Innenminister Gerhard Karner reiste am 26. Mai 2026 zu Arbeitsgesprächen nach Constanța. Im Mittelpunkt standen die Bekämpfung der Schleppermafia, der Schutz der EU-Außengrenzen sowie die Umsetzung...
Innenminister Gerhard Karner reiste am 26. Mai 2026 zu Arbeitsgesprächen nach Constanța. Im Mittelpunkt standen die Bekämpfung der Schleppermafia, der Schutz der EU-Außengrenzen sowie die Umsetzung des EU-Asyl- und Migrationspakts. Karner betonte im Vorfeld der Reise, dass Rumänien und Bulgarien umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Außengrenze gesetzt hätten, die entscheidend zur Reduktion illegaler Migration beigetragen hätten.
Rund 18 Monate nach dem Schengen-Beitritt Rumäniens und Bulgariens zogen die beteiligten Staaten eine Zwischenbilanz. Mit Unterstützung der Europäischen Kommission wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung des Außengrenzschutzes umgesetzt. Karner sagte: "Rumänien und Bulgarien haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der EU-Außengrenze gesetzt. Diese Maßnahmen waren ein entscheidender Faktor, um die illegale Migration massiv, nachhaltig und konsequent zu reduzieren."
Die Bilanz zeigt deutliche Rückgänge: In der Kalenderwoche 41/2022 wurden im Burgenland noch rund 3.500 Aufgriffe nach illegalem Grenzübertritt registriert, in der Kalenderwoche 20/2026 waren es lediglich 20 Aufgriffe. Entlang der bulgarisch-türkischen Außengrenze wurde ein Rückgang illegaler Grenzübertritte um rund 60 Prozent verzeichnet. Der Preis für Schleppungen an dieser Grenze liegt laut Meldung mittlerweile bei rund 10.000 Euro pro Person.
In Rumänien sind die Aufgriffe im Vergleich zum Vorjahr um rund 35 Prozent und die Asylanträge um rund 44 Prozent gesunken. Hintergrund des österreichischen Vetos von Dezember 2022 war die massive Belastung Österreichs durch illegale Migration entlang der Balkanroute: Allein 2022 wurden in Österreich rund 112.000 Asylanträge gestellt. Besonders betroffen war das Burgenland, wo zeitweise mehrere tausend illegale Grenzübertritte pro Woche registriert wurden.
Nach dem österreichischen Veto wurden mit Unterstützung der Europäischen Kommission zusätzliche Schutzmaßnahmen an den Außengrenzen umgesetzt. Österreich beteiligte sich gemeinsam mit Ungarn und Rumänien an Einsätzen zur Unterstützung des Außengrenzschutzes in Bulgarien. Parallel wurden die Schutzmaßnahmen an der österreichisch-ungarischen Grenze weiterentwickelt, unter anderem durch die Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet sowie durch ein verstärktes Zusammenspiel stationärer und mobiler Kontrollmaßnahmen im grenznahen Raum.
Abschließend betonte Karner: "Österreichs Schengen-Veto hat auch zu einem massiven Umdenken in der gesamten Europäischen Union geführt."