UNIQA meldet für das erste Quartal 2026 steigende Prämien, ein höheres Konzernergebnis und einen bestätigten Ausblick. Entscheidend ist nicht nur das Plus von 7,5 Prozent beim Nettogewinn, sondern die Frage, wie stabil das Versicherungsgeschäft in einem volatilen Umfeld bleibt.
UNIQA hat im ersten Quartal 2026 das Konzernergebnis netto um robuste 7,5 Prozent auf 128 Millionen Euro gesteigert. Verrechnete Prämien stiegen um 14,4 Prozent auf 2,80 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern legte um 5,9 Prozent auf 160 Millionen Euro zu. Ein Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung sieht eine Erhöhung um 20 Prozent auf 72 Cent je Aktie vor.
„Mit einem Prämienplus von 4,2 Prozent in Österreich und von 6,2 Prozent in unseren internationalen Märkten, unterstützt vom starken Wachstum unserer Rückversicherungsgesellschaft in Zürich, beweist unser diversifiziertes Geschäftsmodell seine Resilienz angesichts geopolitischer Unsicherheiten“, sagt Andreas Brandstetter, CEO UNIQA Insurance Group AG. „Gerade in Zeiten volatiler Kapitalmärkte ist die Profitabilität des versicherungstechnischen Kerngeschäfts, die um 5,3 Prozent auf 210 Millionen Euro gestiegen ist, von besonderer Bedeutung.“
Das Segment Schaden- und Unfallversicherung, mit rund 68 Prozent das größte Segment der Gruppe, verzeichnete ein Prämienwachstum von 19,5 Prozent auf 1.904 Millionen Euro. Die Combined Ratio netto lag bei 91,0 Prozent (1–3/2025: 88,2 Prozent); der Beitrag zum Ergebnis vor Steuern betrug 71 Millionen Euro (1–3/2025: 108 Millionen Euro).
Die Gesundheitsversicherung wuchs um 8,0 Prozent auf 441 Millionen Euro und trug mit einem Ergebnis von 26 Millionen Euro (1–3/2025: 2 Millionen Euro) zur positiven Entwicklung bei. In der Lebensversicherung lagen die verrechneten Prämien inklusive Sparanteile 2,0 Prozent höher bei 450 Millionen Euro (1–3/2025: 445 Millionen Euro); der Beitrag zum Ergebnis vor Steuern verbesserte sich auf 63 Millionen Euro (1–3/2025: 41 Millionen Euro).
Die Contractual Service Margin erhöhte sich auf 6.095 Millionen Euro (1. Jänner 2026: 5.879 Millionen Euro). Diese seit IFRS 17 neue Bilanzposition stellt die in Zukunft erwarteten Gewinne aus Versicherungsverträgen dar.
Das Kapitalanlageergebnis stieg trotz anhaltender Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten auf 151 Millionen Euro (1–3/2025: 109 Millionen Euro), das Finanzergebnis auf 29 Millionen Euro (1–3/2025: 21 Millionen Euro). Die Earnings per Share erhöhten sich von 39 auf 42 Cent. Der Return on Equity stieg auf 16,6 Prozent (1–3/2025: 16,1 Prozent). Die regulatorische Kapitalquote nach Solvency II blieb nahezu unverändert auf 272 Prozent (31. Dezember 2025: 275 Prozent).
UNIQA bestätigt auf Basis des Geschäftsverlaufs im ersten Quartal den Ausblick für 2026 und erwartet ein Ergebnis vor Steuern zwischen 540 Millionen und 570 Millionen Euro. Der Fokus für 2026 liegt unverändert auf Wachstum bei attraktiven versicherungstechnischen Margen in den Kernmärkten Österreich und CEE sowie auf dem schrittweisen, profitablen Ausbau des externen Rückversicherungsgeschäfts. Die Strategie einer Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent bleibt bestätigt.
Die Mitteilung enthält Aussagen zur künftigen Entwicklung von UNIQA, die auf den zum Zeitpunkt vorliegenden Informationen beruhen. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für diese Angaben kann nicht übernommen werden.
Ein Konzernergebnis von 128 Millionen Euro und ein Plus von 7,5 Prozent sind die auffälligsten Kennzahlen der UNIQA-Meldung. Für die Einordnung ist aber wichtiger, woher dieses Ergebnis kommt. Versicherer verdienen nicht nur an Kapitalanlagen, sondern vor allem daran, Risiken richtig zu bepreisen, Schäden zu managen und langfristige Verpflichtungen sauber zu kalkulieren. In volatilen Märkten ist deshalb das versicherungstechnische Ergebnis besonders wichtig.
UNIQA verweist auf ein versicherungstechnisches Ergebnis von 210 Millionen Euro und auf Wachstum in den Kernmärkten Österreich und CEE. CEE steht für Central and Eastern Europe, also Zentral- und Osteuropa. Für einen österreichischen Versicherer ist diese Region strategisch wichtig, weil dort in vielen Ländern weiterhin Wachstumspotenzial bei Versicherungsschutz, Vorsorge und Gesundheitsleistungen besteht. Gleichzeitig sind diese Märkte makroökonomisch und regulatorisch nicht überall gleich einfach.
Die Schaden- und Unfallversicherung ist laut UNIQA mit rund 68 Prozent das größte Segment der Gruppe. Sie wuchs im ersten Quartal besonders stark, unter anderem durch die Rückversicherungsgesellschaft in Zürich. Rückversicherung bedeutet, dass Versicherer selbst Risiken an andere Versicherer weitergeben oder übernehmen. Das kann Geschäft stabilisieren, macht die Ergebnisrechnung aber komplexer, weil Prämienwachstum, Schadenquote und Kapitalbindung zusammen betrachtet werden müssen.
In der Gesundheitsversicherung stiegen Prämien und Ergebnisbeitrag deutlich. In der Lebensversicherung lag das Prämienvolumen leicht höher, der Ergebnisbeitrag verbesserte sich. Für Leserinnen und Leser ist hier der Unterschied wichtig: Prämienwachstum allein sagt noch nicht, ob ein Versicherer profitabler wird. Entscheidend ist, ob die übernommenen Risiken angemessen bepreist sind und ob Schäden, Kosten und Kapitalerträge in Balance bleiben.
Die Solvency-II-Quote misst, vereinfacht gesagt, wie gut ein Versicherer mit Eigenmitteln gegenüber regulatorischen Kapitalanforderungen ausgestattet ist. UNIQA nennt eine nahezu unveränderte Quote von 272 Prozent. Eine hohe Quote signalisiert Kapitalstärke, ersetzt aber nicht die Prüfung des Geschäftsmodells. Sie zeigt vor allem, dass das Unternehmen nach regulatorischen Maßstäben deutlich über den Mindestanforderungen liegt.
Die Combined Ratio ist eine wichtige Kennzahl in der Schaden- und Unfallversicherung. Sie setzt Schäden und Kosten ins Verhältnis zu den Prämien. Eine Quote unter 100 Prozent bedeutet grundsätzlich, dass das versicherungstechnische Geschäft profitabel ist, bevor Kapitalanlageeffekte berücksichtigt werden. UNIQA nennt im Segment Schaden/Unfall eine Netto-Combined-Ratio von 91,0 Prozent. Das ist weiterhin profitabel, aber höher als im Vorjahreszeitraum. Genau solche Details erklären, warum ein Gewinnplus nicht automatisch nur Jubel bedeutet: Wachstum muss mit Qualität einhergehen.
UNIQA bestätigt den Ausblick für 2026 und nennt ein erwartetes Ergebnis vor Steuern zwischen 540 und 570 Millionen Euro. Zusätzlich verweist die Meldung auf einen Dividendenvorschlag von 72 Cent je Aktie. Solche Angaben sind für Anlegerinnen und Anleger wichtig, weil sie zeigen, ob das Management den Jahresstart als tragfähig einschätzt oder nur als starken Einzelquartalseffekt wertet.
Gleichzeitig bleiben die Einschränkungen wesentlich. Naturkatastrophen, Kapitalmarktverwerfungen und geopolitische Risiken können Versicherer rasch treffen. Ein bestätigter Ausblick ist daher kein Versprechen, sondern eine Einschätzung auf Basis des aktuellen Geschäftsverlaufs.
UNIQA meldet verrechnete Prämien von 2,80 Milliarden Euro, ein Ergebnis vor Steuern von 160 Millionen Euro und ein Konzernergebnis netto von 128 Millionen Euro.
Nicht nur das Gewinnplus zählt, sondern die Qualität des Versicherungsgeschäfts: technische Profitabilität, Combined Ratio, Solvency-II-Quote und die Entwicklung der Kernmärkte.
CEE steht für Zentral- und Osteuropa. UNIQA bezeichnet Österreich und CEE als Kernmärkte und sieht dort weiterhin Wachstumsmöglichkeiten.
UNIQA bestätigt laut Meldung einen Ausblick für das Ergebnis vor Steuern zwischen 540 und 570 Millionen Euro, vorbehaltlich außergewöhnlicher Naturkatastrophen oder Kapitalmarktverwerfungen.