Politikwissenschaftlerin Ermela Gianna untersucht Vorstellungen von demokratischer Vertretung bei Bevölkerung und Abgeordneten
Am Tag der Parlamentsforschung wurde ein neues Projekt vorgestellt: Ermela Gianna untersucht Übereinstimmungen bei Vorstellungen politischer Repräsentation von Bevölkerung und Abgeordneten.
Der Tag der Parlamentsforschung setzte den Schwerpunkt für das kommende Forschungsjahr der Parlamentsdirektion auf politische Repräsentation. Die Politikwissenschaftlerin Ermela Gianna von der Universität Salzburg wurde als Leiterin eines neuen Forschungsprojekts vorgestellt, das untersuchen soll, inwieweit Bürgerinnen und Bürger sowie Abgeordnete gemeinsame oder unterschiedliche Vorstellungen von politischer Repräsentation haben.
Die Veranstaltung bot neben der Ankündigung des neuen Projekts Einblicke in laufende Forschungsarbeiten, eine Podiumsdiskussion zur emotionalen Dimension demokratischer Teilhabe sowie Keynotes aus unterschiedlichen Disziplinen. Die Parlamentsdirektion betonte bei der Vorstellung, dass es darum gehe, wissenschaftliche Forschung mit parlamentarischer Praxis zu verknüpfen.
Das Projekt trägt den Titel "Übereinstimmungen im Verständnis politischer Repräsentation: Bürgerinnen bzw. Bürger und Abgeordnete im österreichischen Parlament". Ermela Gianna will nach Angaben des Parlaments prüfen, wie ähnlich oder unterschiedlich die Vorstellungen der Bevölkerung und der gewählten Vertreterinnen und Vertreter sind.
Im Zentrum steht laut Ankündigung die Frage, ob Bevölkerung und Abgeordnete dieselben Vorstellungen davon haben, was "gute politische Repräsentation" bedeutet. Methodisch sollen Parlamentsdebatten und Archive ausgewertet sowie Interviews geführt werden, um Muster von Übereinstimmung oder Differenzen sichtbar zu machen.
Die Projektbeschreibung in der Ankündigung nennt eine Forschungslücke: Viele Untersuchungen beleuchteten bisher entweder die parlamentarische Praxis oder die Wahrnehmung der Demokratie durch Bürgerinnen und Bürger, beide Perspektiven seien aber nur selten gemeinsam betrachtet worden.
Parallel wurde Einblick in ein laufendes Projekt gegeben: Die Kunsthistorikerin Julia Rüdiger erforscht unter dem Titel "Resonanzräume der Demokratie: Wandel der Parlamentsarchitektur im 21. Jahrhundert" die Rolle parlamentarischer Räume und Strukturen im Kontext veränderter Demokratievorstellungen.
Nach den vorläufigen Ergebnissen, wie sie in der Veranstaltung präsentiert wurden, würden sich Parlamentsgebäude demnach von repräsentativen Machtzentren hin zu offeneren Orten des Austauschs entwickeln. Diese Entwicklung werde in der Aussendung als möglicher Zusammenhang mit Resonanz und Verbundenheitsgefühlen zum Parlamentsgebäude dargestellt.
Abschließend fand eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "How can we make democracy feel good?" statt. Moderiert wurde das Panel von Daniela Ingruber vom Institute for Strategy Analysis/netPOL. Auf dem Podium saßen die Regisseurin, Drehbuchautorin und Lehrerin Olga Kosanović, der Journalist Georg Renner sowie die Linguistin Maria Stopfner von der Universität Innsbruck.
Olga Kosanović betonte in der Diskussion die Bedeutung des Gefühls, in einer Demokratie gesehen und gehört zu werden. Sie verwies auf eine Zahl für Wien, wonach 35 % der Bevölkerung im wahlfähigen Alter mangels Staatsbürgerschaft nicht wählen können, und stellte dies in Zusammenhang mit dem Gefühl von Unsichtbarkeit und möglicher Abwendung vom demokratischen System. Kosanović sprach sich während der Veranstaltung für einen offeneren Zugang zur Staatsbürgerschaft und mehr Solidarität mit Personen ohne Wahlrecht aus.
Georg Renner hinterfragte, ob Demokratie darauf ausgerichtet sein müsse, sich "gut anzufühlen". Er betonte den Wettstreit unterschiedlicher Interessen und Ideen als konstitutives Element demokratischer Politik und nannte eine informierte Öffentlichkeit sowie die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung als wichtige Voraussetzungen für das Funktionieren demokratischer Prozesse.
Maria Stopfner hob die Bedeutung von Sprache und politischer Diskussionskultur hervor. Sie warnte vor politischen Kommunikationsstrategien, die gezielt mit Angst, Wut oder Ausgrenzung arbeiteten, und betonte zugleich die Vorbildfunktion von Politikerinnen und Politikern für den gesellschaftlichen Diskurs. Stopfner sagte, Demokratie brauche Konflikt und Meinungsvielfalt, ebenso aber die Fähigkeit, Brücken zwischen Positionen zu bauen.
Die Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Parlamentsdirektion, Susanne Janistyn-Novák, erläuterte bei der Bekanntgabe die Grundidee der Initiative: wissenschaftliche Forschung mit parlamentarischer Praxis zu verknüpfen und demokratiepolitische Fragestellungen disziplinübergreifend zu beleuchten. In der Mitteilung wurde darauf verwiesen, dass bereits Forschungen von einer Philosophin, einem Politologen und derzeit einer Kunsthistorikerin im Parlament laufen.
Organisiert wurde der Tag der Parlamentsforschung vom Rechts-, Legislativ- und Wissenschaftlichen Dienst (RLW) der Parlamentsdirektion; die Veranstaltung fand bereits zum vierten Mal statt. Das Programm umfasste mehrere Panels, Poster Sessions sowie zwei Keynotes mit Vortragenden aus unterschiedlichen Disziplinen, um parlamentsbezogene Forschung gemeinsam mit internationalen Gästen zu diskutieren.
Im Kontext der Ankündigung bezeichnet politische Repräsentation die Vorstellungen darüber, wie gewählte Abgeordnete die Interessen und Anliegen der Bevölkerung vertreten. Das neue Projekt fragt danach, ob Vorstellungen darüber zwischen Bevölkerung und Abgeordneten übereinstimmen oder differieren und will Muster dieser Übereinstimmungen oder Differenzen sichtbar machen.
Parlamentsarchitektur umfasst in der hier dargestellten Forschung die baulichen und räumlichen Bedingungen parlamentarischer Orte. Julia Rüdiger untersucht, wie solche Räume als Medium demokratischer Inszenierung wirken und welche Rolle sie für Besucherinnen, Besucher und Abgeordnete spielen.
Parlamentsdebatten werden im Projekt als eine der Quellen genannt, die ausgewertet werden sollen. Solche Debatten bilden formale Kommunikationsprozesse des Parlaments ab und dienen in der Forschung als Grundlage, um Vorstellungen und Darstellungsformen von Repräsentation zu analysieren.
Der wissenschaftliche Beirat der Parlamentsdirektion übernimmt nach Darstellung der Veranstaltung eine koordinierende Rolle bei der Auswahl von Forschungsprojekten für das Parlament. Die Vorsitzende Susanne Janistyn-Novák erläuterte das Prinzip, disziplinübergreifende Forschung mit parlamentarischer Praxis zu verknüpfen.
Die Parlamentsdirektion stellt als Dienststelle der Nationalversammlung und des Bundesrats organisatorische Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlichen dar. Der RLW organisierte den Tag der Parlamentsforschung und stellte das Veranstaltungsformat in der Mitteilung als Plattform für den Austausch zwischen Forschung und parlamentarischer Praxis dar.
In der Mitteilung heißt es, die Untersuchung solle Muster von Übereinstimmung oder Differenzen sichtbar machen und damit neue Erkenntnisse über demokratische Repräsentation liefern. Explizit genannt ist auch die Absicht, dass die Ergebnisse langfristig zur Stärkung des Vertrauens in parlamentarische Institutionen beitragen sollen.
Methodisch verknüpft das Projekt laut Ankündigung die Auswertung von Parlamentsdebatten und Archiven mit Interviews, um sowohl institutionelle Praktiken als auch subjektive Wahrnehmungen erfassen zu können. Diese Verknüpfung von Quellen ist Bestandteil der Begründung, warum die Forscherin die kombinierte Perspektive als notwendig einstuft.
Das Projekt "Übereinstimmungen im Verständnis politischer Repräsentation" will erfassen, wie ähnlich oder unterschiedlich Bürgerinnen und Bürger sowie Abgeordnete die politische Vertretung verstehen. Laut Ankündigung stehen dabei Muster von Übereinstimmung oder Differenz im Mittelpunkt.
Die Leitung des Projekts liegt bei der Politikwissenschaftlerin Ermela Gianna von der Universität Salzburg, wie in der Vorstellung beim Tag der Parlamentsforschung genannt wurde.
In der Aussendung heißt es, dass Parlamentsdebatten und Archive ausgewertet sowie Interviews geführt werden sollen. Diese Ansätze werden genannt, um Übereinstimmungen oder Unterschiede in den Vorstellungen politischer Repräsentation sichtbar zu machen.
Die Parlamentsdirektion stellt die Initiative als einen Versuch dar, wissenschaftliche Forschung mit parlamentarischer Praxis zu verknüpfen. Schon zuvor forschten laut Ankündigung eine Philosophin, ein Politologe und aktuell eine Kunsthistorikerin im Parlament.
Die Aussendung nennt als Ziel, Muster von Übereinstimmung oder Differenzen sichtbar zu machen. Es heißt zudem, die Ergebnisse sollen neue Erkenntnisse über demokratische Repräsentation liefern und langfristig auch zur Stärkung des Vertrauens in parlamentarische Institutionen beitragen.
Der Rechts-, Legislativ- und Wissenschaftliche Dienst (RLW) der Parlamentsdirektion organisierte die Veranstaltung; sie fand bereits zum vierten Mal statt und umfasste Panels, Poster Sessions sowie zwei Keynotes, so die Mitteilung.
Bericht und Hinweise zur Veranstaltung stammen aus der Parlamentskorrespondenz der Parlamentsdirektion (Parlamentskorrespondenz Nr. 566/2026): https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2026/pk0566
Fotos von der Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden sich im Webportal des Parlaments: https://www.parlament.gv.at/aktuelles/mediathek/fotos/1542216 und https://www.parlament.gv.at/erleben/veranstaltungen/nachschau. Webportal des Parlaments: https://www.parlament.gv.at/
Kontakt: Pressedienst der Parlamentsdirektion, Parlamentskorrespondenz. Telefon: +43 1 40110/2272. E-Mail: pressedienst[at]parlament.gv.at. Weitere Informationen: http://www.parlament.gv.at/Parlamentskorrespondenz