ÖGARI zum Internationalen Tag der Intensivmedizin: ABCDEF-Bundle und Mobilisierung innerhalb der ersten 72 Stunden
Zum Internationalen Tag der Intensivmedizin betont die ÖGARI die Bedeutung der Frühmobilisation und erklärt das ABCDEF-Bundle als international anerkannten Behandlungsstandard.
Anlässlich des Internationalen Tages der Intensivmedizin am 18. Juni macht die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) auf einen grundlegenden Wandel in der Versorgung kritisch kranker Menschen aufmerksam. Moderne Intensivmedizin zielt heute nicht nur auf das Überleben, sondern zunehmend auch auf die Vermeidung von Langzeitfolgen und die bestmögliche Rückkehr in ein selbstständiges Leben ab.
Im Mittelpunkt der Aussendung steht die Frühmobilisation, die die ÖGARI als eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale moderner Intensivmedizin nennt. Internationale Behandlungskonzepte empfehlen, Patientinnen und Patienten bereits innerhalb der ersten 72 Stunden nach Intensivaufnahme gezielt zu aktivieren.
Die ÖGARI hebt hervor, dass Frühmobilisation dazu dienen soll, intensivmedizinisch bedingte Muskelschwäche, Delirien und langfristige Funktionseinschränkungen möglichst zu verhindern und die Erholung nachhaltig zu unterstützen. Als zeitlichen Rahmen nennen internationale Konzepte die ersten 72 Stunden nach Aufnahme auf der Intensivstation.
Die Aussendung betont außerdem, dass selbst beatmete Patientinnen und Patienten, unter strenger Überwachung und abhängig vom Gesundheitszustand, schrittweise mobilisiert werden können und sollen. Damit verknüpft die Fachgesellschaft die Mobilisierung eng mit individuellen Überprüfungen des klinischen Zustands.
Als Grundlage moderner, interprofessionell koordinierter Versorgung verweist die ÖGARI auf das international etablierte ABCDEF-Bundle (ICU Liberation Bundle). Dieses evidenzbasierte Maßnahmenpaket verbindet mehrere Behandlungsfelder miteinander.
Die ÖGARI nennt das Bundle als verbindendes, interprofessionelles Betreuungskonzept, dessen Ziel es ist, negative Folgen eines Intensivaufenthalts zu reduzieren und die körperliche sowie kognitive Erholung der Patientinnen und Patienten zu fördern.
In der Aussendung wird zudem auf wissenschaftliche Evidenz verwiesen: Studien belegten, dass eine konsequente Umsetzung des ABCDEF-Bundles mit besseren Behandlungsergebnissen und einer höheren Lebensqualität nach dem Intensivaufenthalt verbunden ist. Als Beispiel wird in der Mitteilung die Studie von Barr J et al. genannt (Critical Care Explorations, 2024).
Die ÖGARI macht darauf aufmerksam, dass bereits wenige Tage Bettruhe zu einem erheblichen Verlust an Muskelmasse und körperlicher Leistungsfähigkeit führen können. Frühmobilisation werde in der Aussendung als Maßnahme dargestellt, diesem Prozess entgegenzuwirken und gleichzeitig Delirien zu reduzieren sowie Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion zu unterstützen.
Gleichzeitig betont die Fachgesellschaft, dass die Durchführung der Mobilisation abhängig vom individuellen Gesundheitszustand und unter strenger klinischer Überwachung erfolgen muss. Die Mitteilung spricht von einer schrittweisen Mobilisierung, die auch bei beatmeten Patientinnen und Patienten möglich sein kann.
ÖGARI-Präsident Priv.-Doz. Dr. Michael Zink wird in der Aussendung zitiert mit der Darstellung, dass Fachärztinnen und Fachärzte für Anästhesiologie und Intensivmedizin die zentrale Rolle in der österreichischen Intensivmedizin einnehmen. Er betont, dass moderne Intensivmedizin die Fähigkeit erfordere, innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl komplexer Informationen zu erfassen und Therapieentscheidungen zu treffen.
In der Mitteilung hebt Zink hervor, dass nicht einzelne Maßnahmen Patientinnen und Patienten retten, sondern die Fähigkeit, den gesamten Behandlungsprozess zu steuern und medizinisch zu verantworten. Er verweist auf das enge Zusammenspiel eines interprofessionellen Teams und unterstreicht die Rolle der intensivmedizinischen Pflege, deren Präsenz und Expertise laut Aussendung wesentlich zum Behandlungserfolg beitragen.
Die Aussendung erläutert, dass ein Intensivaufenthalt auch nach der Entlassung Spuren hinterlassen kann. Das sogenannte Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) beschreibt demnach körperliche, kognitive und psychische Einschränkungen, die noch Monate oder Jahre nach einer kritischen Erkrankung bestehen können.
Als Beispiele für Beschwerden, die im Rahmen von PICS genannt werden, listet die ÖGARI Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Angstzustände und Depressionen. Vor diesem Hintergrund setzt die moderne Intensivmedizin laut Mitteilung vermehrt auf eine frühzeitige Mobilisation, deren Umsetzung jedoch erhebliche personelle und fachliche Ressourcen sowie ärztliche Koordination erfordert.
ABCDEF-Bundle: Das in der Aussendung genannte Bundle ist ein Maßnahmenpaket, das Schmerzmanagement, Sedierung, spontane Aufwach- und Atemversuche, Delirprävention, Frühmobilisation und Einbindung der Angehörigen kombiniert. Die ÖGARI beschreibt es als international anerkannten Behandlungsstandard und verweist auf Studien, die positive Zusammenhänge zwischen konsequenter Umsetzung und Behandlungsergebnissen berichten.
Frühmobilisation: In der Mitteilung wird Frühmobilisation als gezielte Aktivierung von Patientinnen und Patienten bereits in den ersten Tagen nach Intensivaufnahme beschrieben. Internationale Konzepte empfehlen nach Angaben der ÖGARI eine Aktivierung innerhalb der ersten 72 Stunden.
Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS): Die Aussendung definiert PICS als Sammelbegriff für körperliche, kognitive und psychische Einschränkungen, die nach einem Intensivaufenthalt anhalten können. Genannte Beispiele sind Muskelschwäche sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
Anästhesiologie und Intensivmedizin: Laut ÖGARI übernehmen Fachärztinnen und Fachärzte für Anästhesiologie und Intensivmedizin die medizinische Gesamtverantwortung für kritisch kranke Menschen. In der Aussendung wird ihre Rolle als koordinierend und entscheidungsführend innerhalb interprofessioneller Teams dargestellt.
Die ÖGARI weist darauf hin, dass die Umsetzung frühzeitiger Mobilisation erhebliche personelle und fachliche Ressourcen erfordert. Ärztlich koordinierte Zusammenarbeit zwischen den relevanten Gesundheitsberufen sowie die kontinuierliche Präsenz und Expertise der intensivmedizinischen Pflege werden in der Mitteilung als zentral bezeichnet.
Die Aussendung erwähnt die Notwendigkeit strenger Überwachung und die Abhängigkeit vom Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten als Bedingungen für eine schrittweise Mobilisierung, auch bei beatmeten Personen. Konkrete Ablaufpläne oder Ressourcenzahlen nennt die ÖGARI in der Mitteilung nicht.
Die ÖGARI beschreibt Frühmobilisation als gezielte Aktivierung von Patientinnen und Patienten bereits innerhalb der ersten Tage nach Intensivaufnahme. Internationale Behandlungskonzepte empfehlen laut Aussendung eine Mobilisierung innerhalb der ersten 72 Stunden. Die Maßnahme soll helfen, Muskelschwäche, Delirien und langfristige Funktionseinschränkungen zu vermindern.
Das ABCDEF-Bundle ist in der Mitteilung als ein international anerkanntes, evidenzbasiertes Behandlungskonzept beschrieben. Es kombiniert Schmerzmanagement, Sedierungssteuerung, spontane Aufwach- und Atemversuche, Delirprävention, Frühmobilisation und die Einbindung von Angehörigen zu einem interprofessionellen Betreuungskonzept.
Priv.-Doz. Dr. Michael Zink wird in der Aussendung mit der Aussage zitiert, dass Fachärztinnen und Fachärzte für Anästhesiologie und Intensivmedizin die medizinische Gesamtverantwortung tragen. Gleichzeitig betont die ÖGARI die Bedeutung des Zusammenspiels interprofessioneller Teams und der intensivmedizinischen Pflege für die Durchführung komplexer Behandlungsprozesse.
In der Mitteilung wird PICS als ein Zustand beschrieben, der körperliche, kognitive und psychische Einschränkungen umfassen kann und Monate bis Jahre nach einem Intensivaufenthalt anhalten kann. Als Beispiele nennt die ÖGARI Muskelschwäche, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie Angstzustände oder Depressionen.
Die ÖGARI erklärt, dass auch beatmete Patientinnen und Patienten, unter strenger Überwachung und abhängig vom Gesundheitszustand, schrittweise mobilisiert werden können und sollen. Die Aussendung betont die Notwendigkeit individueller Beurteilung und klinischer Überwachung bei solchen Maßnahmen.
Die Mitteilung verweist auf erhebliche personelle und fachliche Ressourcen, ärztlich koordinierte Zusammenarbeit der relevanten Gesundheitsberufe sowie auf die kontinuierliche Präsenz und Expertise der intensivmedizinischen Pflege. Konkrete Personalzahlen oder Finanzierungsfragen werden in der Aussendung nicht genannt.
Quelle: ÖGARI – Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin. In der Aussendung wird unter anderem auf die Studie von Barr J et al., Improving Outcomes in Mechanically Ventilated Adult ICU Patients Through Implementation of the ICU Liberation Bundle, Critical Care Explorations, 2024, verwiesen.
Kontakt: Fischill PR, Dr. Britta Fischill, Telefon: +43 676 3039699, E-Mail: britta [at] fischill.at