27. Mai 2026 – Trotz erfolgreicher Lobbyarbeit für Bezeichnungsschutz und ein Berufsgesetz ist die finanzielle Lage des Österreichischen Berufsverbands der Sozialen Arbeit (obds) laut Verbandsmitte...
27. Mai 2026 – Trotz erfolgreicher Lobbyarbeit für Bezeichnungsschutz und ein Berufsgesetz ist die finanzielle Lage des Österreichischen Berufsverbands der Sozialen Arbeit (obds) laut Verbandsmitteilung prekär. Eine neue Fortbildungsbörse und verstärkte Mitgliederwerbung sollen Mehreinnahmen bringen; eine Mitgliederbefragung bestätigt die bisherigen Schwerpunkte der Verbandsarbeit.
Der obds führte eine Mitgliederbefragung durch, an der fast 25% aller Mitglieder teilgenommen haben. Befragt wurden Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen zu den wichtigsten Kernaufgaben des Berufsverbands.
Die Befragten sehen das Fundament der Sozialen Arbeit in der Definition der Sozialen Arbeit: über 95% halten es sehr oder eher für wichtig, dass sich der obds darauf bezieht. Die ethischen Grundsätze der Sozialen Arbeit sind für 98% der Befragten sehr oder eher wichtig. Unabhängigkeit und parteipolitische Neutralität des Berufsverbands werden von 91% als sehr oder eher wichtig eingeschätzt. Mehr als 60% geben an, auch Mitglied einer Gewerkschaft zu sein.
Der obds finanziert sich derzeit zu 80% aus Mitgliedsbeiträgen. Christoph Krenn, Vorsitzender des Vorstands, sagt dazu: „Es ist mehr als bitter, dass die Weiterführung der erfolgreichen Arbeit ab dem Jahr 2027 aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel derzeit ungesichert ist. Die Zahl der Mitglieder und die Höhe der Beiträge, die Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen für ihren Berufsverband leisten, entscheiden darüber, wie viele Ressourcen wir für die berufspolitische Vertretung aufwenden können – besonders, wenn wir wie von den Mitgliedern mit Recht gefordert, unabhängig und parteipolitisch neutral bleiben wollen.“
Um Mehreinnahmen zu erzielen, bietet der obds neben Stellenausschreibungen auf der eigenen Homepage ab sofort eine Fortbildungsbörse für Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen an. Julia Pollak, Geschäftsführerin des obds, betont: „Solange es möglich ist, werden wir uns mit voller Kraft für ein Berufsgesetz für Soziale Arbeit einsetzen, Soziale Arbeit sichtbar machen und Raum für Austausch und Vernetzung bieten. Gleichzeitig muss unser Fokus aber auch darauf liegen, Mehreinnahmen zu erzielen. Gelingt das nicht, besteht die Gefahr, dass die berufspolitische Arbeit künftig wieder durch ehrenamtlich tätige Personen geleistet werden muss“.
Sarah Stidl (Öffentlichkeitsarbeit & Administration im obds) erklärt: „Damit schaffen wir für unsere Kolleg*innen eine Plattform, um die für sie passende Fortbildung zu finden. Für Anbieter*innen von Fortbildungen ist es attraktiv, diese österreichweit zu bewerben. Das ist auch ein Beitrag zur Qualitätssicherung – denn eine kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung ist gerade in der Sozialen Arbeit zentral.“
Weiterhin besteht die Möglichkeit, Inserate in der Zeitschrift SIÖ zu schalten oder die Zeitschrift ohne Mitgliedschaft zu abonnieren. Andreas Pavlic, Chefredakteur der SIÖ, sagt: „Sie ist die einzige Zeitschrift in Österreich, die in dieser Form Praxis und Theorie der Sozialen Arbeit vereint und aktuelle gesellschaftliche Themen in Hinblick auf die Soziale Arbeit reflektiert, einordnet und innovative Lösungsansätze vorstellt“.
Ordentliche Mitgliedschaften sind für Personen in Ausbildung sowie Berufsangehörige möglich; Einrichtungen können durch eine Fördermitgliedschaft unterstützen. Weitere Informationen und Kontakt: https://www.obds.at, E-Mail: [email protected].
Quelle: Pressemitteilung obds, 27. Mai 2026. Original: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260527_OTS0034/sozialarbeiterinnen-und-sozialpaedagoginnen-fordern-bei-politischen-entscheidungsprozessen-mitsprache-ein