Gesundheit

Asbest-Funde in Burgenland: Sieben Ausflugsziele belastet

Greenpeace meldet Asbest-Schotter bei Burgen, Wanderwegen und Freizeitanlagen – Forderung nach Sanierung und Hilfsgeldern aus dem Katastrophenfonds

28. Juli 2026

Greenpeace hat an sieben beliebten Orten im Burgenland hohe Asbestgehalte nachgewiesen und fordert rasche Sanierungen sowie Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds.

Greenpeace hat nach Hinweisen aus der Bevölkerung an sieben beliebten Ausflugszielen im Burgenland eine hohe Belastung mit asbesthaltigem Schotter festgestellt. Zu den betroffenen Orten zählen unter anderem die Burg Lockenhaus, die Friedensburg Schlaining und die Aussichtswarte Geschriebenstein; zudem sind zwei Wanderwege sowie Parkplätze und Innenhöfe betroffen. Die Organisation beruft sich auf Laboranalysen, die Asbestgehalte von bis zu 50 Prozent ausweisen.

In der Aussendung fordert Greenpeace rasche Sanierungen und Sofortmaßnahmen auf den betroffenen Flächen. Zusätzlich verlangt Greenpeace, dass Kanzler Stocker Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds für die notwendigen Sanierungen bereitstellt. Die Umweltorganisation kritisiert zugleich das Land Burgenland und die dortige Asbest-Taskforce unter der Leitung von Dr. Hans-Peter Hutter und fordert weitergehende Maßnahmen.

Greenpeace-Funde an sieben Ausflugszielen im Burgenland

Nach Angaben von Greenpeace wurden die Proben nach Hinweisen aus der Bevölkerung genommen und analysiert. Die betroffenen Orte umfassen den Burgparkplatz und die Innenhöfe der Friedensburg Schlaining sowie zwei nahegelegene Wanderwege. Weitere Funde gab es am Parkplatz und Innenhof der Burg Lockenhaus, am Burgseeparkplatz nahe der Burg Lockenhaus, auf einer Schotterfläche vor der Aussichtswarte Geschriebenstein in der Gemeinde Rechnitz und auf dem Gelände eines Freizeitunternehmens im Südburgenland.

Greenpeace hat die betroffenen Eigentümer und Betreiber informiert. Das Freizeitunternehmen im Südburgenland hat laut Greenpeace eine Sanierung zugesagt. Die Eigentümer der Burg Lockenhaus haben Schutzmaßnahmen angekündigt: Sperrung des betroffenen Bereichs, Befeuchtung bei Trockenheit und Prüfung einer Sanierung. Für die Friedensburg Schlaining, die sich im Besitz der Landesholding Burgenland befindet, sei die Asbestbelastung laut Greenpeace seit Ende Juni offiziell bekannt, es seien bislang jedoch keine Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter oder Besucher gesetzt worden.

Laboranalysen: Asbestgehalte bis zu 50 Prozent

Greenpeace verweist auf Laborberichte, die der Organisation zufolge hohe Asbestgehalte in den untersuchten Schotterproben nachweisen. In der Aussendung heißt es, die Ergebnisse der Laboranalysen wiesen allesamt hohe Asbestgehalte von bis zu 50 Prozent auf. Greenpeace stellt diese Zahlen als zentrale Grundlage für die Forderungen nach Sanierung und Sofortmaßnahmen heraus.

Das Factsheet, die Laborberichte und die Fotos hat Greenpeace laut Aussendung veröffentlicht. Die Materialien werden von der Organisation als Grundlage für weitergehende Forderungen und die Kommunikation mit den zuständigen Behörden und Betreibern genannt.

Forderung an Kanzler Stocker: Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds

In der Pressemitteilung fordert Greenpeace Kanzler Stocker auf, rasch Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds bereitzustellen, damit notwendige Sanierungen finanziert werden können. Außerdem verlangt Greenpeace die dauerhafte Schließung der Asbest-Steinbrüche sowie deren Umwandlung in Asbestdeponien.

Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler wird in der Aussendung mit einer kritischen Einschätzung zitiert: "Bei Rekordhitze und Trockenheit ist Asbest-Schotter höchst gefährlich, weil sich krebserregende Fasern sehr leicht lösen. Es ist untragbar, dass Mitarbeitende und Besuchende von vielen burgenländischen Ausflugszielen diesem Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Die betroffenen Flächen müssen rasch saniert werden. Als sofortige Schutzmaßnahmen müssen die Flächen gesperrt oder bei Trockenheit befeuchtet werden."

Asbest-Taskforce, Land Burgenland und Landesholding Burgenland

Greenpeace übt in der Mitteilung explizit Kritik an der Asbest-Taskforce des Landes Burgenland, die von Dr. Hans-Peter Hutter geleitet wird. Nach Darstellung der Umweltorganisation lasse die Taskforce weitergehende Suchmöglichkeiten wie Lieferlisten ungenutzt und überlasse Gemeinden, Betriebe sowie Menschen die Sanierungskosten.

Die Friedensburg Schlaining wird in der Aussendung als Eigentum der Landesholding Burgenland genannt. Greenpeace stellt fest, dass die Belastung dort seit Ende Juni bekannt ist und bemängelt das Fehlen von Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher.

Betroffene Flächen und mögliche Kontaminationswege

In der Greenpeace-Mitteilung heißt es, dass Asbest im Schotter besonders bei Trockenheit ein hohes Schadstoffpotenzial habe. Schon eine geringe Belastung könne laut Greenpeace ausreichen, um krebserregende Fasern freizusetzen. Weiter nennt Greenpeace die Möglichkeit der Verschleppung von Asbestfasern in Innenräume und Autos über Schuhsohlen und berichtet, dass Anrainer Laborbefunde vorgelegt hätten, die Asbestfasern im Hausstaub, auf Außenjalousien und in Autos nachwiesen.

Greenpeace nennt Trockenheit und Rekordhitze als Kontextfaktoren, die das Risiko einer Freisetzung von Asbestfasern erhöhen können, und fordert daher kurzfristige Schutzmaßnahmen wie Sperrungen oder Befeuchtung der Flächen, bis Sanierungen durchgeführt sind.

Zugesagte Schutzmaßnahmen von Burg Lockenhaus und Freizeitunternehmen

Laut Greenpeace haben einige Betroffene bereits reagiert: Das Freizeitunternehmen im Südburgenland habe eine Sanierung zugesagt; die Eigentümer der Burg Lockenhaus hätten Schutzmaßnahmen angekündigt, darunter Sperrungen, Befeuchtung bei Trockenheit und die Prüfung einer Sanierung. Für die Friedensburg Schlaining stellt Greenpeace fest, dass trotz Bekanntheit der Belastung bislang keine Schutzmaßnahmen gesetzt worden seien.

Greenpeace betont in der Mitteilung, dass die Betroffenen finanzielle Unterstützung benötigen, um die notwendigen Sanierungen durchführen zu können. Vor diesem Hintergrund richtet sich die Forderung an Kanzler Stocker, Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds freizugeben.

Begriffe erklärt: Asbest im Schotter, Katastrophenfonds, Asbest-Taskforce, Landesholding Burgenland, Asbest-Steinbrüche

Asbest im Schotter: In der Aussendung beschreibt Greenpeace Asbest-Schotter als Material, das Asbestfasern enthalten kann. Greenpeace betont, dass bei Trockenheit krebserregende Fasern leichter freigesetzt werden können und dass eine Verschleppung in Innenräume möglich ist.

Katastrophenfonds: Greenpeace fordert die Freigabe von Hilfsgeldern aus dem Katastrophenfonds durch Kanzler Stocker. In der Mitteilung wird der Fonds als mögliche Finanzquelle für die dringend benötigten Sanierungen genannt.

Asbest-Taskforce: In der Pressemitteilung wird die Asbest-Taskforce des Landes Burgenland genannt, die von Dr. Hans-Peter Hutter geleitet wird. Greenpeace kritisiert in diesem Zusammenhang, dass bestimmte Suchmöglichkeiten nicht genutzt würden.

Landesholding Burgenland: Die Friedensburg Schlaining befindet sich laut Greenpeace im Besitz der Landesholding Burgenland. Greenpeace stellt fest, dass die Belastung dort seit Ende Juni bekannt ist und bemängelt das Fehlen von Schutzmaßnahmen.

Asbest-Steinbrüche: Greenpeace fordert in der Aussendung die dauerhafte Schließung der Asbest-Steinbrüche und deren Umwandlung in Asbestdeponien. Die Organisation führt dies als Teil ihrer politischen Forderungen an.

Was bei Finanzierung und Schutzmaßnahmen laut Greenpeace offen bleibt

Offen bleibt laut Greenpeace insbesondere die Finanzierung der notwendigen Sanierungen. Die Organisation hebt hervor, dass die Kostenfrage noch nicht geklärt sei und dass deshalb Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds eine zentrale Rolle spielen könnten.

Greenpeace kritisiert zudem, dass weitergehende Suchmöglichkeiten wie Lieferlisten nicht genutzt würden, wodurch die Suche nach weiteren belasteten Flächen erschwert werde. Die Organisation fordert demnach eine intensivere Bestandsaufnahme und eine klare Regelung zur Kostenübernahme.

FAQ zu den Greenpeace-Befunden im Burgenland

Welche Orte sind laut Greenpeace betroffen?

Greenpeace nennt den Burgparkplatz und die Innenhöfe der Friedensburg Schlaining sowie zwei nahegelegene Wanderwege. Weitere betroffene Flächen sind der Parkplatz und Innenhof der Burg Lockenhaus, der Burgseeparkplatz nahe der Burg Lockenhaus, eine Schotterfläche vor der Aussichtswarte Geschriebenstein in Rechnitz sowie ein Freizeitunternehmen im Südburgenland.

Was zeigen die Laboranalysen?

Die Laboranalysen, auf die Greenpeace verweist, weisen der Mitteilung zufolge hohe Asbestgehalte in den Proben nach, mit Werten von bis zu 50 Prozent. Greenpeace verwendet diese Ergebnisse als Grundlage für die Forderung nach schnellen Sanierungen und Sofortmaßnahmen.

Wer wurde informiert und welche Zusagen gibt es?

Greenpeace hat den Mitteilung zufolge die betroffenen Eigentümer und Betreiber informiert. Ein Freizeitunternehmen im Südburgenland hat laut Greenpeace eine Sanierung zugesagt. Die Eigentümer der Burg Lockenhaus haben laut Greenpeace Schutzmaßnahmen angekündigt, während für die Friedensburg Schlaining bisher keine Schutzmaßnahmen gesetzt worden seien.

Welche Sofortmaßnahmen empfiehlt Greenpeace?

In der Aussendung fordert Greenpeace als sofortige Schutzmaßnahmen die Sperrung der betroffenen Flächen oder deren Befeuchtung bei Trockenheit. Diese Maßnahmen werden in der Mitteilung als Zwischenlösungen genannt, bis Sanierungen durchgeführt werden.

Welche politischen Forderungen stellt Greenpeace?

Greenpeace fordert Kanzler Stocker auf, rasch Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds für die Betroffenen des Asbest-Skandals bereitzustellen. Zudem verlangt Greenpeace die dauerhafte Schließung der Asbest-Steinbrüche und deren Umwandlung in Asbestdeponien.

Wo sind die Berichte und Fotos verfügbar?

Greenpeace verweist in der Mitteilung auf ein Factsheet, die Laborberichte und Fotos, die laut Aussendung online zur Verfügung gestellt wurden. Die Organisation stellt diese Materialien zur redaktionellen Nutzung bereit.

Quellen und Kontakt

Quelle: Greenpeace Österreich. Das Factsheet, die Laborberichte und Fotos sind laut Greenpeace unter folgendem Link abrufbar: https://bit.ly/Ausflugsorte

Kontakt Greenpeace Österreich:
Stefan Stadler, Sprecher Investigativ-Team, Greenpeace Österreich, Tel.: +43 (0)664 183 2882, E-Mail: stefan.stadler [at] greenpeace.org
Annette Stolz, Leitung Pressearbeit, Greenpeace Österreich, Tel.: +43 (0)664 61 26 725, E-Mail: annette.stolz [at] greenpeace.org

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