Kontrollierte Sicherungsmaßnahmen am Reitbauernberg und Kreuzberg ab Juni 2026
Die Burghauptmannschaft Österreich will zwei alte Stollenanlagen in Amstetten dauerhaft stabilisieren. Der Artikel erklärt Ablauf, Hintergrund und Quellenlage.
Die Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) will zwei alte Stollenanlagen in Amstetten dauerhaft sichern. Betroffen sind die unterirdischen Anlagen am Reitbauernberg und am Kreuzberg. Nach den veröffentlichten Projektinformationen geht es nicht um eine touristische Öffnung, sondern um Gefahrenprävention: Die Hohlräume sollen kontrolliert verfüllt werden, damit der Untergrund in angrenzenden Wohngebieten und im Bereich öffentlicher Infrastruktur langfristig stabil bleibt.
Der konkrete Anlass ist der bauliche Zustand der Anlagen. Die BHÖ beschreibt einen fortschreitenden Verfall und natürliche Veränderungen im Inneren der Stollen. Laut den Projektinformationen wurden die Stollen in den vergangenen Jahren geologisch und bautechnisch untersucht, unter anderem mit Laserscanning. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stützen die Entscheidung, die Anlagen nicht bloß zu beobachten, sondern aktiv zu stabilisieren.
Unterirdische Altanlagen sind für Städte und Gemeinden eine besondere Herausforderung. An der Oberfläche können Wohnhäuser, Straßen, Leitungen oder Grünflächen normal wirken, während darunter alte Hohlräume liegen, deren Zustand sich über Jahrzehnte verändert. Wenn Tragfähigkeit, Feuchtigkeit, Gesteinsschichten oder Einbauten nicht mehr zuverlässig beurteilt werden können, steigt das Risiko von Setzungen oder lokalen Einbrüchen. Die in Amstetten geplante Verfüllung soll genau dieses Risiko reduzieren.
Die Stadtgemeinde Amstetten hatte bereits Ende 2025 über die geplante dauerhafte Sicherung informiert. Dort wird das Projekt als kontrollierte Verfüllung der Anlagen am Reitbauernberg und Kreuzberg beschrieben. Die BHÖ tritt dabei als Eigentümervertreterin für die Republik Österreich auf. Dass Bund, Stadt und Fachplaner zusammenarbeiten müssen, ist bei solchen Projekten typisch: Die Zuständigkeit für das Objekt liegt nicht automatisch bei jener Gemeinde, auf deren Gebiet es sich befindet.
Ein zentrales Detail des Vorhabens ist, dass die Arbeiten aus Sicherheitsgründen oberirdisch durchgeführt werden sollen. Das bedeutet: Die Stollen werden nicht im klassischen Sinn von innen saniert. Stattdessen sollen entlang einer Strecke von rund 1.600 Laufmetern etwa 150 Bohrlöcher gesetzt werden. Über diese Bohrungen kann geeignetes Material in die unterirdischen Hohlräume eingebracht werden.
Der Ablauf ist damit deutlich technischer, als der Begriff „Zuschütten“ vermuten lässt. Zunächst müssen Bohrpunkte festgelegt und vorbereitet werden. Anschließend werden Erkundungs- und Verfüllbohrungen hergestellt, ausgebaut und für die Materialeinbringung genutzt. Begleitende Kontrollen sollen zeigen, ob die Verfüllung an den richtigen Stellen ankommt und die gewünschte Stabilisierung erreicht. Laut den bisherigen Projektangaben umfasst die Umsetzung auch Beweissicherung an Gebäuden, Grundstücken und öffentlichen Flächen sowie die spätere Wiederherstellung betroffener Oberflächen.
Kontrollierte Verfüllung bedeutet, dass unterirdische Hohlräume planmäßig, dokumentiert und mit geeignetem Material stabilisiert werden. Es geht nicht darum, beliebiges Material einzubringen. Fachleute prüfen vorab Lage, Zustand und Erreichbarkeit der Hohlräume. Danach wird die Verfüllung so geplant, dass das Material die Hohlräume möglichst gezielt ausfüllt und der Untergrund tragfähiger wird. Für Anrainerinnen und Anrainer ist vor allem wichtig, dass die Maßnahmen nachvollziehbar sind und die Auswirkungen auf Grundstücke, Gebäude und Wege dokumentiert werden.
Laserscanning spielt in solchen Projekten eine wichtige Rolle, weil damit unterirdische Geometrien und Veränderungen genauer erfasst werden können. Es liefert nicht automatisch eine fertige Lösung, schafft aber eine bessere Grundlage für Bauingenieurinnen, Geologen und Projektverantwortliche. Gerade bei alten Stollen ist das relevant, weil Pläne aus der Entstehungszeit fehlen, unvollständig sind oder nicht mehr exakt zur heutigen Situation passen können.
Die BHÖ ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus. Ihre Kernaufgabe ist die Erhaltung und Bewirtschaftung des baukulturellen Erbes der Republik Österreich. Dazu zählen bekannte Gebäude und Liegenschaften wie Hofburg, Belvedere oder Schloss Ambras, aber auch weniger sichtbare Objekte und Anlagen, die aus historischen oder rechtlichen Gründen im Verantwortungsbereich der Republik liegen.
Für Amstetten ist dieser Zusammenhang wichtig, weil er erklärt, warum eine Bundesdienststelle ein lokales Sicherungsprojekt umsetzt. Die Stollen werden nicht wegen ihres Nachrichtenwerts betreut, sondern weil sie als Liegenschaft beziehungsweise Anlage in die Verantwortung der Republik fallen. Die BHÖ muss dabei technische Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Denkmalschutz- und Liegenschaftsfragen sowie die Interessen der betroffenen Bevölkerung zusammenführen.
Für Bewohnerinnen und Bewohner in betroffenen Bereichen sind drei Punkte entscheidend: erstens die Beweissicherung vor den Bauarbeiten, zweitens klare Informationen über Zufahrten, Lärm und zeitweise Einschränkungen, drittens transparente Ansprechpartner während der Umsetzung. Die Stadtgemeinde Amstetten und die BHÖ haben in ihren Informationen bereits auf Bürgerdialog und eine Ombudsstelle verwiesen. Kontaktangaben sollten dabei aus Sicherheits- und Datenschutzgründen nicht als klickbare Mail- oder Telefonlinks in Nachrichtenartikeln eingebettet werden; maßgeblich sind die jeweils aktuellen offiziellen Projektseiten.
Die geplante Bauzeit wird in den Projektinformationen mit mehreren Monaten beschrieben. Das ist bei Verfüllprojekten plausibel, weil Vorarbeiten, Bohrungen, Materialeinbringung, Kontrollen und Wiederherstellung nicht in einem Schritt erledigt sind. Für die öffentliche Bewertung ist deshalb weniger der einzelne Starttermin entscheidend als die Frage, ob die Arbeiten technisch sauber dokumentiert und die betroffenen Grundstücke nach Abschluss wiederhergestellt werden.
Welche Anlagen sind betroffen?
Nach den offiziellen Informationen geht es um zwei Stollenanlagen am Reitbauernberg und am Kreuzberg in Amstetten.
Warum wird verfüllt statt geöffnet oder saniert?
Die veröffentlichten Projektinformationen sprechen von zunehmender Instabilität und Gefahrenprävention. Eine kontrollierte Verfüllung kann Hohlräume stabilisieren, ohne Menschen unnötig in unsichere Bereiche zu bringen.
Wie viele Bohrungen sind geplant?
Die BHÖ nennt rund 150 Bohrlöcher entlang einer Strecke von etwa 1.600 Laufmetern. Über diese Bohrungen soll das Verfüllmaterial eingebracht werden.
Ist das ein lokales oder ein Bundesprojekt?
Beides spielt zusammen. Die Arbeiten betreffen Amstetten, werden aber von der Burghauptmannschaft Österreich als Vertreterin der Republik Österreich geplant und umgesetzt.
Bei der Sicherung alter Stollen entsteht der Nachrichtenwert oft nicht durch sichtbare Baustellenbilder, sondern durch vorbeugende Risikoreduktion. Wenn eine Maßnahme erfolgreich ist, passiert später möglichst wenig: keine Setzungen, keine überraschenden Sperren, keine Schäden an Gebäuden und keine ungeklärten Zuständigkeiten. Genau deshalb sind technische Details wie Beweissicherung, Bohrpunkte, Materialwahl und Qualitätskontrolle für die Beurteilung wichtiger als große Ankündigungen.
Auch die Kommunikation mit der Bevölkerung ist Teil der Sicherheitslogik. Anrainerinnen und Anrainer müssen wissen, ob ihr Grundstück betroffen sein könnte, wann Vorarbeiten stattfinden und wie dokumentiert wird, in welchem Zustand Gebäude und Flächen vor Baubeginn waren. Solche Informationen ersetzen keine individuelle Bauberatung, helfen aber, Gerüchte zu vermeiden und die Maßnahme nachvollziehbar zu machen. Für die öffentliche Berichterstattung ist daher wichtig, offizielle Projektseiten zu verlinken und keine ungesicherten Zeitpläne oder Kontaktwege zu erfinden.
Betroffen sind zwei unterirdische Anlagen am Reitbauernberg und am Kreuzberg. Die BHÖ beschreibt sie als Stollenanlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Die Arbeiten sollen aus Sicherheitsgründen von oben erfolgen. Über Bohrungen wird Verfüllmaterial eingebracht, damit Menschen nicht in instabile Hohlräume einfahren müssen.
Die wichtigsten Details stammen von der Burghauptmannschaft Österreich und der Stadtgemeinde Amstetten. Ergänzend erklärt die BHÖ ihre Zuständigkeit für baukulturelles Erbe und Liegenschaften der Republik.