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Wissenschaft

Digitaler Humanismus: CDH Vienna startet in Wien offiziell

Wien kündigt Gründung des Center for Digital Humanism an; Konferenz (24.–26. Juni) und EU-Projekt EUDHIT thematisieren digitale Grundfragen

24. Juni 2026
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Bei der „Digital Humanism Conference 2026“ wurde das Center for Digital Humanism (CDH) Vienna angekündigt. Partner sind vier Wiener Universitäten, Stadt und zwei Bundesministerien.

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Zum Auftakt der „Digital Humanism Conference 2026 – Orientation in turbulent times“ hat der Forschungsstandort Wien die Gründung des Center for Digital Humanism (CDH) Vienna bekanntgegeben. Erich Prem, Konferenzleiter und Obmann des Vereins zur Förderung des digitalen Humanismus, betonte in seinem Eingangsstatement: „In Zeiten großer Unsicherheit braucht Europa Orientierung.“ Die Konferenz findet vom 24. bis 26. Juni in der ÖAW statt und hatte laut Aussendung mehr als 120 internationale Expert*innen angekündigt.

Das CDH Vienna soll nach Angaben der Veranstalter die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft im Bereich des Digitalen Humanismus stärken. Parallel zur Konferenz wurde auch das in Wien koordinierte EU-Projekt The European Digital Humanism Initiative (EUDHIT) genannt, das sich laut Aussendung an Wissenschaft, Politik und Unternehmen richtet.

Center for Digital Humanism (CDH) Vienna im Überblick

Als Träger des neuen Zentrums nennen die Veranstalter die Universität Wien, die TU Wien, die Wirtschaftsuniversität Wien und die Central European University (CEU). Das CDH Vienna versteht sich in der Aussendung als „Drehscheibe und Facilitator“: Es werde große kooperative und interdisziplinäre Forschungs- und Praxisprojekte designen und durchführen, Kräfte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bündeln sowie Stakeholder aus Politik und Verwaltung beraten.

Die Forschercommunities verbleiben laut Mitteilung an den vier Trägeruniversitäten; das Zentrum koordiniert und ergänzt diese Strukturen und schaffe eine interdisziplinäre Plattform für Transfer und gesellschaftlichen Dialog. Bestehende Strukturen wie das Vienna Doctoral College on Digital Humanism sollen einen gemeinsamen Resonanzraum erhalten.

Die offizielle Gründung des CDH Vienna ist per 1. Juli 2026 geplant, die operative Arbeit soll im Herbst starten. Designierter Direktor ist Peter Knees, Professor für Informatik an der TU Wien und UNESCO-Chair for Digital Humanism; er wird einem Deputy Director und einer operativen Geschäftsführung zur Seite stehen. Nach Angaben der Aussendung liegt ein Wirtschaftsplan für die kommenden zehn Jahre vor.

Digital Humanism Conference 2026: Thema, Ort und Teilnehmer

Die Konferenz „Digital Humanism Conference 2026 – Orientation in turbulent times“ wurde vom 24. bis 26. Juni in den Räumen der ÖAW abgehalten. Erich Prem formulierte das Leitthema der Veranstaltung mit dem Hinweis, Europa brauche Orientierung angesichts großer Unsicherheit. Über 120 internationale Expert*innen aus unterschiedlichen Disziplinen haben sich laut Aussendung angemeldet, um Fragen der Künstlichen Intelligenz, digitaler Plattformen und datengetriebener Geschäftsmodelle zu diskutieren.

Die Organisatoren stellen in der Aussendung eine Verbindung zwischen technologischer Entwicklung und demokratischen, gesellschaftlichen Fragen her: Künstliche Intelligenz, digitale Plattformen und datengetriebene Geschäftsmodelle hätten Arbeitswelten verändert und griffen in persönliche Autonomie, demokratische Entscheidungsprozesse und gesellschaftliche Selbstbestimmung ein. Europa erlebe zudem wachsende Abhängigkeiten von außereuropäischen Technologien, was die digitale Souveränität des Kontinents herausfordere, heißt es in der Mitteilung.

Konsequenzen uneingeschränkter Macht

In der Aussendung wird die Keynote von Rumman Chowdhury, Gründerin von Humane Intelligence PBC und ehemalige U.S. Science Envoy for AI, zusammengefasst. Chowdhury berichtete demnach aus eigener Erfahrung: Bei Twitter leitete sie das Team META (Machine Learning Ethics, Transparency, and Accountability), das algorithmische Verzerrungen und toxische Sprache untersuchte, bis Elon Musk die Plattform Ende 2022 übernahm. In einem Essay in The Atlantic habe sie später beschrieben, wie Twitters Kultur erodierte und ihr Team aufgelöst wurde.

Chowdhury zieht aus diesen Erfahrungen die Schlussfolgerung, dass Selbstregulierung durch Technologiekonzerne nicht funktioniere und es echte, unabhängige Kontrolle brauche. Als Alternative stelle sie in der Aussendung ihre Organisation Humane Intelligence vor: Sie prüfe KI-Systeme gemeinsam mit einer breiten Öffentlichkeit, etwa durch community-getriebene Audits und öffentliche Bias Bounties, bei denen externe Fachleute gezielt nach Schwachstellen suchen. Chowdhury betont in der Mitteilung, Künstliche Intelligenz sei kein mysteriöses Phänomen, sondern Code, „von Menschen geschrieben, von Menschen überprüf- und korrigierbar“.

Angesichts der Entwicklungen in den USA weist die Keynote laut Aussendung auf die Frage an Europa hin, was der Kontinent tun könne und müsse. Mit dem Digital Services Act und dem AI Act habe Europa bereits wichtige gesetzliche Instrumente geschaffen, so die Mitteilung; es gehe nun darum, „nicht nur Regulierung einzufordern, sondern einen menschenzentrierten Gegenentwurf selbst aufzubauen“, zitiert die Aussendung Chowdhury.

Interdisziplinarität als Imperativ

Die beteiligten Rektoren machten bei der Pressekonferenz laut Aussendung deutlich, dass die großen Fragen der digitalen Revolution keiner einzelnen Disziplin oder Universität allein zu lösen seien. Interdisziplinarität und Kooperation würden angesichts der erwarteten gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen zum Imperativ erklärt.

In der Aussendung werden die jeweiligen Schwerpunkte der vier Trägeruniversitäten genannt: Die Universität Wien bringe renommierte Geistes- und Sozialwissenschaften ein, die TU Wien liefere tiefgreifendes Technikverständnis und Methoden, die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) liefere ökonomische Perspektiven und Fragen zu Wertschöpfung und Verantwortung, und die Central European University (CEU) steuere Forschungsschwerpunkte zu Demokratie, Ungleichheit, Governance, Ethik und Philosophie bei.

Zu den zitierten O-Tönen gehören Aussagen von Verantwortlichen wie Sebastian Schütze (Rektor Universität Wien), Jens Schneider (Rektor TU Wien), Rupert Sausgruber (Rektor WU Wien) und Carsten Q. Schneider (interimistischer Präsident und Rektor der CEU), die laut Mitteilung das CDH als Ort für die Verbindung von technischer Expertise, geistes- und sozialwissenschaftlicher Einordnung sowie ökonomischer Perspektive beschreiben.

Begriffe und Institutionen erklärt

Digitaler Humanismus

In der Aussendung wird Digitaler Humanismus als ein in Wien maßgeblich entwickelter Rahmen beschrieben, der technologische Entwicklung mit demokratischen Werten, gesellschaftlicher Verantwortung und europäischer Handlungsfähigkeit verbinden soll. Ziel sei nicht die Ablehnung technologischen Fortschritts, sondern eine aktive Gestaltung.

The European Digital Humanism Initiative (EUDHIT)

Das laut Aussendung in Wien koordinierte EU-Projekt EUDHIT richtet sich an Wissenschaft, Politik und Unternehmen. EUDHIT soll Fortschritte in Richtung einer verantwortungsvollen Digitalisierung sichtbar und messbar machen, Investitionen in vertrauenswürdige digitale Technologien stärken und das Bewusstsein für die gesellschaftliche Bedeutung digitaler Innovationen in ganz Europa fördern.

Digital Services Act und AI Act

Die Aussendung nennt den Digital Services Act und den AI Act als europäische gesetzliche Instrumente, die bereits geschaffen worden seien. In der Keynote wird auf diese Instrumente verwiesen, wenn die Frage gestellt wird, wie Europa auf Entwicklungen in den USA reagieren könne.

Vienna Doctoral College on Digital Humanism

Das Vienna Doctoral College on Digital Humanism wird in der Mitteilung als bestehende Struktur genannt, die durch das CDH Vienna einen gemeinsamen Resonanzraum erhalten soll. Forscherinnen und Forscher verbleiben an ihren Universitäten, das Zentrum koordiniert und ergänzt diese Arbeit.

Community-getriebene Audits und Bias Bounties

Als Beispiele für Prüfverfahren nennt die Aussendung community-getriebene Audits und öffentliche Bias Bounties. Diese Formate beschreibt Rumman Chowdhury in ihrem Beitrag als Wege, KI-Systeme gemeinsam mit einer breiten Öffentlichkeit zu prüfen und externe Fachleute gezielt nach Schwachstellen suchen zu lassen.

Was die Gründung praktisch umfassen soll

Die Aussendung listet mehrere Bereiche auf, in denen das CDH Vienna aktiv werden soll. Dazu gehören unter anderem:

  • Design und Durchführung großer kooperativer und interdisziplinärer Forschungs- und Praxisprojekte
  • Bündelung von Kräften aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
  • Beratung von Stakeholdern aus Politik und Verwaltung
  • Veröffentlichung wissenschaftlicher Positionen zu Forschung, Technologie und Regulierung
  • Zusammenarbeit mit Initiativen für Digitalen Humanismus in anderen Ländern sowie internationale Konferenzen und Fellowship-Programme

Die Stadt Wien habe laut Aussendung das Zentrum im Regierungsprogramm verankert und beteilige sich „in den kommenden Jahren erheblich an Aufbau und Betrieb“. Zudem werden die beiden Bundesministerien für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) und für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) als Unterstützer genannt.

FAQ zum CDH Vienna und zur Konferenz

Wann und wo fand die Konferenz statt?

Die „Digital Humanism Conference 2026 – Orientation in turbulent times“ fand laut Aussendung vom 24. bis 26. Juni in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) statt. Bei der Pressekonferenz wurden zentrale Programmpunkte und die Gründung des CDH Vienna bekanntgegeben.

Wer sind die Träger des CDH Vienna?

Als Träger nennen die Veranstalter die Universität Wien, die TU Wien, die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und die Central European University (CEU). Diese vier Hochschulen sollen ihre Forschergemeinschaften an den jeweiligen Universitäten belassen; das Zentrum übernimmt Koordinations- und Transferaufgaben.

Wer leitet das neue Zentrum?

Designierter Direktor ist Peter Knees, Professor für Informatik an der TU Wien und UNESCO-Chair for Digital Humanism. Er soll laut Aussendung von einem Deputy Director und einer operativen Geschäftsführung unterstützt werden.

Wann beginnt die Arbeit des CDH Vienna?

Die offizielle Gründung ist laut Mitteilung zum 1. Juli 2026 vorgesehen; die operative Arbeit soll im Herbst starten. Außerdem wird ein Wirtschaftsplan für die kommenden zehn Jahre genannt.

Welche Rolle spielt die Stadt Wien?

Veronica Kaup-Hasler, amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, wird in der Aussendung mit der Aussage zitiert, die Stadt habe das Zentrum im Regierungsprogramm verankert und beteilige sich „in den kommenden Jahren erheblich an Aufbau und Betrieb“.

Was ist EUDHIT?

Das in Wien koordinierte EU-Projekt The European Digital Humanism Initiative (EUDHIT) richtet sich laut Mitteilung an Wissenschaft, Politik und Unternehmen. EUDHIT soll Fortschritte in Richtung einer verantwortungsvollen Digitalisierung sichtbar und messbar machen sowie Investitionen in vertrauenswürdige digitale Technologien stärken.

Quellen und Kontakt

Die Informationen basieren auf einer Aussendung des Vereins zur Förderung des digitalen Humanismus. Weiterführende Informationen finden sich auf der Website der Konferenz: dighum.wien und auf der Projektseite eudhit.eu. Weitere Angaben des Vereins sind unter digitalhumanism.at abrufbar. Eine Aufzeichnung des Livestreams der Pressekonferenz ist laut Aussendung unter https://events.streaming.at/pressekonferenz-digitaler-humanismus-20260624 verfügbar; eine Fotogalerie wurde über https://www.apa-fotoservice.at/galerie/40014 bereitgestellt.

Kontakt laut Aussendung: Verein zur Förderung des digitalen Humanismus, Mag. Therese Aigner, Press Coordination, E-Mail: press [at] dighum.wien, Website: https://dighum.wien.

Schlagworte

#Digitaler Humanismus#CDH Vienna#Künstliche Intelligenz#EUDHIT#Wien#Fotogalerie#Demokratie#Digitalisierung#Bild#Gesellschaft#Grundrechte#Innovationen

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