Mauthausen überleben und erinnern: Neues Standardwerk
»Mauthausen überleben und erinnern« schließt die vierbändige Reihe »Europa in Mauthausen« ab.
Der vierte Band der Reihe »Europa in Mauthausen« dokumentiert das Leben nach 1945 auf Basis von über 850 Interviews und schließt ein internationales Forschungsprojekt ab.
Mit dem Erscheinen von »Mauthausen überleben und erinnern« liegt der vierte und abschließende Band der wissenschaftlichen Reihe Europa in Mauthausen im Böhlau Verlag vor. Der Band gehört zur Reihe »Europa in Mauthausen. Geschichte der Überlebenden eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers« und fasst Forschungsergebnisse zusammen, die auf einem langjährigen internationalen Forschungsprojekt basieren.
Die Publikation wird in der Aussendung mit den Worten »monumentale Publikation« (Carlo Moos, Neue Zürcher Zeitung) zitiert. Nach Angaben des Verlags verbindet das neue Werk internationale KZ-Forschung, Oral History sowie sozial- und kulturhistorische Ansätze und stellt damit eine umfassende dokumentarische wie analytische Bestandsaufnahme dar.
Band »Mauthausen überleben und erinnern« im Überblick
Der Abschlussband setzt die vierbändige Reihe fort und richtet den Blick ausdrücklich auf die Zeit nach 1945. Er entstand laut Mitteilung aus einem internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung von Gerhard Botz und baut auf bereits existierenden Projekten auf, namentlich dem Mauthausen Survivors Documentation Project sowie dem Mauthausen Survivors Research Project.
Als Grundlagenmaterial dienten eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen lebensgeschichtlicher Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen. Konkret werden in der Aussendung über 850 Audio- und Videointerviews genannt, die in 18 Sprachen geführt wurden. Die ehemaligen Häftlinge, mit denen gesprochen wurde, stammen laut Mitteilung aus Europa, Israel sowie Nord- und Südamerika. Mehr als 60 Forscher aus zahlreichen Ländern haben an der wissenschaftlichen Aufarbeitung und historischen Einordnung der Interviews mitgewirkt.
Die Reihe »Europa in Mauthausen« und ihr Forschungsansatz
Während die ersten drei Bände der Reihe die nationalsozialistische Verfolgungspolitik, die Deportationen nach Mauthausen sowie den Alltag und das Überleben im Lager untersuchten, richtet der Abschlussband den Fokus explizit auf die Zeit nach 1945. Damit schließt der vierte Band an die vorausgegangenen Bände an und erweitert die Perspektive auf Nachkriegserfahrungen und Erinnerung.
Die Aussendung nennt als methodische Verbindung internationale KZ-Forschung, Oral History und sozial- sowie kulturhistorische Ansätze. International ausgerichtete KZ-Forschung, so die Darstellung, liefert dabei makrohistorische Kontexte; oral-historische Zugänge dokumentieren individuelle Lebenswege; sozial- und kulturhistorische Analysen ordnen diese Erfahrungen in längerfristige gesellschaftliche Prozesse ein.
Welche Themen der Abschlussband nach 1945 behandelt
Der Band fragt danach, wie Überlebende nach Jahren der Verfolgung wieder in ein ziviles Leben zurückfanden oder daran scheiterten. Er setzt sich laut Mitteilung mit den unterschiedlichen Formen der Reintegration und mit Fällen auseinander, in denen eine Rückkehr ins zivile Leben nicht gelang.
Untersucht werden demnach außerdem die Langzeitfolgen von Haft, von erlittenem Gewalt- und Verlusterleben für die weiteren Lebenswege der Überlebenden sowie die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen, unter denen Betroffene über ihre Erfahrungen sprechen konnten oder schweigen mussten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle ehemaliger Häftlinge und ihrer Organisationen bei der Entstehung europäischer Erinnerungskulturen sowie auf den Veränderungen des Gedenkens über mehrere Generationen hinweg.
Mauthausen Survivors Documentation Project, Oral History, Konzentrationslagerkomplex Mauthausen, Erinnerungskultur erklärt
Mauthausen Survivors Documentation Project
Das Mauthausen Survivors Documentation Project wird in der Aussendung als eine der Grundlagen der Reihe genannt. Es handelt sich demnach um ein Dokumentationsprojekt, das lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden systematisch gesammelt hat und damit eine zentrale Quellenbasis für Teile der Reihe bereitstellte.
Mauthausen Survivors Research Project
Das Mauthausen Survivors Research Project wird in der Mitteilung als ergänzendes Forschungsprojekt genannt. Zusammen mit dem Documentation Project bildete es laut Verlag die Grundlage für die wissenschaftliche Aufarbeitung und Analyse der Interviews.
Oral History
Oral History bezeichnet in der Aussendung die Methode, die zur Sammlung der über 850 Audio- und Videointerviews geführt hat. Als oral-historischer Zugang werden lebensgeschichtliche Interviews genutzt, um individuelle Erinnerungen und Erfahrungen systematisch zu dokumentieren und historisch einzuordnen.
Konzentrationslagerkomplex Mauthausen
Der Begriff Konzentrationslagerkomplex Mauthausen bezieht sich in der Mitteilung auf den historischen Ort, dessen Überlebende Gegenstand der Reihe sind. Der Band untersucht demnach nicht nur das Lager im engeren Sinn, sondern die Geschichte derjenigen, die aus diesem Komplex überlebt haben.
Erinnerungskultur
Unter Erinnerungskultur versteht die Aussendung die Art und Weise, wie Gesellschaften und Institutionen mit den Erfahrungen der Überlebenden umgehen und wie Gedenken gestaltet wird. Der Abschlussband analysiert laut Mitteilung die Rolle ehemaliger Häftlinge und ihrer Organisationen bei der Entstehung solcher Erinnerungskulturen in Europa sowie deren Wandel über Generationen.
Was die Beiträge dokumentieren und analysieren
Die Mitteilung fasst zusammen, dass die Beiträge des Bandes zeigen, die Geschichte des Konzentrationslagers endete nicht mit der Befreiung. Die Erfahrungen der Überlebenden wirkten über Jahrzehnte nach und prägten Familien, Gesellschaften und nationale Formen des Gedenkens.
Erinnern wird in den Beiträgen demnach nicht als abgeschlossener Akt behandelt, sondern als fortdauernder Prozess. Dieser Prozess wird in der Publikation als ein Spannungsfeld beschrieben, in dem persönliche Erfahrungen, öffentliches Gedenken und gesellschaftlicher Wandel in wechselnden Konstellationen aufeinandertreffen und sich über die Zeit verändern.
Welche empirischen Bausteine der Reihe »Europa in Mauthausen« liefert
- Dokumentation: Laut Mitteilung stützt sich der Band auf über 850 Audio- und Videointerviews, die in 18 Sprachen geführt wurden und eine umfangreiche Quelle für lebensgeschichtliche Analysen bilden.
- Internationale Forschung: Mehr als 60 Forscher aus zahlreichen Ländern haben zur wissenschaftlichen Aufarbeitung und historischen Einordnung beigetragen, so die Aussendung.
- Themenfokus nach 1945: Der Abschlussband widmet sich laut Mitteilung Fragen der Rückkehr in das zivile Leben, dem Scheitern von Integration sowie den Langzeitfolgen von Haft und Gewalt.
- Gedächtnisarbeit: Analysiert werden die Rolle ehemaliger Häftlinge und ihrer Organisationen bei der Herausbildung europäischer Erinnerungskulturen sowie die Veränderungen des Gedenkens über mehrere Generationen.
Diese Punkte geben nach Verlagsangaben einen Überblick über die empirischen und thematischen Bausteine, mit denen der Band die Forschung zur Geschichte der Überlebenden des Mauthausen-Komplexes erweitert.
FAQ zum Band »Mauthausen überleben und erinnern«
Was ist »Mauthausen überleben und erinnern«?
»Mauthausen überleben und erinnern« ist laut Mitteilung der vierte und abschließende Band der wissenschaftlichen Reihe Europa in Mauthausen im Böhlau Verlag. Der Band bündelt Beiträge, die das Leben der Überlebenden des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen nach 1945 in den Blick nehmen.
Auf welcher Forschung basiert der Band?
Der Band entstand aus einem langjährigen internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung von Gerhard Botz und baut laut Aussendung auf dem Mauthausen Survivors Documentation Project sowie dem Mauthausen Survivors Research Project auf. Grundlage sind umfangreiche lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden.
Wie viele Interviews liegen der Publikation zugrunde?
Die Mitteilung nennt über 850 Audio- und Videointerviews, die in 18 Sprachen geführt wurden. Diese Interviews mit ehemaligen Häftlingen aus Europa, Israel sowie Nord- und Südamerika bilden die Basis der analytischen Beiträge.
Wer hat an der Aufarbeitung mitgewirkt?
Nach Angaben des Verlags haben mehr als 60 Forscher aus zahlreichen Ländern an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Interviews und ihrer historischen Einordnung mitgewirkt. Die Reihe vereint demnach internationale Expertise.
Welche Themenbereiche deckt der Abschlussband ab?
Der Abschlussband konzentriert sich laut Mitteilung auf die Zeit nach 1945. Behandelt werden Fragen der Rückkehr in das zivile Leben, Folgen von Haft, Gewalt und Verlust für die weiteren Lebenswege sowie die Bedingungen, unter denen Überlebende über ihre Erfahrungen sprechen konnten oder schwiegen. Zudem wird die Rolle ehemaliger Häftlinge bei der Herausbildung von Erinnerungskulturen analysiert.
Warum stellt der Verlag die Publikation als umfassend dar?
Die Aussendung beschreibt den Band als erstmals umfassende Geschichte der Überlebenden des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen und hebt die Verbindung von internationaler KZ-Forschung, Oral History sowie sozial- und kulturhistorischen Ansätzen hervor. In der Mitteilung wird das Werk zusätzlich mit der Formulierung »monumentale Publikation« (Carlo Moos, Neue Zürcher Zeitung) charakterisiert.
Quellen und Kontakt
Quelle: BRILL Österreich GmbH | Böhlau
Kontakt: Karin Gasch, Presse, Brill Österreich GmbH | Böhlau, Zeltgasse 1/6a, 1080 Wien. Telefon: +43 (0)1 330 24 27-344. E‑Mail: karin.gasch [at] boehlau-verlag.com
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