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FPÖ fordert: Funktionelle Abschreibung für Tourismus

23. April 2026 um 18:18
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Am 23.04.2026 kritisierte FPÖ-Nationalrat Sebastian Schwaighofer in einer Nationalratssitzung die aktuelle Tourismuspolitik der Bundesregierung scharf. Die Debatte, ausgelöst durch eine Änderung de...

Am 23.04.2026 kritisierte FPÖ-Nationalrat Sebastian Schwaighofer in einer Nationalratssitzung die aktuelle Tourismuspolitik der Bundesregierung scharf. Die Debatte, ausgelöst durch eine Änderung der Gewerbeordnung und eine geringfügige Verlängerung für Public-Viewing-Veranstaltungen, habe nach Ansicht des Abgeordneten kaum reale Unterstützung für die Hotellerie gebracht. Für Österreich, dessen Regionen und Arbeitsplätze stark vom Tourismus abhängen, stellt sich die Frage, ob politische Signale aus Wien noch den Aufbruch ermöglichen oder ob Betriebe mit veralteten steuerlichen Regeln ausgebremst werden. Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die steuerliche Behandlung von Investitionen — konkret: die Forderung nach einer funktionellen Abschreibung und verkürzten Abschreibungsdauern für die Hotellerie.

Funktionelle Abschreibung im Fokus: Forderung der FPÖ

Die Forderung nach einer funktionellen Abschreibung ist die Kernforderung, die Schwaighofer in den parlamentarischen Raum einbrachte. Er bezeichnete die aktuelle Abschreibungslogik als "aus der Mottenkiste" und argumentierte, dass viele Betriebe im Tourismus dadurch von notwendigen Modernisierungen abgehalten würden. Die Debatte hat in Wien Signalwirkung: Es geht nicht nur um steuerliche Feinheiten, sondern um die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Regionen in Österreich.

Was fordert die FPÖ konkret?

  • Einführung einer funktionellen Abschreibung, die Investitionen in Hotellerie und Infrastruktur schneller steuerlich anerkennt.
  • Verkürzte Abschreibungsdauern für spezifische Investitionsgüter, die im Tourismusbetrieb besonders schnell technische oder wirtschaftliche Entwertung erfahren.
  • Verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen statt punktueller Alibimaßnahmen.

Fachbegriffe: Verständlich erklärt

Damit die Debatte für Leserinnen und Leser ohne steuerlichen Hintergrund nachvollziehbar wird, werden zentrale Fachbegriffe erläutert. Jede Erklärung enthält die wesentlichen Punkte und Beispiele aus der Praxis.

Funktionelle Abschreibung

Die funktionelle Abschreibung ist ein steuerliches Konzept, das Abschreibungen nicht nur nach technischen Lebensdauern, sondern nach der wirtschaftlichen Nutzungsdauer und Funktion eines Investitionsgutes bemisst. Während klassische lineare Abschreibungen über festgelegte Zeiträume verlaufen, erlaubt die funktionelle Abschreibung eine praxisnähere Zuordnung: Wenn ein Gerät oder eine Einrichtung aufgrund technischer Weiterentwicklungen oder veränderter Gästebedürfnisse schneller an Wert verliert, soll dieses beschleunigt abgeschrieben werden können. Für Hoteliers kann das bedeuten, dass beispielsweise spezialisierte Wellness-Technik oder digitalisierte Empfangssysteme über kürzere Perioden steuerlich geltend gemacht werden, was Liquidität freisetzt und Reinvestitionen erleichtert.

Abschreibungsdauer

Die Abschreibungsdauer ist der Zeitraum, über den ein Unternehmen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts steuerlich verteilt. Lange Abschreibungsdauern führen dazu, dass die steuerliche Entlastung pro Jahr gering ist. Kürzere Abschreibungsdauern erhöhen die jährliche Abschreibung und damit den steuerwirksamen Aufwand früher. In der Hotellerie sind Abschreibungsdauern relevant, weil Investitionsgüter — etwa Betten, Matratzen, Küchengeräte oder Software — unterschiedliche technische und wirtschaftliche Lebenszeiten haben. Eine realistische Bemessung der Dauer ist entscheidend für Investitionsanreize.

Gewerbeordnung

Die Gewerbeordnung regelt in Österreich die Ausübung von selbstständigen wirtschaftlichen Tätigkeiten und enthält Bestimmungen zu Bewilligungen, Betriebsstätten und Rahmenbedingungen für Veranstaltungen. Änderungen an der Gewerbeordnung können direkte Auswirkungen haben, zum Beispiel bei Veranstaltungsformen wie Public Viewing oder bei Anforderungen an Hotelbetriebe. Die aktuelle Debatte um eine geringfügige Verlängerung für Public-Viewing-Veranstaltungen zeigte, dass regulatorische Anpassungen politisch schnell umgesetzt werden können — die Frage ist, ob sie auch wirtschaftlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Public Viewing

Public Viewing bezeichnet das gemeinsame öffentliche Anschauen von Großveranstaltungen wie Fußballspielen auf Plätzen, in Einkaufszentren oder Festzelten. Solche Veranstaltungen haben saisonale Wirtschaftsimpulse, erhöhen Aufenthaltsdauer und Konsum in Tourismusregionen. Regulierung und Bewilligungszeiträume beeinflussen Veranstaltungsformate, die wiederum Nebenumsätze für Hotellerie und Gastronomie generieren. Somit hat scheinbar eine Detailänderung in der Gewerbeordnung auch gesamtwirtschaftliche Folgewirkungen.

Historische Entwicklung: Abschreibungen und Tourismusförderung (200+ Wörter)

Die Debatte um Abschreibungen ist kein neues Thema. Schon in früheren Jahrzehnten war klar, dass steuerliche Regeln die Investitionsentscheidung von Unternehmen beeinflussen. In der Nachkriegszeit dominierten Standardabschreibungstabellen mit relativ starren Zeiträumen. Mit der zunehmenden technologischen Dynamik und der Bedeutung immaterieller Werte wie Software oder digitaler Buchungssysteme rückten Fragen nach flexibleren Abschreibungsmodellen in den Fokus. Für die Hotellerie kamen zusätzlich saisonale Schwankungen und wechselnde Gästebedürfnisse hinzu, etwa die Nachfrage nach Wellness, nachhaltigen Angeboten oder digitalen Services.

In Österreich wurde die Unterstützung des Tourismus stets sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene diskutiert. Förderinitiativen, Infrastrukturprogramme und steuerliche Maßnahmen ergänzten sich in verschiedenen Legislaturperioden. Insbesondere Krisenphasen — etwa die Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 und die Corona-Pandemie — führten zu punktuellen Entlastungen und Unterstützungsprogrammen. Allerdings kritisieren Branchenvertreterinnen und -vertreter immer wieder, dass kurzfristige Hilfen langfristige strukturelle Schwächen nicht beheben. Die aktuelle Forderung nach funktioneller Abschreibung knüpft an diesen Kritikpunkt an: Statt punktueller Maßnahmen sind nachhaltige, systematische Anpassungen der steuerlichen Rahmenbedingungen gefragt, damit Investitionen in Qualität und Modernisierung planbar werden.

Vergleich: Andere Bundesländer, Deutschland und Schweiz (150+ Wörter)

Innerhalb Österreichs reagieren Bundesländer unterschiedlich auf die Herausforderungen des Tourismus. Regionen mit hoher Saisonalität wie Tirol oder Vorarlberg setzen häufig auf kombinierte Förderpakete, die Infrastruktur, Ausbildung und Marketing zusammenbringen. Salzburg und die Steiermark wiederum fokussieren stärker auf Qualitätsentwicklung und nachhaltigen Tourismus. Solche landesweiten Schwerpunkte zeigen: Es gibt mehrere Wege, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken — von direkten Zuschüssen bis zu steuerlichen Anreizen.

In Deutschland ist die Debatte um Abschreibungen und steuerliche Investitionsanreize vergleichbar. Dort wurden in der Vergangenheit beschleunigte Abschreibungsmodelle zeitlich begrenzt eingesetzt, um Investitionen in bestimmte Branchen zu fördern. Die Schweiz setzt verstärkt auf regionale Steuerautonomie und gezielte Investitionsförderung, wobei steuerliche Maßnahmen oft komplementär zu kantonalen Programmen sind. Insgesamt zeigt der Vergleich: Länder mit flexibleren, praxisnahen Abschreibungsregelungen schaffen tendenziell mehr Anreize für kontinuierliche Modernisierung, was gerade für international konkurrierende Tourismusanbieter wichtig ist.

Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen und Beispiele (200+ Wörter)

Die politische Entscheidung über Abschreibungsregeln hat direkte Folgen für Unternehmerinnen und Unternehmer, Beschäftigte und Gäste. Drei konkrete Szenarien verdeutlichen mögliche Auswirkungen:

  • Hotelier in einer alpinen Region: Ein Familienbetrieb mit 30 Zimmern plant die Modernisierung seiner Zimmer und die Installation einer kleinen Spa-Anlage. Unter langen Abschreibungsdauern sind die jährlichen steuerlichen Abschreibungen gering, die Liquidität bleibt knapp und Kreditkosten belasten das Vorhaben. Mit einer funktionellen Abschreibung könnte der Betrieb die Investitionskosten schneller steuerlich geltend machen und die Finanzierung erleichtern.
  • Beschäftigte: Modernisierungen führen oft zu höheren Qualitätsstandards, längerer saisonaler Auslastung und damit zu stabileren Beschäftigungsverhältnissen. Schnellere Abschreibungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Modernisierungen überhaupt erfolgen, was Arbeitsplätze sichert.
  • Regionale Entwicklung: Investitionen in digitalisierte Buchungssysteme, klimafreundliche Heizungen oder barrierefreie Zugänge erhöhen die Attraktivität einer Destination. Das zieht Gäste an, die mehr ausgeben, und stärkt Nebensparten wie Gastronomie und Einzelhandel.

Für Gäste bedeutet dies bessere Infrastruktur und Servicequalität. Für Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist die Frage, wie kurzfristige Mindereinnahmen durch höhere Abschreibungen langfristig in wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung zurückfließen. Politisch ist das ein Abwägungsprozess: kurzfristige fiskalische Effekte versus langfristiger Nutzen durch Wettbewerbsfähigkeit.

Zahlen & Fakten: Was in der Quelle fehlt und welche Indikatoren zu beobachten sind

Die vorliegende Pressemitteilung enthält keine quantitativen Daten. Um die ökonomische Dimension dieser Forderung fundiert zu beurteilen, sind folgende Statistiken und Indikatoren maßgeblich:

  • Beitrag des Tourismus zum regionalen und nationalen Bruttoinlandsprodukt (z. B. Daten von Statistik Austria)
  • Investitionsvolumen in der Hotellerie pro Jahr
  • Durchschnittliche Abschreibungsdauern nach Wirtschaftsgüterklassen
  • Beschäftigungszahlen und saisonale Schwankungen im Tourismus
  • Kreditkosten und Investitionsrentabilität für Beherbergungsbetriebe

Ohne diese Zahlen bleibt die Debatte qualitativ. Für Leserinnen und Leser, die sich eine datenbasierte Einschätzung wünschen, empfehlen wir die Recherchen bei Statistik Austria, WIFO und regionalen Tourismusverbänden. Insbesondere die Entwicklung der Investitionen vor und nach Krisenphasen (z. B. COVID-19) sowie die Unterschiede zwischen verschiedenen Betriebsgrößen geben Aufschluss über die Wirksamkeit steuerlicher Änderungen.

Zukunftsperspektive: Szenarien und Prognosen (150+ Wörter)

Wenn die Politik dem Anliegen folgt und eine funktionelle Abschreibung sowie verkürzte Abschreibungsdauern einführt, sind mehrere Effekte möglich: Kurzfristig dürften betriebliche Liquiditäten entlastet und Investitionen in Modernisierung sowie Nachhaltigkeit beschleunigt werden. Mittelfristig könnte dies zu erhöhten Qualitätsstandards, längeren Aufenthaltsdauern und höheren Nebenausgaben der Gäste führen. Das wiederum stärkt Beschäftigung und regionale Wertschöpfung.

Ein alternatives Szenario: Bleiben die Abschreibungsregeln unverändert, könnte sich der Investitionsstau in bestimmten Segmenten der Hotellerie verfestigen. Kleinere Betriebe könnten Marktanteile an besser finanzierte Ketten verlieren, und strukturschwache Gegenden würden an Attraktivität einbüßen. Langfristig besteht die Gefahr, dass Standorte in internationalen Vergleichsrankings zurückfallen.

Politisch wird das Thema voraussichtlich Relevanz behalten. Entscheidend ist, wie eine mögliche Reform ausgestaltet wird: zielgenaue Instrumente, klare Anwendungsregeln und zeitliche Befristungen können fiskalische Risiken mindern und gleichzeitig Investitionsanreize setzen.

Schluss: Was jetzt zu tun wäre

Die Kernbotschaft aus der parlamentarischen Debatte ist klar: Viele Akteurinnen und Akteure in der Hotellerie sehen sich durch bestehende steuerliche Regelungen ausgebremst. Die FPÖ bringt mit der Forderung nach funktioneller Abschreibung ein konkretes Instrument ins Spiel, das kurzfristig Investitionen erleichtern und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Tourismusbetriebe stärken könnte. Entscheidend wird sein, ob die Bundesregierung über symbolische Maßnahmen hinausgeht und konkrete, praxistaugliche Änderungen umsetzt.

Weiterführende Informationen und Analysen finden Sie in unseren Dossiers zu Steuerfragen im Tourismus, Investitionsförderungen und regionaler Wirtschaftspolitik: Steuern und Hotellerie, Tourismusförderung in Österreich, Investitionen und Finanzierungsmodelle. Quelle dieser Übersichtsberichterstattung ist die Presseaussendung des Freiheitlichen Parlamentsklubs (FPÖ) vom 23.04.2026. Wir empfehlen, zusätzlich die Primärdaten von Statistik Austria und Branchenverbänden für eine quantitative Einordnung heranzuziehen.

Ihre Meinung ist gefragt: Sollte die Bundesregierung eine funktionelle Abschreibung einführen, um die Hotellerie zu entlasten, oder sind andere Maßnahmen zielführender? Schreiben Sie uns Ihre Ansicht an [email protected].

Quelle: Freiheitlicher Parlamentsklub (FPÖ), Presseaussendung, 23.04.2026. Kontakt der Quelle: Freiheitlicher Parlamentsklub, Telefon: 01/40110-7012, E-Mail: [email protected].

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