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Graz: Studentenheim Campus Verde erreicht wichtigen Meilenstein

26. März 2026 um 10:18
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In der steirischen Landeshauptstadt nimmt ein ambitioniertes Wohnbauprojekt für Studierende konkrete Formen an. Das ehemalige Stabsgebäude der Kirchner Kaserne im neuen Stadtteil Jakomini Verde wir...

In der steirischen Landeshauptstadt nimmt ein ambitioniertes Wohnbauprojekt für Studierende konkrete Formen an. Das ehemalige Stabsgebäude der Kirchner Kaserne im neuen Stadtteil Jakomini Verde wird derzeit zu einem modernen Studentenheim mit 43 Wohneinheiten umgebaut. Gestern fand die Gleichenfeier statt – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur geplanten Fertigstellung im Sommersemester 2027.

Gleichenfeier markiert Baufortschritt im historischen Gebäude

Der Wiener Immobilienentwickler IMMOVATE lud gemeinsam mit dem künftigen Betreiber GREENBOX zur feierlichen Gleichenfeier in das denkmalgeschützte ehemalige Stabsgebäude. "Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein gesetzt", erklären die Projektverantwortlichen Hannes Url und Alois Zechner von IMMOVATE. In den kommenden Monaten stehen der Innenausbau, die Installation der technischen Gebäudeausrüstung, die Fassadensanierung an der Ostseite sowie der Einbau der Rahmenstockfenster auf der Hofseite auf dem Programm.

Die Gleichenfeier ist ein traditioneller Baubrauch, der das Erreichen der höchsten Stelle des Rohbaus markiert. Bei Umbauprojekten wie diesem symbolisiert sie den erfolgreichen Abschluss der Rohbauarbeiten und den Übergang zu den Ausbaugewerken. Dieser Meilenstein ist besonders bedeutsam, da das Projekt in einem denkmalgeschützten Gebäude realisiert wird, was besondere Herausforderungen und Auflagen mit sich bringt.

Graz als zweitgrößte Universitätsstadt Österreichs

Mit 55.000 Studierenden an vier Universitäten und zwei Fachhochschulen ist Graz nach Wien die bedeutendste Universitätsstadt Österreichs. Die Karl-Franzens-Universität Graz, die Technische Universität Graz, die Medizinische Universität Graz und die Universität für Musik und darstellende Kunst bilden zusammen mit der FH Joanneum und der FH Campus02 ein beeindruckendes Bildungsangebot. Diese Konzentration an Hochschuleinrichtungen führt zu einer enormen Nachfrage nach leistbarem Wohnraum für junge Menschen.

Der Studentenwohnungsmarkt in Graz ist seit Jahren angespannt. Während die Studierendenzahlen kontinuierlich steigen, hinkt das Angebot an geeigneten Wohnmöglichkeiten hinterher. Besonders im geförderten Bereich, wo Mieten für Studierende erschwinglich bleiben, herrscht chronischer Mangel. Das neue Studentenheim Campus Verde soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.

Vergleich mit anderen österreichischen Universitätsstädten

Im Vergleich zu anderen österreichischen Universitätsstädten steht Graz gut da, was die Anzahl der Studienplätze pro Einwohner angeht. Während Wien als größte Universitätsstadt über 200.000 Studierende beherbergt, hat Graz mit seinen 300.000 Einwohnern einen überdurchschnittlich hohen Studierendenanteil. Salzburg mit etwa 25.000 Studierenden oder Innsbruck mit rund 35.000 zeigen ähnliche Herausforderungen beim Wohnungsangebot für junge Menschen.

Jakomini Verde: Ein neuer Stadtteil entsteht

Das Studentenheim ist das letzte Puzzleteil im neuen Stadtteil Jakomini Verde, der auf dem Gelände der ehemaligen Kirchner Kaserne entstanden ist. Dieses Areal im Herzen des Grazer Bezirks Jakomini wurde über mehrere Jahre hinweg zu einem modernen Wohn- und Lebensraum entwickelt. Die IMMOVATE hat auf mehreren Bauplätzen einen beliebten und zeitgemäßen Standort realisiert, der verschiedene Wohnformen und Nutzungen miteinander verbindet.

Die Kirchner Kaserne blickt auf eine lange militärische Geschichte zurück. Das Stabsgebäude, das nun zum Studentenheim umgebaut wird, ist ein Zeugnis der österreichischen Militärarchitektur und steht unter Denkmalschutz. Diese historische Bedeutung bringt besondere Verantwortung mit sich: Der Umbau muss die architektonischen Qualitäten bewahren und gleichzeitig moderne Anforderungen an Wohnkomfort und Energieeffizienz erfüllen.

Wohnkonzept für 64 Studierende

Das umgebaute Stabsgebäude wird 43 Einzelgarçonnièren und Einheiten für Wohngemeinschaften bieten, in denen insgesamt 64 Studierende Platz finden. Dieses Konzept berücksichtigt unterschiedliche Wohnpräferenzen junger Menschen: Während manche die Privatsphäre einer eigenen Garçonnière schätzen, bevorzugen andere das Gemeinschaftsleben in einer Wohngemeinschaft.

Die Garçonnière ist eine aus Frankreich stammende Wohnform, die ursprünglich kleine Apartments für Junggesellen bezeichnete. Im modernen Studentenwohnbau versteht man darunter kompakte Einzelapartments mit eigenem Bad und Kochgelegenheit. Diese Wohnform hat sich in österreichischen Studentenheimen etabliert, da sie Privatsphäre und Selbstständigkeit ermöglicht, ohne übermäßig teuer zu sein.

GREENBOX als erfahrener Betreiber

Als Betreiber konnte der steirische Anbieter GREENBOX gewonnen werden, der bereits acht Häuser für Studierende in Graz verwaltet. Diese Erfahrung ist entscheidend für den erfolgreichen Betrieb eines Studentenheims. GREENBOX-Geschäftsführer Stefan Hausberger zeigt sich begeistert: "Es hat großartige Qualitäten aufgrund der Lage sowie der besonderen Architektur und Ausstattung. Jakomini Verde ist ein Stadtteil zum Wohlfühlen und bietet das perfekte Umfeld für studentisches Leben."

Die Wahl eines etablierten Betreibers ist für Investoren und künftige Bewohner gleichermaßen wichtig. Ein professioneller Betreiber sorgt für reibungslose Abläufe, kümmert sich um Instandhaltung und bietet den Studierenden Ansprechpartner bei Problemen. GREENBOX hat sich in Graz als zuverlässiger Partner etabliert und bringt das nötige Know-how für die Verwaltung von Studentenwohnheimen mit.

Standortvorteile und Infrastruktur

Das Studentenheim Campus Verde punktet mit seiner ausgezeichneten Lage. Nur unweit des Murufers gelegen, bietet es direkten Zugang zum neu gestalteten Park des Areals mit Sportmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität. Die Mur ist nicht nur ein Naherholungsgebiet, sondern auch ein wichtiger Grünkorridor, der das Mikroklima der Stadt positiv beeinflusst.

Die Verkehrsanbindung ist optimal: In wenigen Minuten erreichen die Bewohner per Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln das Zentrum von Graz. Diese Erreichbarkeit ist für Studierende besonders wichtig, da viele Vorlesungen und Seminare in der Innenstadt oder campusnahen Bereichen stattfinden. Zusätzlich können die Studierenden alle für Jakomini Verde geschaffenen Service- und Gemeinschaftseinrichtungen nutzen, darunter Carsharing und Paketannahmestellen.

Carsharing ist ein modernes Mobilitätskonzept, das besonders bei jungen Menschen immer beliebter wird. Statt ein eigenes Auto zu besitzen, können Nutzer bei Bedarf auf geteilte Fahrzeuge zugreifen. Dies reduziert Kosten und Umweltbelastung – zwei Aspekte, die für viele Studierende entscheidend sind.

Bauherrenmodell als Finanzierungsinstrument

Das Projekt wird als Bauherrenmodell realisiert, eine in Österreich etablierte Finanzierungsform für Immobilienprojekte. Anlegerinnen und Anleger der Valuita GmbH haben insgesamt 9,8 Millionen Euro investiert, um neuen, leistbaren Wohnraum für Studierende zu schaffen. Das Bauherrenmodell ist zu 100 Prozent gezeichnet, was das Vertrauen der Investoren in das Projekt unterstreicht.

Ein Bauherrenmodell funktioniert folgendermaßen: Private Investoren erwerben Anteile an einer Immobilie und werden damit zu Miteigentümern. Sie profitieren von Steuervorteilen während der Bauphase und erhalten später regelmäßige Mieteinnahmen. Gleichzeitig ermöglicht diese Finanzierungsform die Realisierung von Projekten, die sonst möglicherweise nicht zustande kämen.

Die Tatsache, dass das Bauherrenmodell vollständig gezeichnet wurde, spricht für die Attraktivität des Projekts aus Investorensicht. Die Kombination aus stabiler Nachfrage durch Studierende, etabliertem Betreiber und attraktiver Lage macht das Investment kalkulierbar und renditestark.

Auswirkungen auf den lokalen Wohnungsmarkt

Die 43 neuen Wohneinheiten werden den angespannten Studentenwohnungsmarkt in Graz spürbar entlasten. Während dies nur einen kleinen Teil der Gesamtnachfrage deckt, ist jede zusätzliche Wohnmöglichkeit für Studierende wertvoll. Das Projekt zeigt auch, wie historische Gebäude einer neuen, sinnvollen Nutzung zugeführt werden können, ohne ihre architektonische Identität zu verlieren.

Für die Bewohner von Jakomini Verde bedeutet das Studentenheim eine Bereicherung des Stadtteils. Junge Menschen bringen Leben und Dynamik in die Nachbarschaft, gleichzeitig entstehen neue Synergien zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und Services stärkt das Gemeinschaftsgefühl im neuen Stadtteil.

Zukunftsperspektiven und Fertigstellung

Mit der planmäßigen Fertigstellung zum Sommersemester 2027 werden die ersten Studierenden ihr neues Zuhause im Campus Verde beziehen können. Bis dahin stehen noch umfangreiche Arbeiten an: Der Innenausbau muss die besonderen Anforderungen an Studentenwohnungen berücksichtigen, die technische Gebäudeausrüstung moderne Standards erfüllen und die denkmalgeschützte Fassade fachgerecht saniert werden.

Das Projekt Campus Verde könnte Modellcharakter für ähnliche Entwicklungen in anderen österreichischen Städten haben. Die erfolgreiche Verbindung von Denkmalschutz, nachhaltigem Wohnbau und innovativen Finanzierungsmodellen zeigt Wege auf, wie der Mangel an Studentenwohnungen kreativ angegangen werden kann.

Langfristig wird das Studentenheim zur Attraktivität von Graz als Universitätsstandort beitragen. Internationale Studierende, die einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen, lassen sich eher von einem Standort überzeugen, der auch attraktive Wohnmöglichkeiten bietet. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Positionierung von Graz im internationalen Bildungswettbewerb.

Die Gleichenfeier für das Studentenheim Campus Verde markiert nicht nur einen Baufortschritt, sondern auch einen wichtigen Schritt hin zu mehr leistbarem Wohnraum für junge Menschen in Graz. Das Projekt vereint historisches Erbe mit modernen Wohnansprüchen und zeigt, wie durch private Initiative gesellschaftliche Herausforderungen angegangen werden können.

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