Die geplanten Budgetkürzungen bei den Universitäten stießen gestern in Salzburg auf breiten Widerstand: Universität Salzburg, Universität Mozarteum und die Hochschüler:innenschaften riefen zu einer gemeinsamen Demonstration auf.
Die geplanten Budgetkürzungen bei den Universitäten stießen gestern in Salzburg auf breiten Widerstand: Universität Salzburg, Universität Mozarteum und die Hochschüler:innenschaften riefen zu einer gemeinsamen Demonstration auf, nach Veranstalterangaben marschierten über 2.500 Personen vom Kapitelplatz zum Mirabellplatz.
Die Universität Salzburg, die Universität Mozarteum sowie die Hochschüler:innenschaften haben gemeinsam zu einer Demonstration in der Salzburger Altstadt aufgerufen. Nach Schätzungen der Veranstalter marschierten über 2.500 Studierende, wissenschaftliches Personal sowie Verwaltungspersonal vom Kapitelplatz zum Mirabellplatz.
Auslöser der Proteste sind die aktuellen Budgetplanungen der Bundesregierung: Für 2025 bis 2027 stehen den Universitäten rund 16,5 Milliarden Euro zur Verfügung, für 2028 bis 2030 wird eine Reduktion auf rund 15,5 Milliarden Euro diskutiert. Rektorate und Interessenvertretungen fordern hingegen eine Aufstockung auf mindestens 18 Milliarden Euro, um Qualität in Lehre und Forschung langfristig zu sichern.
Die Universitäten warnen vor spürbaren Folgen möglicher Einschnitte. Genannt werden unter anderem überfüllte Lehrveranstaltungen, ein reduziertes Studienangebot sowie Einschränkungen bei Forschung und Personal. Auch der internationale Wettbewerb um Talente und wissenschaftliche Exzellenz würde darunter leiden.
Marie Stenitzer, Raphaela Vitzthum und Maja Münch vom Vorsitzteam der ÖH Uni Salzburg sowie ÖH-Vorsitzende der Universität Mozarteum Andrea Lienbacher nutzten die Abschlusskundgebung für einen Appell an die Bundesregierung: „Denn die Frage ist nicht, ob wir uns gute Bildung leisten können. Die eigentliche Frage ist: Können wir es uns leisten, darauf zu verzichten? Können wir es uns leisten, eine Generation von Studierenden mit schlechten Bedingungen, Unsicherheit und Überlastung alleine zu lassen? Können wir es uns leisten, Forschung, Wissenschaft und kritisches Denken zu schwächen? Die Antwort darauf muss klar sein: Nein.“
Rektor Bernhard Fügenschuh von der Universität Salzburg betonte: „Universitäten spielen eine zentrale Rolle für eine funktionierenden Wirtschaft: Sie bringen hervorragend ausgebildete Fachkräfte hervor und treiben durch ihre Forschung Innovationen voran. Am Standort arbeiten wir eng und partnerschaftlich mit anderen Hochschulen zusammen. Salzburg muss weiterhin eine starke Universitätsstadt bleiben. Dafür brauchen wir eine geeinte Stimme, um unsere Position in Verhandlungen zu stärken. Unsere Verantwortung für den Universitätsstandort ist groß und wir nehmen sie ernst.“
Mozarteum-Rektorin Constanze Wimmer sagte: „Salzburg atmet Kunst und Kultur durch jede Pore – das spüre ich, seit ich am 1. April hier begonnen habe. Deshalb kommen internationale Gäste hierher, deshalb strahlt Salzburg weit über die Landesgrenzen hinaus. Unsere Universität, die jungen Menschen, die uns ihre Begabung anvertrauen, sind dafür der zentrale Motor. Kürzungen im dargebotenen Ausmaß schneiden tief ins Fleisch der österreichischen Wirtschaft, auch der Kulturwirtschaft. Die Art, wie die Regierung derzeit mit uns spricht, zeigt deutlich, dass es kein Verständnis dafür gibt, was Kunst, Bildung und Wissenschaft für unsere Demokratie bedeuten – und für das Zusammenleben in Österreich. Dagegen protestieren wir, dagegen erheben wir unsere Stimmen. Solange, bis wir auch gehört werden!“
Bereits am Mittwoch demonstrierten in Wien an die 28.000 Menschen gegen die geplanten Einsparungen. Die Proteste wurden am Donnerstag an den Universitätsstandorten Salzburg, Graz, Linz und Klagenfurt fortgesetzt. Vertreter:innen der Universitäten betonen die gesellschaftliche Bedeutung einer ausreichenden Finanzierung der Universitäten. Sie seien zentrale Orte für Bildung, Innovation und gesellschaftliche Entwicklung. Die endgültige Budgetzuteilung erfolgt erst im Oktober.