Wien baut die Coolen Zonen auf 34 Standorte in 20 Bezirken aus. Dahinter steckt mehr als ein Sommerangebot: Hitzeschutz wird zur sozialen, gesundheitlichen und stadtklimatischen Infrastruktur.
Wien meldet am 28.05.2026 einen vorläufigen Ausbauhöchststand: Ab Juni öffnen 34 "Coole Zonen" in 20 Bezirken als Teil des städtischen Hitzeschutz-Angebots.
Die Initiative startete 2023 mit zwei Pilot-Standorten. Heuer werden 34 Standorte in 20 Bezirken geöffnet; Ziel bleibt ein flächendeckendes Angebot in allen Bezirken. Die Coolen Zonen öffnen am 1. Juni (mit Ausnahme von zwei Standorten, die ab 1. Juli öffnen). Sämtliche Standorte und Öffnungszeiten sind einsehbar unter:
Coole Zonen sind frei zugängliche und betreute Räume mit angenehmen Temperaturen und je nach Möglichkeit einem ansprechenden Programm. Die Umsetzung erfolgt mit lokalen Partnerorganisationen im Grätzl. An der Initiative nehmen teil: der Fonds Kuratorium Wiener Pensionist*innen-Wohnhäuser – Häuser zum Leben, die städtischen Büchereien, die Amtshäuser in Währing und Brigittenau, das Wiener Hilfswerk, der Arbeiter-Samariter-Bund und der Wiener Familienbund. In allen Räumen ist während der Öffnungszeiten eine Ansprechperson anwesend.
Das Programm richtet sich nach den Angeboten der Partnerorganisationen. Büchereien legen den Fokus auf Ruhebereiche zum Lernen und Lesen, KWP-Standorte setzen auf Austausch und Miteinander. Dort reicht das Angebot etwa von Bewegungsangeboten (z.B. Linedance, Yoga) über Spiele (z.B. Gesellschaftsspiele oder Schach) bis hin zu Vorträgen.
Die Partnerorganisationen laden zum gemeinsamen Eröffnungsfest der Coolen Zonen ein.
Wann? Dienstag, 09.06.2026, 14:00-17:00 Uhr
Wo? Stellvertretend im Klub+ All in Village3 - Pensionist*innenklubs (Ljuba-Welitsch-Promenade 12A/B, 1030 Wien). Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Zitate aus der Presseaussendung der Stadt Wien: »Hitze kann zu einem echten Gesundheitsproblem werden, wenn wir nicht geschützt sind. Mit der Wiener Hitzeschutzformel - Trinkwasser, Schatten durch Grünraum und kühle Räume - garantieren wir, dass es genügend Möglichkeiten zur Abkühlung gibt. Schutz vor Hitze darf keine Frage der Leistbarkeit sein, deshalb sind die mehr als 1.000 Parks und Grünräume, 1.600 öffentlichen Trinkbrunnen und die mittlerweile 34 Coolen Zonen für jede Wienerin und jeden Wiener frei zugänglich«, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.
»Die Folgen steigender Temperaturen sind kein isoliertes Thema - ihre Auswirkungen sind vielfältig. Hitzewellen können die Gesundheit belasten und die Lebensqualität vieler Menschen deutlich einschränken. Gerade vulnerable Gruppen unserer Gesellschaft sind extremer Hitze oft stärker ausgesetzt. Coole Zonen entfalten hier als niederschwellige Maßnahme eine große Wirkung: Sie bieten an heißen Tagen einen frei zugänglichen Ort zur Abkühlung und Erholung. Es freut mich, dass wir damit für viele Wiener*innen eine unmittelbar spürbare Entlastung schaffen können«, sagt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.
»Die Büchereien in Wien waren schon immer cool und angesagt. Im Sommer trifft das noch viel mehr zu. Denn sechs unserer Standorte sind heuer auch offiziell Coole Zonen – Räume mit angenehmen Temperaturen, einem offenen Programm und Zugang für alle. Büchereien sind Orte, an denen Menschen lesen, lernen und zur Ruhe kommen und sich im Sommer jetzt auch abkühlen können«, sagt Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling.
Weitere Informationen und Pressefotos: und https://presse.wien.gv.at/bilder
Die Stadt Wien erweitert ihr Hitzeschutz-Angebot auf 34 Coole Zonen in 20 Bezirken. Auf den ersten Blick klingt das nach einem praktischen Service für heiße Tage. Tatsächlich zeigt die Maßnahme aber, wie stark Hitze inzwischen Stadtplanung, Gesundheitsvorsorge und soziale Infrastruktur verbindet. Ein kühler Raum ist nicht für alle Menschen gleich leicht erreichbar. Wer allein lebt, wenig Geld hat, gesundheitlich belastet ist oder in einer überhitzten Wohnung wohnt, braucht niedrigschwellige Orte zur Entlastung.
Genau hier setzen Coole Zonen an. Sie sind frei zugänglich, betreut und sollen angenehme Temperaturen, Sitzgelegenheiten, Trinkwasser und oft auch Programm oder Beratung bieten. Entscheidend ist der niederschwellige Charakter: Es geht nicht um Konsum, Mitgliedschaft oder Terminbuchung, sondern um eine offene Möglichkeit, sich an heißen Tagen zu erholen.
Die Stadt spricht von einer Hitzeschutzformel aus Trinkwasser, Schatten durch Grünraum und kühlen Räumen. Diese drei Elemente ergänzen einander. Trinkwasser hilft unmittelbar, Schatten reduziert Belastung im Freien, und kühle Räume bieten Erholung, wenn Wohnungen, Straßen oder öffentliche Plätze überhitzt sind. Coole Zonen schließen damit eine Lücke zwischen individueller Vorsorge und baulicher Klimaanpassung.
GeoSphere Austria beschreibt Hitze als eine der Klimawandelfolgen mit besonders großen gesundheitlichen Auswirkungen in unseren Breiten, vor allem in Großstädten. In Städten verstärken versiegelte Flächen, dichte Bebauung, wenig nächtliche Abkühlung und der Wärmeinseleffekt die Belastung. Wien ist daher nicht nur wegen hoher Sommertemperaturen betroffen, sondern auch wegen seiner urbanen Struktur.
Gesundheitlich riskant sind vor allem lange Hitzewellen und Tropennächte, in denen der Körper kaum Erholung findet. Ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere, Menschen mit Behinderung, wohnungslose Menschen und Personen in schlecht kühlbaren Wohnungen sind besonders verletzlich. Für sie kann eine frei zugängliche Abkühlungsmöglichkeit mehr sein als Komfort.
Wichtig ist: Coole Zonen ersetzen keine langfristige Stadtklimaanpassung. Mehr Bäume, Entsiegelung, Beschattung, Wasserelemente, gute Gebäudestandards und klimafitte Stadtteile bleiben zentral. Kurzfristige Angebote wie Coole Zonen sind aber notwendig, weil bauliche Veränderungen Jahre dauern und Hitzewellen schon jetzt auftreten.
2023 starteten die Coolen Zonen in Wien mit zwei Pilot-Standorten. 2026 sind es 34 Standorte. Diese Entwicklung ist deshalb relevant, weil Hitzeschutz nur dann wirkt, wenn er erreichbar ist. Ein einzelner kühler Raum hilft wenig, wenn vulnerable Menschen weite Wege zurücklegen müssen. Ziel der Stadt bleibt ein flächendeckendes Angebot in allen Bezirken.
Die Standorte sind unterschiedlich: Büchereien, Amtshäuser, Pensionist*innenklubs und andere Einrichtungen können Teil des Netzes sein. Das hat Vorteile, weil bestehende öffentliche Infrastruktur genutzt wird. Es zeigt aber auch eine organisatorische Herausforderung: Öffnungszeiten, Betreuung, Barrierefreiheit, Bekanntmachung und soziale Zugänglichkeit müssen stimmen.
Für die Lesbarkeit der Maßnahme ist der konkrete Standortplan daher entscheidend. Wer eine Coole Zone braucht, sucht nicht zuerst klimapolitische Konzepte, sondern Adresse, Öffnungszeit und Erreichbarkeit. Genau deshalb ist die öffentliche Standortliste der Stadt Wien ein wichtiger Link.
Was sind Coole Zonen?
Coole Zonen sind frei zugängliche, betreute Räume mit angenehmen Temperaturen. Sie sollen an heißen Tagen Erholung, Abkühlung und je nach Standort auch Programm oder Beratung bieten.
Wer kann die Coolen Zonen nutzen?
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle, besonders aber an Menschen, die durch Hitze stärker belastet sind oder keine gut gekühlten Räume zur Verfügung haben.
Warum sind Städte besonders betroffen?
Dichte Bebauung, Versiegelung und fehlende nächtliche Abkühlung verstärken den Wärmeinseleffekt. Dadurch kann Hitze in Städten länger und intensiver wirken.
Reichen Coole Zonen als Hitzeschutz?
Nein. Sie sind eine wichtige kurzfristige Maßnahme, müssen aber mit Grünraum, Entsiegelung, Beschattung, Trinkwasser, Gebäudestandards und langfristiger Stadtplanung kombiniert werden.