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AK-Jugendstudie: Teuerung, Existenzsorgen und Abwanderung

Foresight-Institut befragte repräsentativ 14- bis 25‑Jährige in Kärnten; AK stellt Forderungen zu Wohnen, Verkehr, Bildung und psychischer Gesundheit.

22. Juni 2026
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Die AK-Jugendstudie „Sag uns, was geht“ zeigt: Teuerung und strukturelle Lücken belasten Kärnts 14‑ bis 25‑Jährige. AK Kärnten formuliert fünf Forderungen.

Die Arbeiterkammer Kärnten hat das Foresight Institut mit einer repräsentativen Jugendstudie beauftragt, die von Mitte Jänner bis Ende Februar 2026 per Online-Umfrage durchgeführt wurde. Die Untersuchung „Sag uns, was geht“ richtet sich an 14- bis 25‑Jährige im Bundesland und liefert nach Aussage der AK tiefe Einblicke in die Lebensrealität dieser Altersgruppe.

Die Leitbotschaft der Studie ist ambivalent: Grundsätzlich sei die Lebenszufriedenheit hoch – neun von zehn Befragten leben gerne in Kärnten – zugleich stoßen viele junge Menschen nach Angaben der Studie an „massive finanzielle und strukturelle Grenzen“. Die Ergebnisse werden in der Aussendung von AK-Vertretern als Grundlage für politische Forderungen und interne Maßnahmen dargestellt.

Studie „Sag uns, was geht“ im Überblick

Die Untersuchung wurde laut Aussendung vom Foresight Institut im Auftrag der Arbeiterkammer Kärnten durchgeführt und richtete sich an 14- bis 25‑Jährige in Kärnten. Als Zeitraum nennt die AK Mitte Jänner bis Ende Februar 2026; die Befragung erfolgte online und ist in der Aussendung als repräsentativ bezeichnet.

Die AK fasst die Kernergebnisse zusammen und zitiert dabei Studienleitung und AK-Vertreter, um Belastungen, Einschätzungen und Forderungen sichtbar zu machen. Die Darstellung in der Pressemitteilung enthält sowohl prozentuale Befunde zu Belastungen als auch Aussagen zu Engagement, Weiterbildungsbereitschaft und Vertrauen in die Interessenvertretung.

Teuerungen belasten Jugend massiv

Finanzielle Sorgen dominieren die Nennungen: Nach Angaben der Studie sind 35 Prozent mit ihrer aktuellen finanziellen Situation unzufrieden. Bei „fast jeder und jedem Fünften“ reiche das Einkommen nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken, heißt es in der Aussendung.

Die anhaltende Teuerung wirke sich direkt auf den Alltag aus: 48 Prozent der Befragten fühlten sich in den letzten zwölf Monaten durch die Kosten für Lebensmittel „ziemlich bis stark“ belastet. Auf den Folgeplätzen liegen die Kosten für Heizen und Strom mit 46 Prozent sowie die Wohnkosten mit 40 Prozent. Allgemeine Lebenshaltungskosten nannten 34 Prozent als Belastung, individuelle Zukunftssorgen 29 Prozent und Prüfungs‑ bzw. Leistungsdruck 19 Prozent.

Studienleiterin Martina Zandonella vom Foresight Institut wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Ganze 35 Prozent sind mit ihrer aktuellen finanziellen Situation unzufrieden; bei fast jeder und jedem Fünften reicht das Einkommen nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Zufriedenheit muss man sich leisten können.“

Existenzsorgen verdrängen globale Themen

Die Studie registriert laut AK überraschend geringe Alltagsrelevanz globaler Dauerfragen: Nur vier Prozent nannten den Klimawandel als alltägliche Betroffenheit, bei Zuwanderung sind es ein Prozent. In der Pressemitteilung führt die Studienleitung dies darauf zurück, dass finanzielle Existenzsorgen andere Themen in den Alltag drängen: „Wenn man kaum genug Geld zum Leben hat, werden andere, globale Themen zwangsläufig zweitrangig.“

Die anhaltende finanzielle Anspannung habe auch gesundheitliche Folgen: 30 Prozent der Jugendlichen berichten, dass es ihnen psychisch derzeit nicht gut gehe. Die Aussendung stellt diesen Befund in einen kurzen Zusammenhang: „Psychische Gesundheit ist untrennbar mit finanzieller und sozialer Sicherheit verbunden.“

Abwanderungsbereitschaft und strukturelle Gründe

Trotz hoher Heimatverbundenheit plant ein Teil der Befragten wegzuziehen: Jede und jeder Zehnte gibt an, einen Wegzug zu planen, wobei Studierende und junge Frauen laut Studie stärker betroffen sind. Gleichzeitig möchte jede und jeder Vierte unbedingt in der Heimatgemeinde bleiben. Unter den Wegzugswilligen sei die Mehrheit daran interessiert, Kärnten ganz zu verlassen, berichtet die AK.

Strukturelle Gründe werden als zentral genannt: AK-Präsident Goach wird in der Aussendung mit der Einschätzung zitiert: „Gesucht werden bessere Zukunftsaussichten bei Ausbildung und Arbeit sowie eine modernere Infrastruktur.“ Als konkrete Belastung nennt die Studie das Pendeln: Zwei Drittel der Befragten müssen zur Ausbildung oder Arbeit in eine andere Gemeinde pendeln. Unzufriedenheit bestehe mit dem regionalen Freizeitangebot, mit Weiterbildungsmöglichkeiten und mit dem Mangel an leistbarem Wohnraum.

Hohe Weiterbildungsbereitschaft, hohes Engagement

Die Aussendung hebt eine hohe Bereitschaft zur beruflichen Weiterentwicklung hervor: Unter den Erwerbstätigen wollen laut Studie 70 Prozent sich beruflich fortbilden. Daniel Weidlitsch, Abteilungsleiter Bildungspolitik, Jugend und Kultur, wird zitiert: „Die AK Kärnten unterstützt diesen Wissensdurst. Mit der AK-Akademie, maßgeschneiderten Bildungsberatungen sowie der Jugendmarke AK Young bieten wir den Menschen genau die Werkzeuge, die sie für die Arbeitswelt in Kärnten brauchen.“

Die Studie relativiert außerdem das Bild einer politikfernen Jugend. Das soziale Engagement sei hoch: Jugendliche engagieren sich in Sport-, Kultur- und religiösen Vereinen, in der Schule oder bei Blaulichtorganisationen. Goach betont in der Aussendung: „Das Engagement in Gewerkschaften, Betriebsräten und als Jugendvertrauensrat liegt mit zehn Prozent der Befragten hoch.“

Die AK fordert daher

  • den öffentlichen Wohnbau deutlich auszubauen, um leistbaren Wohnraum für junge Menschen langfristig zu sichern. Zusätzlich braucht es Starterwohnungen, die Jugendlichen einen leistbaren und unkomplizierten Einstieg in ein selbstständiges Leben ermöglichen.
  • den Ausbau des öffentlichen Verkehrs massiv voranzutreiben, um jungen Menschen verlässliche und leistbare Mobilität zu garantieren.
  • den Erhalt und Ausbau regionaler Bildungsangebote, damit Aus- und Weiterbildung für junge Menschen wohnortnah und verlässlich zugänglich bleibt.
  • Investitionen in die mentale Gesundheit Jugendlicher, insbesondere durch den Ausbau psychosozialer Unterstützungsangebote.
  • den Ausbau von Mitsprachemöglichkeiten und den Abbau rechtlicher Hürden bei den Jugendvertrauensratswahlen, um junge Stimmen wirksam zu stärken.

Begriffe und Institutionen erklärt

Foresight Institut: In der Aussendung ist das Foresight Institut die Einrichtung, die die Online-Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer Kärnten durchgeführt hat. Die Studienleitung (u. a. Martina Zandonella) wird in der Pressemitteilung als Quelle für die Interpretation der Zahlen zitiert.

Arbeiterkammer Kärnten (AK Kärnten): Die AK tritt in der Aussendung als Auftraggeberin der Studie und als Interessenvertretung auf, die die Ergebnisse für Forderungen und eigene Angebote (etwa AK-Akademie, AK Young) nutzt. AK-Präsident Goach wird in der Pressemitteilung mit Stellungnahmen und Forderungen zitiert.

AK-Akademie und AK Young: Beide Begriffe werden in der Aussendung als Bestandteile des AK-Angebots genannt: Die AK-Akademie sowie Bildungsberatungen und die Jugendmarke AK Young sind laut Aussendung Instrumente, mit denen die AK Kärnten Weiterbildungsinteresse und Bildungsangebote adressiert.

OGM-Vertrauensindex: In der Pressemitteilung wird der jährliche OGM-Vertrauensindex genannt; die AK Kärnten liegt darin laut Aussendung auf dem 5. Platz. Der Index wird in der Aussendung als Vergleichsgröße für das Vertrauen der Jugend in die AK herangezogen.

Zahlen und Belastungen aus der Studie

Wesentliche Prozentangaben aus der Aussendung auf einen Blick: 35 Prozent Unzufriedenheit mit der finanziellen Situation; knapp 20 Prozent geben an, dass das Einkommen nicht zur Deckung laufender Kosten reicht. Belastungen der letzten zwölf Monate: 48 Prozent nennen Lebensmittelkosten, 46 Prozent Heizen und Strom, 40 Prozent Wohnkosten. Weitere Nennungen sind allgemeine Lebenshaltungskosten (34 Prozent), Zukunftssorgen (29 Prozent) und Prüfungs‑/Leistungsdruck (19 Prozent).

Gleichzeitig zeigen die Antworten eine starke Bindung an die Heimat: Neun von zehn Befragten gaben an, gerne in Kärnten zu leben, während jede und jeder Zehnte einen Wegzug plant und jede und jeder Vierte unbedingt in der Heimatgemeinde bleiben möchte. Zwei Drittel pendeln für Ausbildung oder Arbeit in eine andere Gemeinde.

Häufige Fragen zur AK-Jugendstudie

Wer hat die Studie durchgeführt? Laut Aussendung wurde die Online-Umfrage vom Foresight Institut im Auftrag der Arbeiterkammer Kärnten durchgeführt. Studienleitung und AK-Vertreter werden in der Pressemitteilung als Auskunftsquellen zitiert.

Wer wurde befragt und wann? Zielgruppe der Untersuchung sind 14- bis 25‑Jährige in Kärnten; als Erhebungszeitraum nennt die Aussendung Mitte Jänner bis Ende Februar 2026. Die AK bezeichnet die Erhebung als repräsentativ.

Welche Belastungen stehen im Vordergrund? Finanzielle Themen dominieren: 48 Prozent gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten durch Lebensmittelkosten ziemlich bis stark belastet gewesen zu sein; 46 Prozent nannten Heizen und Strom, 40 Prozent Wohnkosten. Insgesamt sind 35 Prozent mit ihrer finanziellen Situation unzufrieden.

Wollen junge Menschen in Kärnten bleiben? Die Antworten sind differenziert: Neun von zehn Befragten leben gerne im Land, jede und jeder Vierte möchte in der Heimatgemeinde bleiben, aber jede und jeder Zehnte plant den Wegzug; die Mehrheit der Wegzugswilligen erwägt laut Studie, Kärnten ganz zu verlassen.

Welche Maßnahmen fordert die AK? In der Aussendung nennt die AK fünf Forderungen: Ausbau des öffentlichen Wohnbaus inklusive Starterwohnungen, massiver Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Erhalt und Ausbau regionaler Bildungsangebote, Investitionen in die mentale Gesundheit durch psychosoziale Unterstützungsangebote sowie Ausbau von Mitsprachemöglichkeiten und Abbau rechtlicher Hürden bei Jugendvertrauensratswahlen.

Wie bewertet die AK ihr Verhältnis zur Jugend? Die AK wird in der Aussendung als sehr vertrauenswürdig beschrieben: In der Altersgruppe der 14- bis 25‑Jährigen genieße die AK laut Pressemitteilung hohes Vertrauen, was sich nach Angaben der AK auch im jährlichen OGM-Vertrauensindex (Platz 5) widerspiegelt. AK-Präsident Goach wird mit den Worten zitiert: „Wir haben euch gehört. Die Studien-Ergebnisse sind für uns kein theoretisches Papier, sondern ein konkreter Arbeitsauftrag an die Politik und an uns selbst, Kärnten für die nächste Generation zukunftsfit und leistbar zu machen.“

Quellen und Kontakt

Quelle: Presseinformation der Arbeiterkammer Kärnten zur Studie „Sag uns, was geht“ (Foresight Institut im Auftrag der AK Kärnten).

Kontakt Öffentlichkeitsarbeit AK Kärnten: Mirela Nowak-Karijasevic, Arbeiterkammer Kärnten, Öffentlichkeitsarbeit, Bahnhofplatz 3, 9021 Klagenfurt am Wörthersee. Telefon: 050 477-2409. E-Mail: m.nowak[at]akktn.at. Website: https://kaernten.arbeiterkammer.at.

Schlagworte

#AK-Jugendstudie#Jugendstudie Kärnten#Teuerung#Existenzsorgen#Weiterbildung#Arbeiterkammer Kärnten#Jugendstudie#AK Young#Jugend

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