Rund 300 Branchenentscheider diskutierten in der Wiener Seestadt Marktzahlen, Regulierung und die Premiere des eCommerce Award
Beim eCommerce Day 2026 des Handelsverbands standen KI im Handel, internationale Wettbewerbsfragen und die ersten eCommerce Awards im Mittelpunkt.
Der eCommerce Day 2026 des Handelsverbandes versammelte vergangene Woche rund 300 Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen und europäischen Onlinehandelsbranche in der Eventlocation Ariana in der Wiener Seestadt. Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem Repräsentantinnen und Repräsentanten von eCommerce Europe, Temu, Otto, Niceshops, Lagerhaus und der Post.
Auf der Tagesordnung standen zentrale Themen des digitalen Handels: die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Konsum und Customer Journey, Fragen des internationalen Wettbewerbs inklusive einer diskutierten Paketsteuer sowie digitale Innovationen und Auszeichnungen für besonders gelungene Webshops. Der Kongress schloss mit der erstmaligen Verleihung des neuen eCommerce Award des Handelsverbands.
Der eintägige Kongress fand in der Eventlocation Ariana in der Wiener Seestadt statt und zog laut Veranstalter rund 300 Gäste an. Als Moderatoren, Referenten und Panelgäste waren Vertreter aus Handel, Logistik, Payment und Plattformwirtschaft präsent. Werner Sejka (Puls 4) moderierte die Veranstaltung, Handelsverbands-Präsident Stephan Mayer-Heinisch schloss den Kongress.
Der Handelsverband bezeichnet den eCommerce Day als den wichtigsten Kongress des Landes für Onlinehandel; Programmstationen umfassten Keynotes, Podiumsdiskussionen, Fireside Chats sowie eine Retail Innovation Session.
Ein inhaltlicher Höhepunkt war die Keynote von Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung) mit dem Titel "Aufmerksamkeit im Zeitalter von KI-Commerce". Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Konsumverhalten, Produktsuche und Kaufentscheidungen verändern, wenn Künstliche Intelligenz zunehmend selbst zum Einkaufsassistenten wird.
Von Gehlen riet, neue Entwicklungen nicht als Angriff auf eine natürliche Ordnung zu verstehen, sondern pragmatisch mit den vorhandenen Mitteln zu arbeiten und nicht auf Perfektion zu bestehen. Er fasste dies zusammen mit dem Bild: "Lerne mit dem zu kochen, was gerade im Kühlschrank ist!"
Marktdaten aus der eCommerce Studie 2026 wurden von Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) vorgestellt. Demnach stiegen die eCommerce-Ausgaben der Österreicherinnen und Österreicher im letzten Jahr um 3 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Beim Smartphone-Shopping wurde ein deutliches Plus von 32 Prozent ausgewiesen.
Weiter präsentierte Ziniel, dass bereits 10 Prozent der eCommerce-Ausgaben auf chinesische Anbieter entfallen und insgesamt 47 Prozent des Einkaufsvolumens ins Ausland abfließen. In der Aussendung weist der Handelsverband darauf hin, dass die Studie in Kürze über den Handelsverband erhältlich sein wird.
Unter dem Titel "Strategien für eCommerce-Erfolg im internationalen Wettbewerb" diskutierten Gero Furchheim (Präsident von eCommerce Europe), Lukas Mikolasek (Alza.at), Stephanie Reimann (Raiffeisen Ware Austria) und Peter Umundum (Vorstand der Österreichischen Post). Ein zentrales Thema war die geplante Paketsteuer, die in den Podiumsgesprächen durchwegs kritisch bis ablehnend beurteilt wurde.
Gleichzeitig rückten die Diskussionsteilnehmer auch Wachstumspotenziale österreichischer Unternehmen, etwa im Auslandsgeschäft, in den Fokus. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, betonte in der Aussendung die Bedeutung fairer Wettbewerbsbedingungen und die Stärkung heimischer Anbieter angesichts von Abflüssen in Richtung China: "Die aktuellen Zahlen zeigen, wie dynamisch sich der digitale Handel entwickelt. Gleichzeitig sehen wir, dass mittlerweile bereits 1,3 Mrd. Euro in Richtung China abfließen."
Auf einem Podium stellte sich mit Leonard Klenner erstmals ein Vertreter der Plattform Temu einer öffentlichen Diskussion mit Petra Leupold (VKI) und Harald Gutschi (Otto Austria). Laut der Veranstalteraussendung wies Klenner darauf hin, dass Temu trotz der Verhängung einer Geldbuße von 200 Mio. Euro durch die Europäische Kommission vor zwei Wochen die Ziele der EU-Gesetzgebung teile und an Compliance-Verbesserungen arbeite.
Petra Leupold und Harald Gutschi erkannten laut Bericht zwar Fortschritte an, sahen das Ziel jedoch bei weitem noch nicht erreicht.
Weitere Programmpunkte behandelten Generative Engine Optimization (GEO) und die Frage digitaler Sichtbarkeit. Kaspar Syzmanski (Search Brothers) betonte, dass Google-Konformität nach seiner Einschätzung weiterhin zentral für den Erhalt von Online-Traffic sei. Ana-Maria Achim (CRIF) erläuterte in der Veranstaltung, welchen Änderungsbedarf die neue EV-Verbraucherkreditrichtlinie für Online-Händler ab spätestens November 2026 bedeutet.
Im Bereich Payment diskutierten Stefanie Ahammer (Visa), Michael Bratl (Hobex) und Armin Weger (CEO Humanic und Shoe4You). Weger formulierte: "Kunden wollen nicht bezahlen sondern kaufen. Darum arbeiten wir permanent daran, die Reibung zu reduzieren. Im besten Fall soll man die Zahlung gar nicht merken."
Zum Abschluss des Kongresses wurde erstmals der neue eCommerce Award des Handelsverbands verliehen. Ausgezeichnet wurden Webshops, die laut Handelsverband durch besondere Leistungen in den Bereichen Benutzerfreundlichkeit, Vertrauen, technische Qualität und Customer Experience überzeugten.
In den unterschiedlichen Kategorien setzten sich die Unternehmen Hornbach, Kastner & Öhler, GymBeam und Gans gegen ein großes Feld an Einreichungen durch. Die bisherigen Trustmark Awards wurden als Exzellenzkategorie innerhalb des neuen eCommerce Award verankert; als Schirmherr dieser Kategorie fungiert der Logistikdienstleister Hermes. Alle Details zu den Awards und den Preisträgern sind laut Aussendung auf der Website des Handelsverbands verfügbar: Details zu den Awards.
Künstliche Intelligenz (KI) im Handel: KI bezeichnet in diesem Kontext Algorithmen und Systeme, die bei Produktsuche, Personalisierung oder als Einkaufsassistenten eingesetzt werden können. Im Kongress standen Fragen zur Veränderung der Customer Journey und zu praktischen Einsatzmöglichkeiten im Vordergrund.
Generative Engine Optimization (GEO): GEO ist ein Begriff, der im Kongress im Zusammenhang mit digitaler Sichtbarkeit genannt wurde. Referenten thematisierten Auswirkungen auf Suchmaschinen-Traffic und die Notwendigkeit von Konformität mit relevanten Plattformregeln.
Paketsteuer: In der Veranstaltung wurde eine geplante nationale Paketsteuer diskutiert; die Podiumsteilnehmer bewerteten diese Maßnahme laut Aussendung überwiegend kritisch bis ablehnend. Die genaue Ausgestaltung der genannten Paketsteuer war Gegenstand der Debatte, nicht Teil der Aussendung.
Trustmark Awards / eCommerce Award: Die Trustmark Awards wurden als Exzellenzkategorie in den neuen eCommerce Award integriert. Beide Bezeichnungen stehen laut Veranstalter für Auszeichnungen, die Aspekte wie Vertrauen, technische Qualität und Nutzerfreundlichkeit bewerten.
EV-Verbraucherkreditrichtlinie: Diese Richtlinie wurde im Kongress im Kontext von Änderungsbedarf für Online-Händler erwähnt. Referenten nannten November 2026 als maßgeblichen Zeitpunkt, ab dem Änderungen relevant werden sollen.
Der Handelsverband und mehrere Diskutanten verknüpften Marktzahlen mit politischen und wettbewerblichen Fragen: Marktanteilsverschiebungen durch neue Plattformmodelle sowie ein signifikanter Kaufkraftabfluss ins Ausland wurden in der Aussendung als Anlass genannt, über Rahmenbedingungen und fairen Wettbewerb zu sprechen. Rainer Will forderte in der Veranstaltung, dass Europa die richtigen Rahmenbedingungen finden müsse, um Innovation, Wettbewerb und Fairness zu vereinen und nationale Irrwege zu vermeiden.
Abschließend zog Präsident Stephan Mayer-Heinisch ein positives Fazit der Veranstaltung: "Ich gehe optimistisch nach Hause. Wir haben heute gesehen, wie viel Innovationskraft, Kreativität und unternehmerischer Mut im österreichischen und europäischen Handel steckt. Die präsentierten Lösungen zeigen, dass der Handel die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht nur bewältigt, sondern aktiv gestaltet."
Der Kongress wurde laut Aussendung vergangenen Donnerstag in der Eventlocation Ariana in der Wiener Seestadt abgehalten. Die Veranstaltung umfasste Keynotes, Podiumsdiskussionen, Fireside Chats und eine Retail Innovation Session.
Rund 300 Gäste aus Österreich und Europa nutzten die Veranstaltung. Genannte Teilnehmende und Redner in der Aussendung kamen unter anderem von eCommerce Europe, Temu, Otto, Niceshops, Lagerhaus und der Post.
Gemäß der Präsentation von Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) stiegen die eCommerce-Ausgaben in Österreich im letzten Jahr um 3 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Smartphone-Shopping wuchs demnach um 32 Prozent, 10 Prozent der Ausgaben entfallen auf chinesische Anbieter, und insgesamt fließen 47 Prozent des Einkaufsvolumens ins Ausland ab.
Der Handelsverband verlieh erstmals den eCommerce Award, mit dem Webshops ausgezeichnet wurden, die in Benutzerfreundlichkeit, Vertrauen, technischer Qualität und Customer Experience überzeugten. Gewinner in unterschiedlichen Kategorien waren Hornbach, Kastner & Öhler, GymBeam und Gans.
Mit Leonard Klenner war erstmals ein Vertreter von Temu auf einem Podium vertreten. Klenner verwies laut Aussendung darauf, dass Temu die Ziele der EU-Gesetzgebung teile und an Compliance-Verbesserungen arbeite; gleichzeitig wurde auf eine vor kurzem verhängte Geldbuße von 200 Mio. Euro durch die Europäische Kommission hingewiesen.
Der Handelsverband stellt laut Aussendung einen Nachbericht samt Fotos auf seiner Website zur Verfügung: Nachbericht und Fotos. Zudem sind Details zu den Awards auf der Presse-Seite des Handelsverbands abrufbar.
Quelle: Handelsverband Österreich. Weitere Informationen, Award-Details und der Nachbericht sind auf der Website des Handelsverbands verfügbar: .
Kontakt Handelsverband Österreich: Mag. Gerald Kühberger, Pressesprecher, Telefon: 01/4062236-77, E-Mail: gerald.kuehberger [at] handelsverband.at. Mag. Manuel Friedl, Senior Communications Manager, Telefon: 01/4062236-80, E-Mail: manuel.friedl [at] handelsverband.at.