Österreichs Winzer ziehen positive Bilanz nach wechselvollem Wetterjahr
Der Weinjahrgang 2025 überzeugt mit frischen, fruchtbetonten Weinen und moderatem Alkoholgehalt. Trotz schwieriger Bedingungen rechnet man mit einer leicht überdurchschnittlichen Ernte von über 2,5 Millionen Hektolitern.
Österreichs Weinbauern können trotz eines herausfordernden Jahres 2025 mit Optimismus in die Zukunft blicken. Nach einem sehr kleinen Vorjahrgang verspricht die aktuelle Ernte nicht nur eine deutlich bessere Menge, sondern auch Weine von hoher Qualität, die sich durch Eleganz, Fruchtigkeit und moderate Alkoholwerte auszeichnen.
Der Jahrgang 2025 war geprägt von einem späten Vegetationsbeginn und unbeständigem Wetter während der gesamten Wachstumsperiode. Diese Umstände stellten die österreichischen Winzer vor besondere Herausforderungen, boten aber auch Chancen für die Entwicklung charaktervoller Weine.
Besonders erfreulich gestaltete sich das Blütewetter, das einen guten Fruchtansatz ermöglichte und frühe Hoffnungen auf eine ansprechende Erntemenge weckte. Der darauf folgende Sommer und Frühherbst verlief ohne extreme Wetterereignisse, was der langsamen und gleichmäßigen Ausreifung der Trauben zugutekam.
Das warme, teilweise feuchte Herbstwetter in Kombination mit der späteren Traubenreife erforderte von den Winzern jedoch schnelle Entscheidungen und selektive Lesevorgänge. Diese Herausforderung meisterten die österreichischen Weinproduzenten mit Erfahrung und Können.
Die Weißweine des Jahrgangs 2025 präsentieren sich als wahre Charakterweine mit ausgeprägter Frische und Fruchtbetonung. Besonders bemerkenswert sind die vergleichsweise niedrigen Alkoholwerte, die den aktuellen Verbrauchertrends entsprechen.
In Niederösterreich erwies sich der Grüne Veltliner als besonders widerstandsfähig gegenüber den wechselhaften Wetterbedingungen. Die Weine dieser Sorte zeigen sich klar im Ausdruck, mit der charakteristischen Feinwürzigkeit und der typischen knackigen Art, die Veltliner-Liebhaber so schätzen.
Bei Riesling und den weißen Burgundersorten war ein erhöhter Selektionsaufwand notwendig. Dieser zusätzliche Aufwand hat sich jedoch gelohnt: Es entstanden sortentypische und vitale Weine, die das Potenzial ihrer jeweiligen Lagen optimal widerspiegeln.
In der Steiermark begeistern besonders die Muskateller-Weine, die sich leichtgewichtig mit einer wunderschönen Aromatik präsentieren. Herausragend sind die Sauvignon Blancs ausgefallen, die bei entsprechender Mengenreduktion auf hochwertige Vertreter hoffen lassen und das internationale Renommee der steirischen Weine weiter stärken dürften.
Auch die Rotweine des Jahrgangs 2025 stehen ganz im Zeichen von Frische, Pikanz und ausgeprägtem Fruchtcharakter. Diese Eigenschaften machen sie zu idealen Begleitern für die moderne, leichtere Küche.
Beim früher reifenden Zweigelt war eine sorgfältige Selektion und rasche Lese empfehlenswert. Das Ergebnis sind fruchtbetonte Klassiker, die sich ideal für den frühen Trinkgenuss eignen und bereits in jungen Jahren ihre Qualitäten voll entfalten können.
Der später reifende Blaufränkisch konnte bei entsprechend gewähltem Erntezeitpunkt physiologisch sehr gut ausreifen. Dies zeigt sich in teilweise ausgezeichneten Rotweinqualitäten, die das Potenzial haben, zu den Höhepunkten des Jahrgangs zu werden.
Besonders in den traditionellen Rotweinherkünften des Burgenlandes sowie in Carnuntum und der Thermenregion entstanden Weine, die durch ihre Balance zwischen Struktur und Eleganz überzeugen.
Das Herbstwetter erwies sich als ideal für die Erzeugung von Prädikatsweinen. Die nicht allzu späte und rasche Botrytisbildung schuf optimale Voraussetzungen, insbesondere im Seewinkel und in Rust, den traditionellen Zentren für edelsüße Weine.
Ein besonderes Highlight waren die Frostnächte Ende November und zum Jahreswechsel, die die Lese der selten gewordenen Eisweine ermöglichten. Diese Naturraritäten werden für Sammler und Liebhaber edelsüßer Weine besonders interessant sein.
Nach dem quantitativ sehr schwachen Vorjahr bringt 2025 eine deutliche Erholung. Mit einer erwarteten Erntemenge von mehr als 2,5 Millionen Hektolitern liegt der Jahrgang leicht über dem Durchschnitt und bietet der österreichischen Weinwirtschaft wieder eine solide Basis für die kommenden Jahre.
Diese Mengensteigerung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt, da die Nachfrage nach österreichischen Qualitätsweinen sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten stetig wächst.
Jede österreichische Weinbauregion konnte ihre spezifischen Stärken im Jahrgang 2025 ausspielen. Während Niederösterreich mit seinen klassischen Sorten wie Grünem Veltliner und Riesling punktet, brilliert die Steiermark mit aromatischen Weißweinen. Das Burgenland zeigt sowohl bei Rot- als auch bei Süßweinen seine Expertise.
Wien als Weinbauregion profitierte ebenfalls von den günstigen Bedingungen und kann mit charaktervollen Weinen aufwarten, die die urbane Weinkultur der Hauptstadt widerspiegeln. Selbst das kleinere Weinbaugebiet Bergland konnte qualitativ überzeugende Weine hervorbringen.
Der Jahrgang 2025 kommt zur rechten Zeit für die österreichische Weinwirtschaft. Nach Jahren der Herausforderungen durch Klimawandel, Wetterextreme und Marktveränderungen zeigt dieser Jahrgang, dass österreichische Winzer in der Lage sind, auch unter schwierigen Bedingungen Qualitätsweine zu erzeugen.
Die Österreich Wein Marketing GmbH sieht in diesem Jahrgang eine wichtige Stütze für die strategischen Ziele der Branche. Sowohl für die Stabilisierung der hohen Marktanteile im Inland als auch für die Exportbemühungen bieten die 2025er Weine eine solide Grundlage.
Die ersten Verkostungen der 2025er Weine bestätigen die positiven Erwartungen. Weinliebhaber können sich auf einen Jahrgang freuen, der klassischen österreichischen Weingenuss mit modernen Qualitätsstandards verbindet.
Besonders bemerkenswert ist, dass trotz der schwierigen Witterungsbedingungen sowohl die Weißweine als auch die Rotweine einen klaren Sortenausdruck zeigen. Dies ist ein Zeichen für die kontinuierlich verbesserte Qualität der österreichischen Weinproduktion und das Know-how der Winzer.
Der Jahrgang 2025 verspricht somit nicht nur kurzfristige Erfolge, sondern auch eine nachhaltige Stärkung des österreichischen Weinbaus. Mit seiner Kombination aus Quantität und Qualität bildet er eine wichtige Basis für die weitere Entwicklung der österreichischen Weinkultur.