Zum Internationalen Jahr der Bäuerin 2026 startet das Landwirtschaftsministerium eine digitale Mitmachaktion für Bäuerinnen in Österreich.
Bäuerinnen führen Betriebe, sichern Versorgung und prägen Regionen. Eine neue Mitmachaktion soll ihre Arbeit am WeltBÄUERINNENtag sichtbar machen.
Aus dem Weltbauerntag wird am 1. Juni 2026 ein WeltBÄUERINNENtag. Das Landwirtschaftsministerium nutzt das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerin, um Frauen in der Land- und Forstwirtschaft sichtbarer zu machen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig startet dazu gemeinsam mit den Bäuerinnen Österreich eine digitale Mitmachaktion.
Die Botschaft der Aussendung ist klar: Frauen bewirtschaften in Österreich zehntausende Höfe, führen Betriebe, treffen unternehmerische Entscheidungen, pflegen Böden und Wälder und sichern Lebensmittelversorgung. Viel davon geschieht im Alltag und oft ohne die Anerkennung, die mit dieser Verantwortung verbunden wäre.
Der Begriff WeltBÄUERINNENtag ist bewusst gesetzt. Er verschiebt den Blick von einer allgemeinen landwirtschaftlichen Würdigung hin zu den Frauen, die Höfe führen, mitarbeiten, investieren, vermarkten, ausbilden und Familienbetriebe organisieren. Die Aussendung nennt die Initiative „Bäuerinnen im Fokus – Hof und Land in Frauenhand“.
Totschnig beschreibt das Internationale Jahr der Bäuerin als Chance, die wesentliche Rolle von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar zu machen. Er nennt Fachwissen, Unternehmergeist und persönlichen Einsatz. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger verweist darauf, dass Bäuerinnen am Feld, im Stall, im Büro oder in der Vermarktung tätig sind und Betriebe oft im Hintergrund am Laufen halten.
Im Zentrum der Aktion steht eine digitale Storywall. Bäuerinnen aus ganz Österreich können ein Foto von sich auf ihrem Betrieb hochladen und in wenigen Worten erzählen, was sie antreibt. Aus vielen Einzelbeiträgen soll ein Mosaik bäuerlichen Lebens in Frauenhand entstehen.
Die Mitmachaktion ist bis 21. Juni 2026 angelegt. Als besonderes Highlight nennt die Aussendung ein Gewinnspiel: Unter den Teilnehmerinnen werden Tickets für eine Reise mit der Ministeriumsdelegation zum Rat der Agrarministerinnen und Agrarminister nach Brüssel im Herbst 2026 verlost. Das ist nicht nur ein symbolischer Preis, sondern knüpft die Sichtbarkeit der Bäuerinnen an europäische Agrarpolitik.
Die Aussendung betont, dass Frauen nicht nur unterstützend tätig sind, sondern Betriebe führen und Entscheidungen treffen. Das ist für die öffentliche Wahrnehmung entscheidend. Wer Landwirtschaft nur als männlich geprägtes Bild aus Traktor, Stall und Hofübergabe erzählt, übersieht unternehmerische Verantwortung, Fachwissen und Führungsarbeit vieler Bäuerinnen.
Bio-Heumilch-Bäuerin Sabine Gruber bringt diesen Punkt in der Aussendung besonders deutlich auf den Punkt. Sie warnt davor, sich klein machen oder in ein Klischee drängen zu lassen. Auf vielen Betrieben stehe und falle der Erfolg mit starker weiblicher Führung. Damit wird aus der Mitmachaktion auch ein Statement gegen alte Rollenbilder.
Die Vereinten Nationen haben 2026 zum International Year of the Woman Farmer erklärt. Die FAO beschreibt das Jahr als Anlass, die Rolle von Frauen in Agrar- und Ernährungssystemen sichtbar zu machen. Frauen tragen demnach zu Produktion, Ernährungssicherheit, Handel und wirtschaftlicher Resilienz bei, werden aber häufig nicht entsprechend wahrgenommen.
Für Österreich bedeutet dieser internationale Rahmen: Die heimische Initiative steht nicht allein, sondern ist Teil einer weltweiten Debatte über Anerkennung, Gleichstellung und Zugang zu Ressourcen. Die konkreten Probleme unterscheiden sich je nach Land, doch der Grundgedanke ist ähnlich: Frauen in der Landwirtschaft sollen nicht nur mitgemeint, sondern ausdrücklich gesehen und politisch berücksichtigt werden.
Die Plattform Landwirtschaft.at bündelt Informationen und Porträts zur Initiative „Bäuerinnen im Fokus“. Dort werden Frauen in verschiedenen Rollen beschrieben: als innovative Unternehmerinnen, Betriebsleiterinnen, Strateginnen, traditionsbewusste Bäuerinnen oder als Bindeglied im Familienbetrieb. Damit wird sichtbar, dass es nicht die eine typische Bäuerin gibt.
Die Seite nennt außerdem eine wichtige Zahl: Mehr als jeder dritte Bauernhof in Österreich wird von einer Frau geleitet, insgesamt rund 36.000 Betriebe. Diese Angabe macht die Debatte greifbar. Es geht nicht um eine kleine Sondergruppe, sondern um einen relevanten Teil der österreichischen Landwirtschaft.
Sichtbarkeit ist bei Bäuerinnen nicht nur eine symbolische Frage. Wer als Betriebsleiterin, Unternehmerin oder Hofnachfolgerin öffentlich wahrgenommen wird, wird auch eher als Ansprechpartnerin für Beratung, Finanzierung, Vermarktung und politische Diskussionen gesehen. Die Initiative setzt deshalb nicht bei einer abstrakten Gleichstellungsformel an, sondern bei konkreten Geschichten aus dem Arbeitsalltag.
Gerade in Familienbetrieben verschwimmen oft berufliche, familiäre und organisatorische Aufgaben. Dadurch bleiben Leistungen leicht unsichtbar, obwohl sie für den Betrieb entscheidend sind. Eine Storywall kann diese Arbeit nicht vollständig abbilden, aber sie kann Beispiele sammeln und zeigen, wie vielfältig Verantwortung auf Österreichs Höfen verteilt ist.
Das Landwirtschaftsministerium macht den offiziellen Weltbauerntag zum WeltBÄUERINNENtag. Damit soll die Arbeit von Frauen in der Land- und Forstwirtschaft sichtbar werden. Die Aktion ist Teil des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026.
Eingeladen sind Bäuerinnen aus ganz Österreich. Sie können ein Foto von sich auf ihrem Betrieb hochladen und kurz erzählen, was sie antreibt. Die Beiträge werden auf einer digitalen Storywall gesammelt.
Laut Aussendung ist eine Teilnahme bis 21. Juni 2026 möglich. Die Aktion ist damit nicht nur auf den WeltBÄUERINNENtag selbst begrenzt. Sie soll über mehrere Wochen Sichtbarkeit schaffen.
Das internationale Jahr rückt Frauen in Agrar- und Ernährungssystemen in den Mittelpunkt. Es soll auf Leistungen aufmerksam machen, die oft selbstverständlich erscheinen. Gleichzeitig geht es um strukturelle Fragen wie Anerkennung, Zugang zu Chancen und Sichtbarkeit in Entscheidungsprozessen.
In Österreich bewirtschaften Frauen zehntausende Höfe und übernehmen Verantwortung in Betrieb, Vermarktung, Wald, Tierhaltung, Büro und Familie. Die Initiative will genau diese Vielfalt zeigen. Sie richtet den Blick auf Arbeit, die für Regionen und Lebensmittelversorgung wesentlich ist.
Der Titel der Initiative beschreibt Verantwortung auf mehreren Ebenen: Arbeit am Hof, Entscheidungen im Betrieb, Gestaltung der Region und Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit. Er macht deutlich, dass Bäuerinnen nicht nur Teil landwirtschaftlicher Familien sind, sondern selbst Trägerinnen von Wissen, Risiko und Zukunftsentscheidungen.
Damit wird aus einem Aktionstag ein länger sichtbares digitales Schaufenster für bäuerliche Arbeit in Österreich.
Grundlage ist die Aussendung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Weiterführende Quellen: digitale Mitmachaktion Bäuerinnen, Bäuerinnen im Fokus auf Landwirtschaft.at, FAO zum International Year of the Woman Farmer 2026 und BMLUK. Kontakt laut Aussendung: Telefon +43 1 71100 606747, E-Mail presse [at] bmluk.gv.at.