Eine neue Kältezentrale versorgt die ersten 1.000 Wohneinheiten im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld mit sanfter Kühlung und nutzt Abwärme für Fernwärme.
Wien Energie startet am Donaufeld eine Kältezentrale: 66.000 Quadratmeter Wohnfläche, 1.250 kW Leistung und Abwärme für Fernwärme.
Wien Energie nimmt im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld eine neue Kältezentrale in Betrieb. Sie soll den ersten Bewohner:innen, die diesen Sommer einziehen, eine komfortable und umweltschonende Kühlung ermöglichen. Die Anlage temperiert laut Aussendung rund 66.000 Quadratmeter Wohnfläche und versorgt die ersten 1.000 Wohneinheiten mit lokaler Öko-Kühlung.
Das Besondere an der Lösung: Die Abwärme der Kühlung wird nicht ungenutzt an die Umgebung abgegeben, sondern für die Fernwärme nutzbar gemacht. Damit verbindet das Projekt Kühlung, Stadtentwicklung und Wärmenutzung. Gerade in einer Stadt mit zunehmenden Hitzetagen wird diese Kombination für Lebensqualität und Energieplanung wichtiger.
Die Kältezentrale liegt in einem neuen Stadtentwicklungsgebiet zwischen den Bezirkszentren von Kagran und Floridsdorf. Dort sind rund 1.000 Wohnungen zum Teil bereits fertiggestellt. Wien Energie beschreibt das System als lokale Öko-Kühlung für diese ersten 1.000 Wohneinheiten.
Zwei Kältemaschinen wurden im Frühjahr mit einem Kran in eine unterirdische Kältezentrale eingebracht. Sie wiegen elf und dreizehn Tonnen und leisten 750 Kilowatt beziehungsweise 500 Kilowatt. Zusammen können sie genug Kühlung für etwa 66.000 Quadratmeter erzeugen. Diese Zahlen machen das Projekt deutlich größer als eine einzelne Gebäudelösung.
Wien Energie spricht bei der Lösung von Temperierung, also sanfter Kühlung. Dabei kommen die Flächenheizungen zum Einsatz, die im Winter Wärme in die Gebäude bringen. Im Sommer fließt Wasser mit rund 20 Grad zu den Wohnungen, nimmt dort Wärmeenergie auf und transportiert sie ab.
Der Unterschied zu herkömmlichen Split-Klimageräten ist zentral. Split-Geräte geben Abwärme typischerweise direkt an die Umgebungsluft ab. Am Donaufeld wird die Abwärme dagegen gesammelt und für die Wärmeversorgung nutzbar gemacht. Dadurch entsteht kein isoliertes Kühlproblem, sondern ein gekoppeltes Energie- und Wärmesystem.
Die Aussendung nennt bewusst die Temperatur von 20 Grad. Kälteres Wasser, wie es bei Fernkälte zum Einsatz kommen kann, wäre für dieses Verteilsystem problematisch, weil sich Kondenswasser an Decken oder Böden bilden könnte. Die Temperierung nutzt daher ein milderes Temperaturniveau.
Für Bewohner:innen bedeutet das eine gleichmäßige Kühlung ohne zusätzliche Klimageräte in der Wohnung. Die Räume werden nicht eiskalt angeblasen, sondern über Flächen temperiert. Das passt besonders zu Neubauten, in denen Flächenheizungen und energieeffiziente Gebäudetechnik von Beginn an mitgeplant werden können.
Kältemaschinen erzeugen immer Abwärme. Wien Energie vergleicht das in der Aussendung mit einem Kühlschrank, der Wärme über ein Gitter an der Rückseite abgibt. Bei der Kältezentrale am Donaufeld wird diese Wärme nicht verschenkt. Die Maschinen heben die Temperatur der Abwärme so weit an, dass sie ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann.
Im Sommer, wenn die Anlage viel kühlen muss, wird die nutzbare Wärme vor allem für Warmwasser bereitgestellt. Genau darin liegt die Stärke des Systems: Kühlbedarf und Wärmebedarf werden nicht getrennt gedacht. Die Energie, die beim Kühlen anfällt, bleibt im städtischen Energiesystem nutzbar.
Das Donaufeld ist ein Stadtentwicklungsgebiet. Solche neuen Quartiere bieten die Chance, Energieinfrastruktur früh mitzudenken. Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke, betont in der Aussendung, dass intelligente Kühlung von Anfang an eingeplant werde.
Für neue Stadtteile ist das ein wichtiger Punkt. Wenn Kühlung erst nachträglich über Einzelgeräte gelöst wird, entstehen mehr Fassadengeräte, höhere Stromspitzen und zusätzliche Abwärme im öffentlichen Raum. Wird die Kühlung dagegen zentral geplant, lassen sich Infrastruktur, Gebäudetechnik und Wärmenutzung besser aufeinander abstimmen.
Eine Kältezentrale erzeugt Kälte oder temperiertes Wasser für mehrere Gebäude oder Nutzungseinheiten. Am Donaufeld steht sie unterirdisch und versorgt ein größeres Wohngebiet. Damit unterscheidet sie sich von einzelnen Klimageräten in einzelnen Wohnungen.
Fernkälte ist ein System, bei dem Kälte zentral erzeugt und über Leitungen verteilt wird. Am Donaufeld wird jedoch ein spezielles Temperierungsmodell mit 20 Grad Wasser beschrieben. Das ist milder als sehr kalte Fernkälte und für Flächenheizungs-Systeme besser geeignet.
Fernwärme versorgt Gebäude über ein zentrales Wärmenetz. Die Abwärme der Kältemaschinen kann laut Wien Energie in dieses Netz eingespeist werden. Im Sommer kann sie besonders zur Warmwasserbereitung beitragen.
Auf den ersten Blick klingt Abwärme im Sommer widersprüchlich: Wenn Wohnungen gekühlt werden, entsteht zusätzliche Wärme. Entscheidend ist aber, wohin diese Wärme geht. Wird sie unkontrolliert an die Außenluft abgegeben, verstärkt sie lokal die Hitze. Wird sie technisch genutzt und ins Fernwärmesystem eingespeist, kann sie etwa für Warmwasser beitragen.
Die Donaufeld-Anlage nutzt genau diesen Zusammenhang. Sie behandelt Kühlung nicht als reinen Stromverbrauch, sondern als Teil eines Kreislaufs aus Kältebedarf und Wärmenutzung. Das macht das Projekt für die Stadtentwicklung interessant, weil neue Quartiere damit nicht nur auf Komfort, sondern auch auf Energieeffizienz und Klimaanpassung ausgelegt werden können.
Laut Aussendung nimmt Wien Energie die Kältezentrale mit Juni in Betrieb. Sie soll den ersten Bewohner:innen im Donaufeld bereits im Sommer zur Verfügung stehen. Das Projekt ist Teil der Energieversorgung des neuen Stadtentwicklungsgebiets.
Wien Energie nennt die ersten 1.000 Wohneinheiten. Die Anlage kann laut Aussendung Kühlung für etwa 66.000 Quadratmeter Wohnfläche erzeugen. Die beiden Kältemaschinen leisten zusammen 1.250 Kilowatt.
Die Aussendung verweist auf zunehmende Hitzetage. In Städten wird Kühlung damit stärker zur Frage der Lebensqualität. Gleichzeitig soll zusätzliche Kühlung möglichst klimafreundlich und ohne unnötige Abwärme im öffentlichen Raum erfolgen.
Split-Klimageräte kühlen einzelne Räume und geben Abwärme meist direkt an die Außenluft ab. Die Kältezentrale am Donaufeld nutzt vorhandene Flächenheizungsrohre zur Temperierung und macht die Abwärme für Fernwärme nutzbar. Dadurch wird Kühlung Teil eines städtischen Energiesystems.
Wien Energie stellt allgemeine Informationen zu Kälteprodukten und Presseinformationen online bereit. Bildmaterial zur Aussendung wurde über einen Medienlink bereitgestellt. Der Artikel verlinkt die erreichbaren Quellen im Quellenabschnitt.
Die beiden Kältemaschinen am Donaufeld kommen gemeinsam auf 1.250 Kilowatt Leistung. Diese Zahl beschreibt nicht den Stromverbrauch einer einzelnen Wohnung, sondern die technische Kühlleistung der Zentrale. Sie erklärt, warum die Anlage nicht als kleines Hausgerät, sondern als Quartierslösung für viele Wohneinheiten geplant ist.
Grundlage ist die Aussendung von Wien Energie zur neuen Kältezentrale am Donaufeld. Weiterführende Quellen: Wien Energie zu Kälteprodukten, Pressebereich von Wien Energie und Bildmaterial zur Aussendung. Kontakt laut Aussendung: Mag. Martin Meyrath, Pressesprecher Wien Energie, Telefon 0664 884 813 03, E-Mail martin.meyrath [at] wienenergie.at.