historisch gewachsen ist und seit den frühen 20. Jahrhunderts die Interessenvertretung der Landwirtschaft systematisch organisiert. Kammern übernahmen im Laufe der Jahrzehnte Aufgaben wie Berufsvertretung, Ausbildung, Beratung, Marktbeobachtung und die Umsetzung von Förderprogrammen. In der Steiermark hat sich die Landwirtschaftskammer als zentrale Institution erwiesen, die technische Beratung mit rechtlicher Vertretung kombiniert. Die Entwicklung der Landwirtschaftskammer Steiermark verlief parallel zu strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft: von der Bewältigung von Produktionssteigerungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zu heutigen Fragestellungen rund um Nachhaltigkeit, Klimaresilienz, Tierwohl und erneuerbare Energieformen.
In den letzten Jahrzehnten verlagerte sich ein Großteil der Arbeit hin zu Beratungsthemen wie Diversifizierung der Einkommensquellen, Energieautarkie über Biomasse und Biogas, sowie zur Unterstützung von Innovationsprojekten in der Nutztierhaltung. Diese Verschiebung hat auch die Qualifikationsanforderungen an die Verwaltung der Landwirtschaftskammer Steiermark verändert: Führungskräfte müssen heute nicht nur verwalten, sondern strategisch vernetzen, Fördermittel akquirieren und europäische Entwicklungen übersetzen. Vor diesem Hintergrund ist die Nominierung eines Direktors mit einschlägiger Erfahrung in Energie- und Biomassethemen sowie europäischer Vernetzung plausibel und zeigt, welche Prioritäten die Kammer in den kommenden Jahren setzen will.
Die Struktur und Rolle von Landwirtschaftskammern oder ähnlichen Organisationen variiert in Österreich, Deutschland und der Schweiz. In Österreich ist das Kammermodell stark institutionalisiert und flächendeckend etabliert; die Landwirtschaftskammern der Bundesländer, darunter die Landwirtschaftskammer Steiermark, übernehmen vergleichbare Kernaufgaben. In Deutschland dominieren Landes- und Kreisbauernschaften sowie Berufsverbände mit unterschiedlicher organisatorischer Einbettung, während in der Schweiz kantonale Beratungsstellen und Berufsverbände eine stärkere Rolle spielen.
Vergleicht man die LK Steiermark mit Landesvertretungen in anderen Bundesländern, fällt auf, dass die Schwerpunkte oft regional geprägt sind: Bundesländer mit hoher Viehwirtschaft investieren markant in Tiergesundheit und Veredelung, während Regionen mit Schwerpunkt Ackerbau andere Beratungsbedarfe haben. Im internationalen Vergleich zu Deutschland und der Schweiz bietet die österreichische Kammerstruktur eine integrierte Kombination aus Standesvertretung und administrativer Beratung, was der Landwirtschaftskammer Steiermark ermöglicht, Programme schnell umzusetzen und regionale Anliegen gebündelt zu vertreten.
Die Designation von Dr. Horst Jauschnegg zur Leitung der Landwirtschaftskammer Steiermark hat konkrete Auswirkungen auf bäuerliche Betriebe, die abhängig von den Prioritäten der Kammer sind. Kurzfristig bleibt vieles beim Alten: Die laufenden Beratungsangebote, Förderabwicklungen und Ausbildungsmaßnahmen werden weitergeführt. Mittelfristig könnten jedoch Akzente verschoben werden – etwa hin zu einer verstärkten Förderung von Biomasseprojekten, Energieeffizienzmaßnahmen oder Strukturen zur Vermarktung tierischer Produkte.
Konkrete Beispiele: Ein Milchviehbetrieb, der über geringe Flächenerträge verfügt, könnte verstärkt auf Energieprojekte (Biogasanlage, Hackschnitzelheizung) angesprochen werden, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Eine Ackerbauregion mit strukturierter Beratung zur Nutzung von Ernterückständen als Biomasse könnte ihre Kosten für Energie senken. Für Züchterinnen und Züchter bedeutet die Erfahrung Jauschneggs in der Abteilung Tiere potenziell eine stärkere Unterstützung bei Fragen zur Vermarktung, Tiergesundheit und Strukturentwicklung tierischer Verbände, wie in der Begründung der Nominierung hervorgehoben.
Wichtig ist außerdem die Funktion der Landwirtschaftskammer Steiermark als Vermittlerin zwischen Landwirten und politischen Entscheidungsträgern. Ein designierter Direktor mit Brüssel-Erfahrung kann Fördermittel, EU-Programme und gesetzliche Neuerungen besser in regional umsetzbare Maßnahmen übersetzen, was mittelbar den Betriebsalltag erleichtern kann.
Diese Fakten zusammengenommen deuten auf einen Übergang hin, der sowohl Kontinuität als auch gezielte Schwerpunktverlagerungen ermöglichen soll. Für die Landwirtschaftskammer Steiermark bedeutet dies: professionelle Übergabe, Minimum an Reibungsverlusten und planbare strategische Anpassungen.
In den kommenden fünf Jahren dürfte die Landwirtschaftskammer Steiermark unter Führung eines Direktors mit dem Profil von Dr. Horst Jauschnegg Schwerpunkte in mindestens drei Bereichen setzen: erneuerbare Energien & Biomasse, Stärkung der tierwirtschaftlichen Strukturen und europäische Vernetzung. Die Biomasse-Thematik bleibt ein zentrales Handlungsfeld, da sie sowohl Klimaziele unterstützt als auch wirtschaftliche Chancen für landwirtschaftliche Betriebe schafft. Durch die europäische Vernetzung könnten Förderprogramme und Projekte leichter akquiriert werden.
Auf politischer Ebene wird die Landwirtschaftskammer Steiermark eine wichtige Rolle als Vermittlerin zwischen Landespolitik, Bundespolitik und EU-Institutionen beibehalten. Praktisch heißt das: Projekte zur Energieeffizienz, zur Modernisierung von Ställen oder zur regionalen Vermarktung tierischer Produkte könnten künftig stärker forciert werden. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Beratungsdienstleistungen werden parallel weiterentwickelt. Sollte die Kammer diese Felder aktiv bespielen, profitieren vor allem kleine und mittlere Betriebe, die fachliche Begleitung und Zugang zu Fördermitteln benötigen.
Mehr zum Thema Agrarpolitik und Personalien finden Sie auf unseren Seiten: Agrar-Reformen in der Steiermark, Biomasse und Energie, Wechsel in der Landwirtschaftskammer. Für Rückfragen verweist die Landwirtschaftskammer Steiermark auf die im Original der Presseaussendung genannten Kontaktpersonen.
Kontakt laut Presseaussendung der Landwirtschaftskammer Steiermark:
Mag. Rosemarie Wilhelm
Telefon: 0316/8050-1280
Mobil: 0664/1836360
E-Mail: [email protected]
Die Designation von Dr. Horst Jauschnegg als Direktor der Landwirtschaftskammer Steiermark ist eine strategische Personalentscheidung, die Kontinuität sichert und zugleich Schwerpunkte wie Biomasse, Tierwirtschaft und europäische Vernetzung betont. Für die Bäuerinnen und Bauern in der Steiermark bedeutet dies verlässliche Übergangsstrukturen sowie die Aussicht auf verstärkte Unterstützung in Energie- und Tierfragen. Die offizielle Bestätigung durch die Vollversammlung am 3. Juli 2026 und der geplante Amtsantritt im Jänner 2027 geben der Landwirtschaftskammer Steiermark Zeit für eine geordnete Übergabe. Bleibt die Frage an die Praktikerinnen und Praktiker vor Ort: Welche Projekte und Unterstützungsangebote wünschen Sie sich nun vorrangig von Ihrer Landwirtschaftskammer Steiermark?