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Kultur

Zwei Ikonen in Wien: Ruth Klüger und Ceija Stojka erobern die Galeria Mana

8. Oktober 2025 um 11:40
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Ein einzigartiges Ausstellungserlebnis erwartet die Besucher der Galeria Mana in Wien, wenn sie vom 9. Oktober bis zum 16. November 2025 die Werke von Ruth Klüger und Ceija Stojka erleben können. Diese beiden beeindruckenden Frauen, die sowohl als Überlebende des Holocaust als auch als bedeutende li

Ein einzigartiges Ausstellungserlebnis erwartet die Besucher der Galeria Mana in Wien, wenn sie vom 9. Oktober bis zum 16. November 2025 die Werke von Ruth Klüger und Ceija Stojka erleben können. Diese beiden beeindruckenden Frauen, die sowohl als Überlebende des Holocaust als auch als bedeutende literarische Stimmen bekannt sind, werden in einem partizipativen Ausstellungsformat geehrt, das nicht nur ihre Gedichte, sondern auch eine Auswahl von Zeichnungen und Bildern zeigt.

Ein Blick in die Vergangenheit: Die Geschichten von Klüger und Stojka

Ruth Klüger und Ceija Stojka teilen eine tragische Vergangenheit, die sie als Kinder in die Konzentrationslager des NS-Regimes führte. Diese schrecklichen Erfahrungen prägten ihr Leben und ihre Kunst nachhaltig. Klüger, die in Wien geboren wurde, musste als junges Mädchen die Deportation und die Schrecken der Lager überstehen. Nach dem Krieg wurde sie eine bedeutende literarische Stimme, die ihre Erlebnisse in eindringlichen Texten verarbeitete.

Ceija Stojka, eine Romni aus Österreich, überlebte ebenfalls mehrere Konzentrationslager. Nach dem Krieg begann sie, ihre Erinnerungen in Bildern und Texten festzuhalten, um die Geschichten der Rom*nja und ihrer eigenen Familie zu bewahren. Ihre Werke sind eine kraftvolle Erinnerung an die Schrecken des Holocaust und die Notwendigkeit des Erinnerns.

Die Ausstellung: Mehr als nur Kunst

Die Ausstellung in der Galeria Mana bietet mehr als nur die Möglichkeit, Kunstwerke zu betrachten. Sie lädt die Besucher ein, aktiv an der Erinnerungskultur teilzunehmen. So können die Besucher Gedichte von Ceija Stojka selbst sprechen und aufnehmen, um ihre Erinnerungen lebendig zu halten. Dieses innovative Konzept soll insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen, die durch eigene Sprache und Texte einen Zugang zur Geschichte finden können.

Die Ausstellung ist täglich von Dienstag bis Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei. Die Galeria Mana befindet sich in der Stuckgasse 4 im 7. Bezirk von Wien, einem Ort, der symbolisch für die Vergangenheit der beiden Frauen steht. Hier lebte Ruth Klüger vor ihrer Deportation und Ceija Stojka nach dem Krieg.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten, das zahlreiche Veranstaltungen umfasst. Am 9. Oktober 2025 findet die Vernissage statt, bei der Veronika Kaup Hasler, die Wiener Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, sowie Markus Reiter, der Bezirksvorsteher von Wien Neubau, die Gäste begrüßen werden. Eine Lesung von Tamara Stern und Musik von Hojda Stojka runden den Abend ab.

Am 20. Oktober gibt es einen Schreibworkshop mit Mazlum Nergiz, einem bekannten Autor und Dramaturgen. Einen Tag später, am 21. Oktober, findet ein Gespräch über Ruth Klüger und das Dichten als Medium der Erinnerung statt. An dieser Diskussion nehmen unter anderem Gesa Dane und Robert Schindel teil.

Filmvorführungen und Diskussionen

Am 23. Oktober wird im Filmhaus am Spittelberg der Film 'Unter den Brettern hellgrünes Gras' von Karin Berger gezeigt, gefolgt von einem Gespräch mit der Autorin Christa Stippinger. Eine weitere Diskussion, die am 4. November in der Galeria Mana stattfindet, widmet sich den Erinnerungsdiskursen nach 1945 und heute. Diese Veranstaltung wird von Lea Fink eingeleitet, die über Ceija Stojkas künstlerische Auseinandersetzung mit dem Konzentrationslager Ravensbrück spricht.

Die Bedeutung der Ausstellung für Wien

Die Ausstellung ist nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Wien. Sie bietet die Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Geschichten der Überlebenden lebendig zu halten. Die Stadt Wien, die selbst eine bewegte Geschichte hat, zeigt mit dieser Ausstellung, wie wichtig es ist, die Stimmen der Vergangenheit zu hören und zu bewahren.

Ein Experte für Erinnerungskultur betont: "Diese Ausstellung ist ein bedeutender Schritt, um die Geschichten von Ruth Klüger und Ceija Stojka und damit auch die Geschichte der Rom*nja und jüdischen Überlebenden in Österreich sichtbar zu machen. Sie ermöglicht es den Besuchern, sich aktiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und daraus für die Zukunft zu lernen."

Ein Blick in die Zukunft: Was bleibt?

Die Ausstellung wirft auch die Frage auf, wie zukünftige Generationen mit der Geschichte umgehen werden. In einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen des Holocausts sterben, wird es umso wichtiger, neue Wege zu finden, um das Erinnern lebendig zu halten. Die Galeria Mana zeigt mit ihrem partizipativen Ansatz, dass es möglich ist, junge Menschen für die Geschichte zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Stimme zu finden.

Die Ausstellung 'Ruth Klüger - Ceija Stojka. Dichten ins Leben' in der Galeria Mana ist eine Einladung an alle, die sich für die Geschichte und die Kunst der beiden beeindruckenden Frauen interessieren. Es ist eine Gelegenheit, die Vergangenheit zu verstehen und die Zukunft mitzugestalten.

Schlagworte

#Ausstellung#Ceija Stojka#Erinnerungskultur#Galeria Mana#Holocaust#Ruth Klüger#Wien

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