Wiener Wasser nimmt beim Wasserbehälter Hungerberg das 17. Trinkwasserkraftwerk in Betrieb. Hochquellwasser erzeugt dort klimafreundlichen Strom.
Beim Wasserbehälter Hungerberg entsteht Wiens 17. Trinkwasserkraftwerk. Es nutzt Hochquellwasser und liefert Ökostrom für rund 700 Haushalte.
Wiener Wasser nimmt im Juni 2026 beim Wasserbehälter Hungerberg in Döbling das 17. Trinkwasserkraftwerk der Stadt in Betrieb. Die Anlage nutzt Höhenunterschiede im System der Hochquellleitungen, um klimafreundlichen Strom zu erzeugen. Laut Aussendung kann sie rund 700 Haushalte mit Ökostrom versorgen.
Das Projekt zeigt, wie bestehende Wasserinfrastruktur zusätzlich für erneuerbare Energie genutzt werden kann. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky verweist darauf, dass Wien bis 2040 klimaneutral werden will und dafür jede erneuerbare Energiequelle nutze. Beim Hochquellwasser liegt der Vorteil darin, dass es im freien Gefälle aus den Alpen nach Wien fließt.
Das neue Kraftwerk befindet sich beim Wasserbehälter Hungerberg in Döbling. Es ist Teil einer Reihe von Trinkwasserkraftwerken entlang der beiden Hochquellleitungen und innerhalb Wiens. Die Anlage besteht laut Aussendung aus vier Pumpen, die als Turbinen genutzt werden.
Die erzeugte Energie wird in das Stromnetz eingespeist. Gleichzeitig bleibt die Trinkwasserfunktion zentral. Bei Bedarf kann die Anlage als Pumpwerk arbeiten, etwa wenn an den Hochquellenleitungen gearbeitet wird und Wasser in höher gelegene Behälter gepumpt werden muss. Genau diese Doppelfunktion macht das Projekt infrastrukturell interessant.
Die Wiener Hochquellleitungen bringen Wasser aus den Alpen nach Wien. Auf diesem Weg entstehen Höhenunterschiede. Wo Wasser mit ausreichendem Druck fließt, kann Bewegungsenergie über Turbinen in Strom umgewandelt werden. Das Prinzip ähnelt klassischer Wasserkraft, ist hier aber in die Trinkwasserinfrastruktur eingebettet.
Der Vorteil liegt darin, dass keine zusätzliche Flusslandschaft verbaut werden muss. Die Stadt nutzt eine bestehende Infrastruktur, die ohnehin für die Wasserversorgung betrieben wird. Damit wird aus einem Versorgungssystem zugleich ein Beitrag zur erneuerbaren Stromproduktion.
Die neue Anlage soll klimafreundlichen Strom für etwa 700 Haushalte erzeugen. Diese Zahl macht die Dimension greifbar: Es handelt sich nicht um ein Symbolprojekt, aber auch nicht um ein Großkraftwerk. Relevant ist vor allem, dass viele solcher Anlagen zusammen einen spürbaren Beitrag leisten können.
Laut Aussendung erzeugen die bestehenden Trinkwasserkraftwerke inzwischen so viel Ökostrom, dass der Strombedarf einer Stadt wie Wiener Neustadt mit rund 50.000 Einwohner:innen gedeckt werden könnte. Diese Einordnung zeigt, warum die Stadt weitere Standorte prüft, darunter den Wasserbehälter Rosenhügel.
Das Projekt steht im Zusammenhang mit der Zukunftsstrategie „Wiener Wasser 2050“. Diese Strategie betrifft nicht nur Wasserinfrastruktur, sondern auch Klimaschutzinitiativen. Wasserbehälter, Leitungen und technische Anlagen werden damit nicht nur als Versorgungssystem betrachtet, sondern auch als mögliche Standorte für erneuerbare Energie.
Gemeinderätin Susanne Haase betont in der Aussendung die Bedeutung von Investitionen in Infrastruktur. NEOS-Energiesprecher Stefan Gara nennt das 17. Trinkwasserkraftwerk ein Beispiel dafür, vorhandene Ressourcen intelligent zu nutzen. Bezirksvertreter:innen aus Döbling verweisen zugleich auf Versorgungssicherheit und den lokalen Beitrag zur Klimaneutralität.
Die Stadt Wien setzt nicht nur auf Trinkwasserkraftwerke. Laut Aussendung werden auch Photovoltaik-Anlagen auf Wasserbehältern ausgebaut. Am Wasserbehälter Unterlaa wurde bereits 2020 eine große Photovoltaik-Anlage eröffnet. 2025 kamen gemeinsam mit Wien Energie zwei Standorte in Moosbrunn und am Buchberg in Penzing dazu.
Bis Ende 2026 soll eine weitere Photovoltaik-Anlage auf dem Wasserbehälter Schafberg in Hernals errichtet werden. Damit entsteht ein Mix aus Wasserkraft und Sonnenstrom auf bestehender Wasserinfrastruktur. Paul Hellmeier, Chef von Wiener Wasser, verweist in der Aussendung darauf, dass die Produktion klimafreundlichen Stroms bei Wiener Wasser eine lange Tradition habe und weiter ausgebaut werde.
In der Döblinger Anlage werden vier Pumpen als Turbinen genutzt. Technisch bedeutet das: Wasserbewegung treibt die Maschinen an, die Strom erzeugen können. Bei Bedarf kann die Anlage umgekehrt als Pumpwerk dienen und Wasser in höher gelegene Behälter fördern.
Wasserbehälter speichern Trinkwasser und helfen, Druck sowie Versorgungssicherheit im Netz zu stabilisieren. Der Hungerberg in Döbling ist nun auch Standort eines Trinkwasserkraftwerks. Damit wird ein bestehender Teil der Wasserversorgung zusätzlich energetisch genutzt.
Die Hochquellleitungen transportieren Wasser aus Quellgebieten nach Wien. Weil das Wasser auf seinem Weg Höhenunterschiede überwindet, kann Energie gewonnen werden. Das funktioniert, ohne dass die Trinkwasserqualität oder die Versorgungsaufgabe in den Hintergrund treten dürfen.
Das Trinkwasserkraftwerk in Döbling zeigt einen Ansatz, der für urbane Klimapolitik wichtig ist: Nicht jede Maßnahme muss ein Großprojekt sein, um Wirkung zu entfalten. Wenn bestehende Infrastruktur an vielen Stellen zusätzlich Energie erzeugt oder Photovoltaik-Flächen bereitstellt, entsteht der Beitrag durch die Summe vieler Anlagen.
Für Wien ist dieser Ansatz besonders passend, weil die Stadt über ein großes Wasser- und Behältersystem verfügt. Die Nutzung von Druck, Gefälle und Dachflächen kann erneuerbare Energie erzeugen, ohne die Primärfunktion der Wasserversorgung aufzugeben. Das macht solche Projekte planerisch attraktiv: Sie verbinden Versorgungssicherheit, Klimaziele und effiziente Nutzung öffentlicher Infrastruktur.
Laut Aussendung nimmt Wiener Wasser die Anlage im Juni 2026 in Betrieb. Standort ist der Wasserbehälter Hungerberg in Döbling. Es ist das 17. Trinkwasserkraftwerk der Stadt.
Die Stadt nennt Strom für rund 700 Haushalte. Der Strom wird in das Netz eingespeist. Die genaue Jahresproduktion wird in der Aussendung nicht beziffert.
Das Hochquellwasser fließt im freien Gefälle aus den Alpen nach Wien. Höhenunterschiede und Wasserdruck können technisch genutzt werden. Turbinen wandeln diese Bewegungsenergie in Strom um.
Die Aussendung beschreibt die Anlage ausdrücklich als Teil der Wasserinfrastruktur. Bei Bedarf kann sie als Pumpwerk genutzt werden, um die Versorgung zu gewährleisten. Die Energieproduktion ergänzt also die Versorgungsfunktion.
Weitere Standorte für Trinkwasserkraftwerke werden laut Stadt geprüft oder geplant, etwa Rosenhügel. Zusätzlich sollen Photovoltaik-Anlagen auf Wasserbehältern ausgebaut werden, darunter eine Anlage am Schafberg bis Ende 2026.
Der Standort ist wichtig, weil Wasserbehälter technische Knotenpunkte im Versorgungsnetz sind. Beim Hungerberg kann die Stadt die vorhandene Infrastruktur doppelt nutzen: zur Speicherung und Verteilung von Trinkwasser sowie zur Stromerzeugung aus dem vorhandenen Gefälle.
Grundlage ist die Mitteilung der Stadt Wien und von Wiener Wasser. Weiterführende Quellen: Presse-Service der Stadt Wien zum Trinkwasserkraftwerk Döbling, Pressebilder der Stadt Wien und Stadt Wien zu Trinkwasserkraftwerken am Beispiel Schafberg. Kontakt laut Aussendung: Philipp Lindner, Telefon +43 1 4000 81853, E-Mail philipp.lindner [at] wien.gv.at; Astrid Rompolt, Wiener Wasser, Telefon +43 1 599 59 31071, E-Mail astrid.rompolt [at] wien.gv.at.