LieberLieber Software, Meisterdrucke, NWT und Frequentis wurden beim Exportpreis 2026 in der Sparte Information & Consulting ausgezeichnet. Die Preisträger zeigen, dass Österreichs Exportstärke längst nicht nur aus klassischen Industrieprodukten besteht.
Bei der feierlichen Exporters' Nite im Haus der österreichischen Wirtschaft in Wien ehrte die Wirtschaftskammer Österreich vier Preisträger des Exportpreises 2026; zudem wurde der Global Player Award vergeben.
Der Exportpreis in Gold ging an die LieberLieber Software GmbH aus Wien. Das Unternehmen ist ein international führender Spezialist für modellbasierte Software- und Systementwicklung. Die Software von LieberLieber macht jede Änderung transparent und verhindert, dass gefährliche Fehler unbemerkt bleiben. Mit Exportquoten von über 90 Prozent zählt das Unternehmen zu den international erfolgreichsten Spezialisten für Software-Engineering Österreichs.
Mit dem Exportpreis in Silber wurde Wolfgang Kanduth und sein Unternehmen MEISTERDRUCKE ausgezeichnet. Die Kunstdruckmanufaktur ist für Kunstreproduktionen in kompromissloser Museumsqualität bekannt und verbindet modernste Drucktechnologie mit sorgfältiger Handarbeit. Museen, Sammler:innen und Kunstkenner:innen aus Europa sowie zunehmend aus Fernmärkten wie Japan, Singapur, Australien und Kanada vertrauen auf die reproduzierbare Premiumqualität aus Kärnten. MEISTERDRUCKE weist einen Exportanteil von 90 Prozent auf.
Der Exportpreis in Bronze ging an die NWT (New Water Technology) OG aus Salzburg. Das Ingenieurbüro für Wasser- und Energietechnik verfügt über mehr als 30 Jahre internationale Erfahrung und unterstützt weltweit Projekte zur nachhaltigen Wasser- und Abwasseraufbereitung – von Machbarkeitsstudien über Simulationen bis zur Planung großer Anlagen. Besonders hervorgehoben wurde die Beteiligung an Projekten in Ländern wie Georgien, Indonesien, Jordanien, Ägypten und Vietnam. Mit einem Exportanteil von 99 Prozent zählt NWT zu den Hidden Champions der österreichischen Ingenieursdienstleistungen.
Mit dem Global Player Award wurde Frequentis ausgezeichnet. Das Wiener Hightech-Unternehmen ist weltweit führend in der Entwicklung und Bereitstellung von Kommunikations- und Informationssystemen für sicherheitskritische Anwendungen, insbesondere in der Luftfahrt und Flugsicherung. Frequentis-Technologien tragen laut WKÖ dazu bei, den Flugverkehr sicher und zuverlässig zu steuern.
Die WKÖ-Bundessparte Information & Consulting hob hervor, dass die ausgezeichneten Unternehmen die Bandbreite der wissensbasierten Dienstleistungswirtschaft zeigen. Bundesspartenobmann Markus Roth sagte: „Diese Exportchampions zeigen mit Innovationskraft, internationaler Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Geschäftsmodellen eindrucksvoll, wie gefragt und erfolgreich wissensbasierte Dienstleistungen und Technologien aus Österreich weltweit sind.“
Quelle: Wirtschaftskammer Österreich
Der Exportpreis der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ist kein reiner Branchenabend. Laut WKÖ wurden 2026 insgesamt 22 Unternehmen in sechs Haupt- und zwei Sonderkategorien prämiert. Eine unabhängige Expertinnen- und Expertenjury bewertet die Exporterfolge der vergangenen Jahre. Dadurch wird sichtbar, welche Geschäftsmodelle österreichischer Betriebe international funktionieren und welche Nischen besonders stark wachsen.
Der wirtschaftliche Hintergrund ist groß: Rund 64.300 österreichische Unternehmen exportierten zuletzt Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 281 Milliarden Euro. Gerade die Kategorie Information & Consulting erweitert das klassische Bild der Exportwirtschaft. Es geht nicht nur um Maschinen, Anlagen oder Rohstoffe, sondern um Software, Ingenieursleistungen, Beratung, technische Planung und hochspezialisierte Dienstleistungen.
Ein Softwaremodul, eine technische Simulation oder ein Beratungskonzept ist im Alltag weniger greifbar als ein Produkt aus einer Fabrikhalle. Trotzdem können solche Leistungen hohe Wertschöpfung erzeugen. LieberLieber Software zeigt das mit modellbasierter Systementwicklung, NWT mit Wasser- und Energietechnik, Meisterdrucke mit einer global skalierbaren Qualitätsnische und Frequentis mit sicherheitskritischer Kommunikationstechnologie.
Diese Breite erklärt, warum die Sparte Information & Consulting wirtschaftlich interessant ist. Viele dieser Unternehmen wachsen über Vertrauen, Spezialisierung und Referenzen. Sie müssen international nicht die billigsten Anbieter sein, sondern besonders zuverlässig, präzise oder innovativ. Für ein kleines Exportland wie Österreich ist genau diese Positionierung oft erfolgversprechender als reiner Preiswettbewerb.
Die Preisträger zeigen verschiedene Arten von Internationalisierung. LieberLieber adressiert komplexe Softwareentwicklung in sicherheitskritischen Systemen. Meisterdrucke bedient Museen, Sammlerinnen und Sammler mit reproduzierbarer Premiumqualität. NWT arbeitet an Wasser- und Abwasserprojekten in internationalen Entwicklungs- und Infrastrukturkontexten. Frequentis steht als Global Player für Anwendungen, bei denen Ausfallsicherheit weltweit entscheidend ist.
Gemeinsam ist diesen Unternehmen, dass sie nicht beliebige Standardleistungen exportieren. Sie lösen sehr konkrete Probleme für internationale Kundschaft. Genau dadurch entstehen starke Nischen. Der Begriff Hidden Champion passt besonders gut, wenn ein Unternehmen außerhalb der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist, aber in seinem Feld international eine wichtige Rolle spielt.
Der Exportpreis soll laut Veranstaltungsinformationen nicht nur Anerkennung bringen, sondern auch Sichtbarkeit, neue Kontakte und Aufmerksamkeit für die ausgezeichneten Unternehmen schaffen. Das ist gerade für spezialisierte Dienstleister wichtig. Wer hochkomplexe Leistungen verkauft, braucht Vertrauen und Referenzen. Eine öffentliche Auszeichnung kann helfen, diese Vertrauensbasis bei internationalen Partnern zu stärken.
Die Trophäe ist daher nicht nur ein Symbol für eine gelungene Exportgeschichte. Sie markiert Unternehmen, die ihre Nische so gut beherrschen, dass sie außerhalb Österreichs Nachfrage erzeugen. Für junge Fachkräfte, Kundinnen und Kunden sowie mögliche Partner ist das ein Signal: Hier arbeitet ein Betrieb, dessen Kompetenz international geprüft und wahrgenommen wird.
Im internationalen Dienstleistungsgeschäft zählen nachweisbare Referenzen besonders stark. Wer sicherheitskritische Software, Wassertechnik oder hochwertige Spezialprodukte einkauft, sucht Anbieter mit belastbarer Erfahrung. Eine Auszeichnung kann solche Referenzen nicht ersetzen, aber sie macht sie sichtbarer.
Wissensbasierte Exporte stärken einen Standort auf mehreren Ebenen. Sie schaffen qualifizierte Arbeitsplätze, ziehen Fachkräfte an und verbinden Unternehmen mit internationalen Innovationsnetzwerken. Außerdem können sie robuster sein als Geschäftsmodelle, die stark von einzelnen Rohstoffpreisen oder kurzfristigen Konsumtrends abhängen. Wer Spezialwissen verkauft, konkurriert über Kompetenz.
Der Exportpreis macht diese Leistungen öffentlich sichtbar. Das hilft den ausgezeichneten Unternehmen, ist aber auch ein Signal an Politik, Ausbildung und Nachwuchs: Österreichs Exportfähigkeit hängt nicht nur von bekannten Industriezweigen ab. Sie entsteht auch dort, wo kleine und mittelgroße Spezialisten eine internationale Nische klug besetzen.
Gold ging an die LieberLieber Software GmbH aus Wien, einen Spezialisten für modellbasierte Software- und Systementwicklung.
Silber erhielt Meisterdrucke Wolfgang Kanduth aus Kärnten, Bronze ging an NWT New Water Technology aus Salzburg. Frequentis wurde mit dem Global Player Award ausgezeichnet.
Sie zeigt, dass Österreichs Exportstärke nicht nur aus Warenproduktion besteht. Software, Ingenieurswissen, technische Planung und spezialisierte Dienstleistungen können weltweit sehr erfolgreich sein.
Nach Angaben der WKÖ bewertet eine unabhängige Expertinnen- und Expertenjury die Exporterfolge der vergangenen Jahre.