Während sich am 21. März weltweit alles um die Bedeutung der Wälder dreht, kämpfen Österreichs Waldbäuerinnen und Waldbauern mit existenziellen Problemen. Explodierende Kosten fressen die scheinbar...
Während sich am 21. März weltweit alles um die Bedeutung der Wälder dreht, betonen der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, und der Obmann des Waldverbandes Österreich, Matthias Granitzer, Leistungen und aktuelle Anliegen der Waldbäuerinnen und Waldbauern. „Wir müssen nicht nur die Potenziale von Holz in allen Bereichen verstärkt nützen, sondern auch weitere Zukunftsinvestitionen in unsere Wälder tätigen“, sagen Moosbrugger und Granitzer.
„Die Holzpreise der letzten Jahre mögen auf den ersten Blick brauchbar erscheinen, allerdings hat die Teuerung in der Waldbewirtschaftung diverse Preissteigerungen mehr als ‚aufgefressen‘. Viel ist da nicht übriggeblieben, was unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern für die Zukunft motivieren würde. Auch hier gilt: Wir haben kein Preis-, sondern ein Kostenproblem“, geben Moosbrugger und Granitzer zu bedenken.
„Zur Wirtschaftlichkeit gehört, dass unsere Betriebe gegenüber den Mitbewerbern anderer Länder wettbewerbsfähig werden – und dazu gehören vergleichbare Treibstoffkosten. Das Bemühen der Regierung punkto Spritpreisbremse ist anzuerkennen, nichtsdestotrotz gehört die derzeitige Benachteiligung unserer österreichischen Land- und Forstbetriebe bei der Treibstoffbesteuerung rasch aus der Welt geschafft“, fordert Moosbrugger.
„Den wenigsten Menschen ist bewusst, welche unverzichtbaren Leistungen unsere Wälder erbringen. Sie sind Lebens-, Wirtschafts-, Erholungs-, Schutzräume und noch vieles mehr und stellen natürliche Klimaanlagen dar. Um all das erhalten und die Potenziale verstärkt heben zu können, muss aber auch an die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter gedacht werden“, unterstreicht Moosbrugger.
Mit Nachdruck spricht Moosbrugger sich für die Beibehaltung und entsprechende Ausstattung des Waldfonds als zentrales Krisenbewältigungs-Instrument und als unverzichtbare Zukunftsinvestition in widerstandsfähige, klimafitte Wälder aus. „Investitionen in Schutzwald etwa sind um den Faktor 100 günstiger als technische Schutzmaßnahmen – von Aufarbeitungen bei Naturkatastrophen mit menschlichem Leid ganz zu schweigen“, geben Moosbrugger und Granitzer zu bedenken.
Die Landwirtschaftskammer und der Waldverband fordern eine Zukunftsstrategie für die Land- und Forstwirtschaft – ähnlich der Industriestrategie – mit Zukunftsperspektiven und Entlastungen, punkto Kosten genauso wie punkto Bürokratie. Mit Nachdruck sprechen sie sich auch für die Beibehaltung und Ausstattung des Waldfonds aus.
„Als Waldbäuerinnen und Waldbauern und somit Bereitsteller dieses vielseitig einsetzbaren Rohstoffs verstehen wir uns als Schlüsselpartner der Verarbeitung, sprich der Industrie. Insbesondere beziehen wir uns dabei auf die strategischen Bereiche Rohstoffsouveränität und Bioökonomie und somit auf den Ersatz fossiler durch erneuerbare Rohstoffe. Die damit verbundenen Potenziale erhöhen zudem die Widerstandsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts Österreich“, hebt Waldverbandsobmann Granitzer hervor.
„Um die Stärken des Forst-Holz-Sektors für die Umsetzung der Industriestrategie optimal nutzen zu können, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen. Im Fokus müssen dabei vor allem die nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Weiterentwicklung biobasierter Innovationen, die Stärkung europäischer Wertschöpfungsketten und wettbewerbsfähige Energiepreise samt gesicherter Versorgung stehen“, betont Granitzer.
„Gleichzeitig wehren wir uns gegen die ständigen Versuche der Fossil-Lobby, unsere nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Einsatz des genialen, klimafreundlichen Rohstoffs Holz in ein falsches Licht zu rücken. Abgesehen von der Unterstützung durch eine faktenbasierte Wissenschaft wäre manchmal auch schlicht mehr Hausverstand in den Analysen gefordert“, ergänzt Moosbrugger.