Hanel-Torsch: Werkbundsiedlung nachhaltig saniert nun
Fünf denkmalgeschützte Musterhäuser in Hietzing wurden thermisch saniert, dekarbonisiert und für die Vergabe vorgemerkt
Fünf denkmalgeschützte Musterhäuser der Werkbundsiedlung in Hietzing wurden thermisch saniert, von Gas umgestellt und stehen zur Vormerkung bei der WISEG.
In der Wiener Werkbundsiedlung im 13. Bezirk Hietzing sind fünf denkmalgeschützte Musterhäuser nach einer umfassenden Sanierung und Dekarbonisierung jetzt in die Vergabe gegangen. Die Objekte wurden thermisch überarbeitet, von Gas auf erneuerbare Energiesysteme umgestellt und stehen für Vormerkungen bereit.
Die Sanierung der Werkbundsiedlung im Überblick
Die Werkbundsiedlung im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing wurde 1932 als Mustersiedlung aus ursprünglich 70 Häusern errichtet. Unter federführender Leitung von Josef Frank wurde jedes der Häuser von verschiedenen internationalen und österreichischen Architekten errichtet.
Die nun sanierten und dekarbonisierten Gebäude befinden sich in Lainz, in der Veitingergasse 71, 77, 83, Engelbrechtweg 11 und der Jagdschlossgasse 72. Die einzigartigen Gebäude wurden von den weltweit renommierten Architekten Hugo Häring, Richard Bauer, Josef Hoffmann, Anton Brenner und Otto Breuer entworfen.
Technische Maßnahmen: Dekarbonisierung, Geothermie und Photovoltaik
Im Fokus der schrittweisen Sanierung stehen Maßnahmen zur Bestandssicherung bei gleichzeitiger Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes. Ein Hauptaugenmerk wurde auf die thermische Verbesserung und die Herstellung zeitgemäßer Standards gelegt.
Seit 2024 wurden in der jüngsten Etappe der Sanierung diese Standards um den Ausstieg aus Gas erweitert. Dazu wurden in fünf bestandsfreien Objekten die Energiesysteme umgestellt. Die bislang unsanierten Häuser werden entsprechend nicht mehr mit Gas, sondern durch eine Bauteilaktivierung mittels Erdwärmesonde versorgt. Durch den Einsatz von Geothermie besteht auch die Möglichkeit, die Häuser in Hitzeperioden zu kühlen.
In den Gärten der Häuser wurden jeweils zwei bis drei Tiefenbohrungen mit einer Tiefe von 120–150 m vorgenommen. Über ein Sole-Wassergemisch wird die Wärmeenergie zu den Innengeräten befördert. Auf die Bereitstellung mittels Sole-Wasser-Erdwärmepumpe folgt eine Wärmeverteilung über eine Deckenheizung, die durch teils gebläseunterstützte Heizkörper unterstützt wird.
Zusätzliche Energiegewinnung erfolgt durch eine PV-Anlage mit Hochleistungszellen und einer Speicherbatterie. Dabei wurden die Vorgaben des Denkmalschutzes entsprechend umgesetzt.
Beteiligte Akteure: Stadt Wien, WISEG und Bezirksvertretung Hietzing
Die Sanierung ist Gegenstand städtischer Wohnbaupolitik und wurde in Stellungnahmen mehrerer Akteurstitel kommentiert. Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch wird in der Aussendung mit den Worten zitiert: „Durch die nachhaltige Sanierung und Dekarbonisierung der Werkbundsiedlung wird ein Stück österreichische Architekturgeschichte für Generationen erhalten. Denn die Förderung der einzigartigen Architekturlandschaft und das Bewahren des Stadtbilds Wiens sind neben der zur Verfügungstellung von leistbarem Wohnraum, wohnbaupolitische Schwerpunkte. Wien hat einen sehr reichen Altbaubestand. Sanierungen wie diese, schützen diesen nachhaltig. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Gebäude weiterhin belebt werden, denn dafür wurden sie errichtet. Wien ist internationales Vorbild, wenn es darum geht, historisches Ambiente mit modernen Bedürfnissen zu vereinen“.
Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl sagte: „Mit der Sanierung der Werkbundsiedlung begleitet Hietzing schon lange ein ganz besonders Projekt. Seit 2011 wird das einzigartige Ensemble etappenweise saniert, umfassend modernisiert und gleichzeitig behutsam erhalten. Mit der Bestandssicherung, dem Ausstieg aus Gas und einer nachhaltigen Energieversorgung wird die Werkbundsiedlung fit für die Zukunft gemacht, ohne ihren besonderen Charakter zu verlieren. Sie ist ein architektonisches Juwel Hietzings und ein ganz besonderer Ort zum Leben. Den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern wünsche ich viel Freude in ihrem neuen Zuhause!"
Bezirksvorsteher-Stellvertreter Marcel Höckner ergänzt in der Aussendung: „Um die Klimaneutralität zu schaffen ist die Reduktion der CO2-Emmissionen im Bereich „Wohnen“ ein zentraler Bestandteil. Daher ist neben einer thermischen Sanierung auch der Ausstieg aus fossiler Energieversorgung, durch den Einsatz von Erdwärmepumpen, PV-Anlagen und Wärmerückgewinnung wichtig. Das all diese Maßnahmen auch bei architekturhistorisch wichtigen Bauten wie der Werkbundsiedlung möglich sind und umgesetzt werden ist besonders erfreulich und zeigt den hohen Stellenwert dieses Themas in unserer Stadt".
Insgesamt 49 dieser Architekturunikate der Werkbundsiedlung befinden sich im Eigentum der WISEG (Wiener Substanzerhaltungsg.m.b.H.). Die WISEG bezeichnet sich in der Aussendung als Unternehmen, das den Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung historischer Wohnhäuser in Wien, der ihr anvertrauten Immobilien, garantieren will. Die Geschäftsführung Angelika Flatz und Alexander Hießböck wird mit den Worten zitiert: „Für uns als WISEG sind Denkmalschutz und Klimaschutz kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Verantwortung. Jedes dieser Häuser ist ein Stück gebaute Kulturgeschichte, das uns anvertraut ist. Mit der behutsamen Sanierung sichern wir seine historische Substanz, mit dem Umstieg auf Erdwärme führen wir es zugleich in eine klimaneutrale Zukunft. So bewahren wir nicht nur die Architekturikonen der Werkbundsiedlung, sondern geben sie als lebendigen, zeitgemäßen Wohnraum an kommende Generationen weiter".
Vormerkung, Mietbedingungen und weiterführende Informationen
Aktuell besteht die Möglichkeit, sich für vier der fünf Häuser zur Vergabe vorzumerken zu lassen. Die Vormerkung ist online über die Seite der WISEG möglich: https://wiseg.at/. Die Häuser werden unbefristet und provisionsfrei zur Miete angeboten.
Weitere Informationen zur Werkbundsiedlung sind auf der Projektseite verfügbar: https://www.werkbundsiedlung-wien.at/.
Begriffe und Institutionen erklärt
Werkbundsiedlung
Die Werkbundsiedlung im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing wurde 1932 als Mustersiedlung aus ursprünglich 70 Häusern errichtet. Unter Leitung von Josef Frank entstanden Häuser verschiedener internationaler und österreichischer Architekten, die das Ensemble als Beispiel moderner Wohnkultur prägen.
WISEG (Wiener Substanzerhaltungsg.m.b.H.)
Die WISEG ist ein Immobilienunternehmen im mehrheitlichen Eigentum der Stadt Wien. In der Aussendung heißt es, der Fokus liege auf der Betreuung von sogenannten atypischen städtischen Wohnhäusern (Zinshäusern), die meist ohne öffentliche Fördermittel errichtet wurden.
Bauteilaktivierung und Erdwärmesonde
In den sanierten Häusern wird die Wärmeversorgung durch eine Bauteilaktivierung mittels Erdwärmesonde hergestellt. In den Gärten wurden Tiefenbohrungen vorgenommen; über ein Sole-Wassergemisch wird die Wärmeenergie zu den Innengeräten befördert.
Sole-Wasser-Erdwärmepumpe und Wärmeverteilung
Die bereitgestellte Wärme erfolgt mittels einer Sole-Wasser-Erdwärmepumpe. Die Wärmeverteilung wird über eine Deckenheizung realisiert und durch teils gebläseunterstützte Heizkörper unterstützt.
Denkmalschutz
Die Aussendung betont, dass die Vorgaben des Denkmalschutzes bei den Maßnahmen umgesetzt wurden. In der Sanierung wurde demnach auf die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes geachtet.
Was die Maßnahmen für die Gebäude bedeuten
Aus der Aussendung geht hervor, dass die Sanierungsarbeiten auf Bestandssicherung, thermische Verbesserung und die Herstellung zeitgemäßer Standards zielen. Seit 2024 wurde zudem in der jüngsten Etappe der Ausstieg aus Gas als Standard ergänzt.
Laut Mitteilung ermöglichen die gewählten Energiesysteme nicht nur die Versorgung ohne Gas, sondern durch Geothermie auch die Möglichkeit, die Häuser in Hitzeperioden zu kühlen. Außerdem wurden Photovoltaik-Anlagen mit Hochleistungszellen und Speicherbatterien installiert, wobei die Schutzvorgaben für das denkmalgeschützte Erscheinungsbild berücksichtigt wurden.
FAQ zur Vergabe und Sanierung
Welche Häuser sind konkret saniert worden?
Die sanierten und dekarbonisierten Gebäude befinden sich in Lainz, in der Veitingergasse 71, 77, 83, Engelbrechtweg 11 und der Jagdschlossgasse 72. Diese fünf Objekte wurden in der jüngsten Etappe entsprechend umgestellt.
Wer trägt Eigentum und Verantwortung für die Häuser?
Insgesamt 49 der Gebäude der Werkbundsiedlung befinden sich im Eigentum der WISEG (Wiener Substanzerhaltungsg.m.b.H.), die in der Aussendung als Verantwortliche für Erhalt und behutsame Weiterentwicklung historischer Wohnhäuser genannt wird.
Welche technischen Systeme wurden installiert?
Die bislang unsanierten Häuser wurden nicht mehr mit Gas versorgt, sondern mittels Bauteilaktivierung und Erdwärmesonde. In den Gärten wurden zwei bis drei Tiefenbohrungen mit 120–150 m Tiefe vorgenommen; über ein Sole-Wassergemisch wird die Wärme transportiert, bereitgestellt durch eine Sole-Wasser-Erdwärmepumpe. Zudem wurden PV-Anlagen mit Hochleistungszellen und Speicher verbaut.
Wie erfolgt die Vormerkung für interessierte Mieter?
Die Vormerkung ist online möglich; für vier der fünf Häuser wird eine Vormerkung über die WISEG-Webseite angeboten: https://wiseg.at/. Die Häuser werden unbefristet und provisionsfrei zur Miete angeboten.
Sind die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigt worden?
Die Aussendung weist ausdrücklich darauf hin, dass die Vorgaben des Denkmalschutzes bei der Umsetzung beachtet wurden. Die Sanierung legt demnach Wert auf die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes und die Bestandssicherung.
Ab wann wurden die Sanierungsarbeiten etappenweise durchgeführt?
Die Aussendung stellt fest, dass das Ensemble seit 2011 etappenweise saniert, umfassend modernisiert und behutsam erhalten wird. In der jüngsten Etappe wurden seit 2024 die Standards um den Ausstieg aus Gas erweitert.
Quellen und Kontakt
Weiterführende Informationen zur Vormerkung und zu den Objekten: https://wiseg.at/
Weitere Informationen zur Werkbundsiedlung: https://www.werkbundsiedlung-wien.at/
Medienkontakt: Stephan Grundei, Mediensprecher Stadträtin für Wohnbau und Frauen Elke Hanel-Torsch. Tel.: 0676/8118 98057. E-Mail: stephan.grundei [at] wien.gv.at
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