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Wirtschaft

Wirtschaftsministerium startet Potenzialstudie für Wasserkraft

Neue Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke, der Ausbau bestehender Anlagen und konkrete Möglichkeiten zur Beschleunigung von Verfahren werden geprüft

19. Juli 2026
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Das Wirtschaftsministerium beauftragt eine Potenzialstudie zu neuen Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerken, Ausbau bestehender Anlagen und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren; Ergebnisse bis Ende 2026.

Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus hat eine Potenzialstudie zum Ausbau der Wasserkraft in Österreich gestartet. Die Untersuchung soll konkret prüfen, wo neue Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke möglich sind, wie aus bestehenden Anlagen mehr Leistung gewonnen werden kann und auf welche Weise Genehmigungsverfahren einfacher, schneller und rechtssicherer gestaltet werden können.

Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: "Wasserkraft ist das Rückgrat unserer Stromversorgung und ein entscheidender Grund, warum Österreich bei erneuerbarem Strom Europas Nummer eins ist. Diesen Vorsprung wollen wir ausbauen. Mit der Potenzialstudie prüfen wir konkret, wo neue Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke möglich sind, wie wir mehr Leistung aus bestehenden Anlagen holen und Genehmigungsverfahren einfacher, schneller und rechtssicherer machen können. Mehr heimische Wasserkraft kann Stromimporte und den Einsatz von Gaskraftwerken verringern. Das stärkt unsere Versorgungssicherheit, unsere Industrie und den Standort Österreich"

Studieninhalt: Wasserkraftpotenziale heben und Ausbau beschleunigen

Die Aussendung nennt die zentralen Prüfaufgaben der Studie. Demnach soll untersucht werden, welche Potenziale durch den Neubau beziehungsweise die Erweiterung von bestehenden Wasserkraft- und Speicheranlagen bis 2030 und 2040 in Österreich realisierbar sind. Parallel dazu wird geprüft, wie Genehmigungsverfahren wie UVP und WRG bis 2030 und 2040 einfacher, schneller und rechtssicherer werden können.

  • Die Studie prüft, welche Potenziale durch Neubau bzw. Erweiterung von Wasserkraft- und Speicheranlagen bis 2030 und 2040 realisierbar sind.
  • Die Studie prüft, wie Genehmigungsverfahren (UVP, WRG etc.) bis 2030 und 2040 einfacher, schneller und rechtssicherer werden können.
  • Mit der Beauftragung ist ein zentraler Teil der Maßnahme 27 aus der Industriestrategie in Umsetzung.
  • Die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.

Ziel: Fünf Terawattstunden mehr Wasserkraftstrom bis 2030

Im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist laut Mitteilung festgelegt, dass Österreich im Jahr 2030 aus Wasserkraft fünf Terawattstunden mehr Strom erzeugen soll als im Jahr 2020. Diese Vorgabe wird in der Aussendung in einen anschaulichen Vergleich übersetzt: Das entspricht rechnerisch dem Jahresstromverbrauch von rund 1,4 Millionen Haushalten.

Für das Jahr 2024 ergibt sich bei einer gleichmäßigen Verteilung des Ausbauziels ein Vergleichswert von zwei Terawattstunden zusätzlich gegenüber 2020. Die E-Control weist für 2024 bereits 2,634 Terawattstunden zusätzlichen Wasserkraftstrom aus – rechnerisch genug für rund 750.000 Haushalte, so die Mitteilung.

Zentrale Fakten über Wasserkraft

  • Österreich liegt bei erneuerbarem Strom an der europäischen Spitze: 2024 stammten laut Eurostat 90,1 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen – der höchste Anteil aller EU-Staaten. Österreich lag damit deutlich vor Schweden mit 88,1 Prozent und Dänemark mit 79,7 Prozent sowie um 42,6 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt von 47,5 Prozent.
  • Den größten Beitrag leistet laut Aussendung die Wasserkraft; ihr Anteil an der heimischen Stromerzeugung lag in den vergangenen Jahren je nach Wasserangebot zwischen 54 und 67 Prozent. Im EU-Durchschnitt ist der Wasserkraftanteil bei rund 13,2 Prozent.
  • Wasserkraft liefert nicht nur erneuerbaren, sondern auch verlässlichen Strom. Laufkraftwerke erzeugen abhängig von der Wasserführung über lange Zeiträume Strom. Speicherkraftwerke können Energie zwischenspeichern und bei hoher Nachfrage oder geringer Wind- und PV-Erzeugung innerhalb kurzer Zeit bereitstellen. Dadurch stabilisieren sie das Stromnetz, heißt es in der Mitteilung.
  • Österreich verfügt über mehrere tausend Wasserkraftwerke. Ende 2024 waren rund 3.260 Wasserkraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von über 15 GW in Betrieb – der Großteil davon Laufkraftwerke. Auch viele kleine Anlagen leisten einen Beitrag zur regionalen Stromversorgung.
  • Insbesondere Pumpspeicherkraftwerke sind der ideale Partner für Windkraft und Photovoltaik. Pumpspeicherkraftwerke können bei Stromüberschüssen Energie aufnehmen und bei höherem Bedarf wieder Strom erzeugen; zudem stellen sie laut Aussendung wichtige Leistungen für die Stabilität des Stromnetzes bereit.

Begriffe und Verfahren erklärt

Potenzialstudie: Im vorliegenden Fall bezeichnet die Potenzialstudie eine umfassende Untersuchung, die ausdrücklich klären soll, wo in Österreich neue Wasserkraft- oder Speicheranlagen gebaut beziehungsweise bestehende Anlagen erweitert werden können und wie sich Genehmigungsverfahren gestalten lassen. Die Studie umfasst demnach sowohl technische als auch verfahrensrechtliche Fragestellungen.

Pumpspeicherkraftwerk: Ein Pumpspeicherkraftwerk kann laut Aussendung bei Stromüberschüssen Energie aufnehmen und diese bei Bedarf wieder in Form von Strom abgeben. Die Mitteilung nennt Pumpspeicher als wichtigen Partner für Windkraft und Photovoltaik, weil sie kurzfristig Energie bereitstellen können.

UVP: In der Aussendung wird die UVP als ein zu betrachtendes Genehmigungsverfahren genannt. Allgemein bezeichnet UVP ein Instrument zur Prüfung von Umweltverträglichkeiten von Projekten; die Studie soll untersuchen, wie Verfahren wie die UVP bis 2030 und 2040 einfacher, schneller und rechtssicherer gestaltet werden können.

WRG und wasserrechtliche Regelungen: Die Mitteilung nennt WRG als Beispiel für relevante Verfahren. Die Studie soll auch prüfen, wie wasserrechtliche Genehmigungen und vergleichbare Vorgaben verfahrensrechtlich angepasst werden können, um Beschleunigungen und Rechtssicherheit zu erreichen.

Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz: Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz legt laut Aussendung das Ausbauziel für die Wasserkraft fest, konkret fünf Terawattstunden mehr Strom aus Wasserkraft in 2030 gegenüber 2020. Die Studie steht in Zusammenhang mit diesem gesetzlich verankerten Ausbauziel.

E-Control: Die E-Control wird in der Mitteilung als Referenz genannt; sie weist für 2024 bereits einen Zuwachs von 2,634 Terawattstunden zusätzlichen Wasserkraftstrom gegenüber 2020 aus. E-Control ist die nationale Energie-Regulierungsbehörde, die solche Vergleiche und Datenauswertungen veröffentlicht.

Welche Aspekte die Ergebnisse konkret benennen sollen

Die Aussendung nennt mehrere Zielgrößen, die die Studie klären soll: technische Potenziale für Neubau und Erweiterung, verfahrensrechtliche Anpassungen von UVP, WRG und ähnlichen Verfahren sowie einen Zeithorizont mit Betrachtung bis 2030 und 2040. Außerdem ist die Studie laut Mitteilung als Umsetzung eines Teils der Industriestrategie (Maßnahme 27) vorgesehen.

Die Ergebnisse der Studie sollen bis Ende 2026 verfügbar sein. Die Mitteilung stellt damit einen konkreten Zeitpunkt für die Auswertung und mögliche Folgemaßnahmen in Aussicht.

FAQ zur Potenzialstudie und den Zielen

  • Was soll die Potenzialstudie konkret untersuchen?
    Die Studie prüft laut Aussendung, welche Potenziale durch Neubau oder Erweiterung von Wasserkraft- und Speicheranlagen bis 2030 und 2040 realisierbar sind und wie Genehmigungsverfahren wie UVP und WRG einfacher, schneller und rechtssicherer gestaltet werden können.
  • Wer hat die Studie in Auftrag gegeben und in welchem Zusammenhang steht sie?
    Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus hat die Potenzialstudie gestartet. Die Beauftragung ist nach Angaben der Mitteilung ein zentraler Teil der Maßnahme 27 aus der Industriestrategie.
  • Bis wann werden Ergebnisse erwartet?
    Die Aussendung nennt ausdrücklich, dass die Ergebnisse bis Ende 2026 erwartet werden. Damit ist ein klarer zeitlicher Rahmen für die Auswertung der Studie vorgegeben.
  • Was ist das Ziel des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes in Bezug auf Wasserkraft?
    Im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist laut Mitteilung festgelegt, dass Österreich im Jahr 2030 aus Wasserkraft fünf Terawattstunden mehr Strom erzeugen soll als im Jahr 2020. Diese Vorgabe wurde in der Aussendung als Zielgröße genannt.
  • Wie hoch ist der bisherige Fortschritt beim Ausbau der Wasserkraft?
    Für 2024 ergibt sich bei gleichmäßiger Verteilung des Ausbauziels ein Vergleichswert von zwei Terawattstunden zusätzlich gegenüber 2020. Die E-Control weist für 2024 bereits 2,634 Terawattstunden zusätzlichen Wasserkraftstrom aus, was die Mitteilung mit einem rechnerischen Wert von rund 750.000 Haushalten verknüpft.
  • Wie viele Wasserkraftwerke gibt es in Österreich und welche Leistung haben sie?
    Die Mitteilung nennt, dass Ende 2024 rund 3.260 Wasserkraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von über 15 GW in Betrieb waren. Der Großteil dieser Anlagen sind Laufkraftwerke, daneben leisten viele kleine Anlagen einen Beitrag zur regionalen Stromversorgung.

Quellen und Kontakt

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus.

Kontakt: presseabteilung [at] bmwet.gv.at

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Schlagworte

#Wasserkraft#Potenzialstudie#Pumpspeicherkraftwerke#Hattmannsdorfer#Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz#Potentialstudie#Energie#Energiemarkt

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