Im NÖ Landtag wurde der Antrag des Grünen Klubs zur Absicherung der notärztlichen Versorgung in Niederösterreich abgelehnt. Der Antrag forderte, dass die Landesregierung sich auf Bundesebene für die rasche Etablierung des neuen Berufsbilds der Diplomierten Notfallsanitäter:innen einsetzt und solange die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, die bestehende notärztliche Versorgung unverändert beibehält.
Im NÖ Landtag wurde der Antrag des Grünen Klubs zur Absicherung der notärztlichen Versorgung in Niederösterreich abgelehnt. Der Antrag forderte, dass die Landesregierung sich auf Bundesebene für die rasche Etablierung des neuen Berufsbilds der Diplomierten Notfallsanitäter:innen einsetzt und solange die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, die bestehende notärztliche Versorgung unverändert beibehält.
„Das Gesundheitschaos von Schwarz-Blau-Rot geht weiter. Seit Monaten zeigen wir auf, wie gefährlich dieses Chaos ist – zum Beispiel die geplante Schließung von Notarztstützpunkten. Bereits in zehn Monaten sollen elf Stützpunkte geschlossen werden. Gerade für Menschen in ländlichen Gebieten würde das bedeuten: in Notsituationen schlichtweg zu lange und vergeblich auf adäquate Hilfe zu warten. Wir Grüne kämpfen für ein Niederösterreich, in dem jeder Mensch – egal, ob in der Stadt oder in der entlegensten Region – rasch, sicher und gut medizinisch versorgt wird", sagt Helga Krismer, Klubobfrau des Grünen Klubs im NÖ Landtag.
„Wenn ein junger Notfallsanitäter sagt: ‚Ich mache zwei Dienste im Monat – ich traue mir nicht zu, ohne Notarzt die volle Verantwortung zu übernehmen', wenn Dienste nicht mehr besetzt werden können und Notärzt:innen von Stützpunkt zu Stützpunkt fahren, um Lücken zu stopfen – dann ist klar: Wir brauchen Reformen. Aber Reformen, die verantwortungsvoll umgesetzt werden", betont Silvia Moser, Gesundheitssprecherin des Grünen Klubs im NÖ Landtag.
Die Mitteilung weist darauf hin, dass das österreichische Sanitätergesetz aus dem Jahr 2002 stammt und die heutigen Anforderungen nur unzureichend abbildet. Silvia Moser erklärt: „Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin und zum Notfallsanitäter ist im europäischen Vergleich kurz, wenig akademisiert und kaum in andere Gesundheitsberufe integrierbar. In Deutschland, der Schweiz oder Tschechien ist die Notfallsanitäterausbildung eine dreijährige Berufsausbildung auf Bachelor-Niveau – drei- bis viermal intensiver als bei uns, mit anerkanntem Berufsabschluss und Anschlussmöglichkeiten im Gesundheitssystem. Diese Reform ist längst überfällig. Aber die Reihenfolge muss stimmen: Zuerst die Ausbildung reformieren – dann die Strukturen verändern. Andersrum setzt die Landesregierung Leben aufs Spiel", so Moser.
Besonders in der Kritik steht laut Mitteilung die SPÖ, die das Gesundheitsressort in der Landesregierung verantwortet: „Die SPÖ spielt ein falsches Spiel: Sie verantwortet das Gesundheitsressort, hat den gesamten Gesundheitsplan mitgetragen und mitbeschlossen – ihre Landesräte haben auch die Schließung von elf Notarztstützpunkten unterschrieben. Die Landesregierung von ÖVP-FPÖ-SPÖ mit NEOS Unterstützung mauert – auf dem Rücken der Menschen in Niederösterreich, die um ihre Gesundheit fürchten", kritisiert Helga Krismer.
Die Grünen betonen, sie hätten den Gesundheitsplan 2040+ von Beginn an abgelehnt. Silvia Moser: „Für uns ist klar: Neue Versorgungsangebote müssen stehen, bevor bestehende wegfallen. Man lehnt unsere konstruktiven Vorschläge ab und versteckt sich hinter heuchlerischen Wischi-Waschi-Anträgen. Das werden wir nicht hinnehmen".