Das mumok eröffnet am 20. Juni 2026 eine fünfaktige Schau rund um Kate Milletts Installation und zeigt rund 400 Werke
Am 20. Juni 2026 startet im mumok die Ausstellung Terminal Piece — erste Großausstellung unter Generaldirektorin Fatima Hellberg; Prolog-Ebene bis 30.9. kostenfrei.
Am 20. Juni 2026 eröffnet das mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien die Großausstellung Terminal Piece. Es ist die erste große Schau unter der Leitung von Generaldirektorin Fatima Hellberg; namensgebender Ausgangspunkt ist eine Installation von Kate Millett aus dem Jahr 1972, die das mumok als ersten Ankauf unter Hellberg erworben hat.
Die Ausstellung erstreckt sich in fünf Akten über fünf Ebenen des Hauses und versammelt rund 400 Kunstwerke aus der mumok Sammlung, Leihgaben und neue Auftragsarbeiten. Die Eingangsebene (Prolog) ist bis 30. September 2026 frei zugänglich.
Der Titel Terminal Piece bezeichnet laut Aussendung sowohl ein Ende als auch einen Aufbruch. Im Mittelpunkt steht die gleichnamige Installation der US-amerikanischen Künstlerin, Feministin und Schriftstellerin Kate Millett aus dem Jahr 1972. Die Arbeit zeigt „eine einzelne Schaufensterpuppe [die] sitzt inmitten leerer Stuhlreihen, vom Publikum durch Gitterstäbe getrennt“ und verlangt eine unmittelbare Begegnung: Die Installation „erschließt sich nicht aus sicherer Distanz: Sie muss betreten werden, und jeder Moment, in dem man dem Blick der Figur begegnet oder wegschaut, wird Teil des Werks selbst.“
Kate Millett, deren Buch Sexual Politics (1970) in der Aussendung als eines der Gründungsdokumente der feministischen Theorie bezeichnet wird, hat Terminal Piece als Reaktion auf den Fall der Sylvia Likens (1965) geschaffen. Millett selbst wird mit den Worten zitiert: „Ich habe diese Arbeit gemacht, weil ich sie nicht schreiben konnte.“ Die Mumok-Aussendung zitiert zudem Milletts Anspruch auf die Kraft der Kunst, „Bilder [zu] erzeugen, ‚so unumstößlich, dass sie sich nicht wieder auslöschen lassen‘“.
Fatima Hellberg beschreibt den Ankauf der Millett-Installation als „bewusste programmatische Setzung“ und wird in der Aussendung mit den Worten zitiert: „Kate Millett hat vor mehr als fünfzig Jahren Fragen gestellt, die heute drängender sind denn je: Wer beobachtet wen? Wer hat die Macht, jemanden sichtbar oder unsichtbar zu machen? Die Rechte und Errungenschaften, die Millett beschäftigten, sind in unserer Gegenwart hochaktuell."
Chefkurator und stellvertretender wissenschaftlicher Geschäftsführer Lukas Flygare, der gemeinsam mit Hellberg die inhaltliche Konzeption verantwortet, sagt: „Wir haben nicht einfach ein Thema vorgegeben und Werke dazu ausgewählt. Wir haben Milletts Werk so ernst genommen, dass es zur Linse wurde – durch die wir alles andere neu gelesen haben. Das Ergebnis ist eine Ausstellung, in der es keine neutralen Räume gibt.“
Die Schau ist in fünf Akte gegliedert, die sich jeweils auf unterschiedlichen Ebenen des mumok entfalten. Der Prolog auf Ebene 0 wurde von der Bühnenbildnerin Anna Viebrock gestaltet; sie verwandelte 700 Quadratmeter der Eingangsebene in ein begehbares Gesamtkunstwerk. Hellberg zitiert Viebrock mit den Worten: „Ich wollte einen Raum für Menschen inszenieren“ — ein Prinzip, das laut Aussendung zur Grundhaltung der gesamten Schau wurde.
Akt 1 (Ebene 4) startet bei Kate Milletts Installation und öffnet sich anschließend zu einer weitläufigen Galerie, in der ein wieder geöffnetes Panoramafenster einen Blick auf den Stephansdom und weitere historische Sehenswürdigkeiten erlaubt. Zu den in Akt 1 gezeigten Werken zählen Megan Plunketts fotografische Serie Dissembalancer (2020–2026), Kobby Adis Skulptur The Machine (2026) und Melanie Counsells begehbare Stahlskulptur [last moments seen from above] (2026).
Akt 2 (Ebene 3) widmet sich dem Verhältnis von politischen Idealen und gelebter Erfahrung; als inhaltlicher Fluchtpunkt wird Elisabeth Subrins Film Swallow (1995) genannt. In Akt 2 treten laut Aussendung Arbeiten von Birgit Jürgenssen, Anna Oppermann und Louis Goodman in Dialog miteinander.
Akt 3 (Ebene 2) fokussiert Dokumentation und Zeugenschaft. Als visueller Anker dient Leviathan (2012) von Verena Paravel und Lucien Castaing-Taylor, das in großer Projektion gezeigt wird. In den angrenzenden Räumen finden sich unter anderem fotografische Arbeiten von Annie Ernaux & Marc Marie, Jean Fautriers Têtes d'otages (1943–1945) sowie Arbeiten von Heimrad Bäcker und weiteren Künstler*innen, die in der Aussendung ausdrücklich genannt werden.
Akt 4 (Ebene -2B) untersucht „den Apparat des Sehens“; hier sollen Instrumente, Medien und Vorrichtungen thematisiert werden, durch die Wahrnehmung vermittelt wird. Neue Arbeiten von Nina Porter sowie das Archiv von Kate Millett zur Entstehung von Terminal Piece werden laut Aussendung in diesem Akt gezeigt.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Begleitprogramm und einer Publikation begleitet. Die Publikation erscheint mit Mitherausgeberschaft von Camilla Wills (Divided Publishing, London) und versammelt laut Mitteilung einen Wiederabdruck eines Originaltexts von Kate Millett sowie neue Essays von Gregg Bordowitz, Rachel Cusk, Amanda Holmes und Ariana Reines.
In der Aussendung wird eine lange Liste beteiligter Künstler*innen genannt, darunter Magdalena Abakanowicz, Joseph Beuys, Rebecca Horn, Bruce Nauman, Sigmar Polke, Rosemarie Trockel, Kate Millett, Verena Paravel & Lucien Castaing-Taylor, Megan Plunkett, Elisabeth Subrin, Anna Viebrock und viele weitere.
Laut Hellberg ist Terminal Piece „die erste öffentlich sichtbare Richtungsentscheidung des mumok“. Sie wird in der Aussendung mit den Worten zitiert: „Dieses Haus wurde zur Bewahrung und Pflege von Kunst gebaut – ein Schutzraum. Aber Schutz muss nicht Distanz bedeuten. Wir haben angefangen, das Museum zu öffnen und Fenster aufzumachen – nicht als Metapher, sondern als erster konkreter Schritt. Wir möchten die Erfahrungen, die Kunst bieten kann, mit allen teilen.“
Der freie Eintritt zur Eingangsebene wird in der Aussendung als Teil dieser Haltung beschrieben; die kostenlose Zugänglichkeit bis 30. September 2026 sei „finanziert durch private Fördermittel und die Unterstützung des mumok Board“. Hellberg wird weiter mit der Aussage zitiert: „Der Zugang zu Kultur ist ein Recht – und dieses Recht müssen wir auf jede Art ermöglichen" und: „Diese Werke wurden mit öffentlichen Geldern gepflegt. Sie gehören der Öffentlichkeit. Also geben wir ihr ein Teil als kostenfreies Erlebnis zurück."
Der Eröffnungstag findet laut Mitteilung am 20. Juni 2026 von 14–20 Uhr statt; der Eintritt ist an diesem Tag für alle kostenfrei. Die Aussendung listet stündliche Führungen, ein Workshop („poppets“) mit Birke Gorm, Live-Siebdruck der Viadukt Siebdruckwerkstatt, einen Kostümflohmarkt aus dem Volkstheater-Fundus, ein Pop-up-Café, ein Musikprogramm und weitere Angebote. Es ist keine Anmeldung erforderlich; alle Programmpunkte sind kostenfrei.
In der Ausstellungskonstellation wird Kate Milletts Terminal Piece als Installation bezeichnet. In der Aussendung wird die Arbeit als räumliche Anordnung beschrieben, die eine direkte Teilnahme des Publikums verlangt: Die Besucher*innen müssen den Raum betreten, und ihr Verhalten — Blickkontakt oder Wegschauen — wird als Teil des Werks verstanden.
Der Prolog auf Ebene 0 ist in dieser Schau ein eigener Abschnitt: Anna Viebrock verwandelt 700 Quadratmeter der Eingangsebene in ein begehbares Gesamtkunstwerk. Der Prolog ist bis 30. September 2026 bei freiem Eintritt zugänglich.
Der Begriff „White Cube“ beschreibt die konventionelle museale Ausstellungsform mit neutralen, weißen Räumen. In der Aussendung wird explizit erklärt, dass die Hängung und Szenographie von Viebrock bewusst von dieser Norm abweichen und stattdessen wechselnde Maßstäbe und Blickachsen einsetzen.
Das Kate-Millett-Archiv wird laut Aussendung in Akt 4 gezeigt. Ein Archiv bezeichnet hier gesammeltes Material zu Entstehung und Kontext einer Arbeit, das als Ausstellungsbestandteil Einsichten in Produktions- und Rezeptionszusammenhänge liefern kann.
Die kuratorische Leitung liegt laut Mitteilung bei Fatima Hellberg und Lukas Flygare; Flygare wird als Chefkurator und stellvertretender wissenschaftlicher Geschäftsführer benannt. In der Aussendung heißt es, Milletts Werk sei zur „Linse“ geworden, durch die die Kurator*innen den Bestand neu gelesen hätten.
Terminal Piece ist vom 20. Juni 2026 bis 7. Februar 2027 im mumok zu sehen. Die Adresse lautet Museumsplatz 1, 1070 Wien. Die Eingangsebene (Prolog von Anna Viebrock) bietet bis 30. September 2026 freien Eintritt; die Aussendung nennt zudem das Eröffnungsprogramm am 20. Juni 2026 mit kostenfreien Angeboten ohne Anmeldung.
Eine Publikation zur Ausstellung erscheint mit Beteiligung von Camilla Wills (Divided Publishing, London) und enthält laut Mitteilung Essays von Gregg Bordowitz, Rachel Cusk, Amanda Holmes und Ariana Reines sowie einen Wiederabdruck eines Originaltexts von Kate Millett.
Die Ausstellung Terminal Piece eröffnet am 20. Juni 2026 im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien. Sie läuft laut Mitteilung bis zum 7. Februar 2027.
Namensgebend ist Kate Milletts Installation Terminal Piece (1972), die das mumok als ersten Ankauf unter Generaldirektorin Fatima Hellberg erworben hat. Die Arbeit besteht aus einer Schaufensterpuppe inmitten leerer Stuhlreihen, vom Publikum durch Gitterstäbe getrennt, und verlangt laut Aussendung eine direkte Begegnung.
Die Schau ist in fünf Akte über fünf Ebenen des Hauses gegliedert: Prolog (Ebene 0) sowie Akte auf den Ebenen 4, 3, 2 und -2B, die in der Aussendung jeweils kurz umrissen und mit konkreten Werken bzw. Themenschwerpunkten benannt werden.
Laut Aussendung ist die Eingangsebene (Prolog von Anna Viebrock) bis 30. September 2026 kostenlos zugänglich. Der freie Eintritt zur Eingangsebene wird als durch private Fördermittel und die Unterstützung des mumok Board finanzierter Beitrag beschrieben.
Die Ausstellung wird laut Mitteilung von Fatima Hellberg und Lukas Flygare kuratiert; Flygare wird als Chefkurator und stellvertretender wissenschaftlicher Geschäftsführer genannt.
Ja. Die Aussendung nennt eine von Camilla Wills (Divided Publishing, London) mitherausgegebene Publikation, die den Wiederabdruck eines Originaltexts von Kate Millett sowie neue Essays von Gregg Bordowitz, Rachel Cusk, Amanda Holmes und Ariana Reines versammelt.
Presseinformationen und Bildmaterial: https://www.mumok.at/presse/kuenftige-ausstellungen/terminal-piece
Weitere Informationen: https://www.mumok.at
Kontakt Museum (mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien): Mag. Katharina Murschetz, Telefon: +43-1-52500-1400; Mag. Katharina Kober, Telefon: +43-1-52500-1309; Presse-E-Mail: presse[at]mumok.at