Jeden Tag verschwinden weltweit Waldflächen in alarmierendem Tempo – ein Problem, das direkt mit dem europäischen Konsum zusammenhängt. Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März warnt die Menschenrechtsorganisation Südwind vor einer Abschwächung des europäischen Waldschutzes und fordert eine rasche Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung in Österreich.
Die österreichische Menschenrechtsorganisation Südwind schlägt anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März Alarm: Wälder verschwinden in alarmierendem Tempo und mit ihnen die Lebensgrundlage von Millionen Menschen weltweit, angetrieben durch den Anbau und Handel von Rohstoffen für den europäischen Markt. Indigene Gruppen und andere lokale Communities werden vertrieben, bedroht und ermordet und setzen sich dennoch weiterhin für die Wälder ein.
Die Zahlen, die Südwind präsentiert, lauten: Jede Minute werden rund 100 Bäume gefällt, um den Konsum der Europäischen Union – und somit auch von Österreich – zu decken. Österreich trägt als EU-Mitglied seinen Anteil an dieser globalen Waldzerstörung. Hinter diesen Werten verbergen sich konkrete menschliche Tragödien: Millionen von Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage, während indigene Gruppen und lokale Communities vertrieben, bedroht und in extremen Fällen ermordet werden.
Die EU-Entwaldungsverordnung sollte ein Instrument sein, die Einfuhr von Produkten zu verhindern, die zur Entwaldung beitragen. Sie verpflichtet Unternehmen dazu, nachzuweisen, dass ihre Produkte nicht auf entwaldeten Flächen angebaut oder produziert wurden.
Trotz zahlreicher nachträglicher Zugeständnisse und obwohl schon längst die Umsetzung der Verordnung in Österreich vorbereitet werden sollte, sind Forst- und Agrarverbände weiterhin darum bemüht, die EU-Entwaldungsverordnung aufzuweichen und die Umsetzung hinauszuzögern.
Südwind fordert daher ein klares politisches Bekenntnis von der österreichischen Bundesregierung und Österreichs EU-Abgeordneten: Keine weiteren Schlupflöcher und faulen Kompromisse beim Waldschutz, sondern endlich eine konsequente Umsetzung des Gesetzes.
Schätzungen zufolge könnten durch die EU-Entwaldungsverordnung in nur einem Jahr bereits rund 50 Millionen Bäume vor der Abholzung bewahrt werden. Für Verbraucher würde die Verordnung nachhaltigen Konsum erleichtern, indem Produkte aus Entwaldung vom EU-Markt ausgeschlossen würden und Unternehmen nachweisen müssen, dass ihre Produkte nicht auf entwaldeten Flächen angebaut wurden.
Hinter den Umweltaspekten verbergen sich dramatische Menschenrechtsverletzungen. Indigene Gruppen und andere lokale Communities werden vertrieben, bedroht und in einigen Fällen ermordet. Diese Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel, um die letzten intakten Waldgebiete zu bewahren.
Südwind beteiligt sich mit einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen an einer Petition gegen den Abbau europäischer Schutzgesetze. Die Petition „Hände weg vom Waldschutz“ kann auf der Webseite von Südwind unterzeichnet werden.
„Mit der Entwaldungsverordnung hat Europa erstmals die Chance, wirksam gegenzusteuern, anstatt Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen für unseren Konsum weiterhin in Kauf zu nehmen“, so Maria Hammer, Südwind-Sprecherin für Waldschutz. Die Organisation fordert eine konsequente Umsetzung des Gesetzes.