Am 26.05.2026 startet Österreich mit einer neuen Förderinitiative, die das Innovationsgeschehen im Land beschleunigen soll: Die Seal of Excellence-Förderung der FFG bringt europaweit als exzellent ...
Am 26.05.2026 startet Österreich mit einer neuen Förderinitiative, die das Innovationsgeschehen im Land beschleunigen soll: Die Seal of Excellence-Förderung der FFG bringt europaweit als exzellent bewertete Projekte schneller in die Umsetzung. Für Forschende, Startups und Unternehmen in Österreich bedeutet das: weniger Bürokratie, mehr Tempo und gezielte Unterstützung für Deep-Tech-Vorhaben. Die Maßnahme ist unmittelbar relevant für den Innovations- und Industriestandort Österreich und steht ausdrücklich in Verbindung mit der Industriestrategie 2035.
Die neue Seal of Excellence-Förderung nutzt die bereits in Horizon Europe verliehene Exzellenzbewertung, um national jene Projekte zu fördern, die wegen begrenzter EU-Mittel nicht finanziert wurden. Österreich übernimmt damit die strenge europäische Bewertung und verzichtet auf eine zusätzliche nationale Fachbegutachtung. Die Abwicklung erfolgt pragmatisch als Lump-Sum-Förderung, wodurch administrativer Aufwand reduziert und Umsetzungsgeschwindigkeit erhöht werden. Zwei Förderlinien sind vorgesehen: EIC Accelerator Seal of Excellence für Startups und KMU (bis zu 70 % der förderfähigen Kosten, maximal 2,5 Mio. EUR) sowie ERC Proof of Concept Seal of Excellence (150.000 EUR Pauschalförderung).
Der Begriff "Seal of Excellence" bezeichnet ein Exzellenzsiegel, das Anwendungen bei europäischen Förderprogrammen wie Horizon Europe erhalten können, die in einer strengen Bewertung als herausragend eingestuft, aber wegen begrenzter Budgets nicht gefördert wurden. In diesem Zusammenhang dient das Siegel als Qualitätssignal: Es dokumentiert, dass ein Projekt extern fachlich sehr gut begutachtet wurde. Für Fördergeber ist das Siegel ein Indikator, der eine schnellere und vereinfachte nationale Förderung rechtfertigen kann. Im österreichischen Fall wird das Siegel nun als Grundlage für eine pauschalierte Finanzierung verwendet.
Lump-Sum-Förderung bedeutet, dass Förderbeträge pauschal gewährt werden, ohne dass jeder einzelne Kostenposten detailliert abgerechnet werden muss. Das reduziert administrative Hürden erheblich. Statt aufwändiger Projektrechnungen und Belegführung gilt eine vorher vereinbarte Pauschale, die den administrativen Aufwand für Fördernehmer und Fördergeber gleichermaßen senkt. Für viele Labs, Startups und Forschungsteams ist diese Vereinfachung ein entscheidender Faktor, um schneller zu experimentieren, Prototypen zu bauen und Skalierungsvorhaben umzusetzen.
Der EIC Accelerator ist ein Instrument auf EU-Ebene zur Förderung hochinnovativer Unternehmungen mit stark skalierbaren Geschäftsideen. Er kombiniert Risiko- und Innovationsförderung mit der Möglichkeit, große Summen an Zuschüssen oder Beteiligungskapital zu erhalten. Als Seal of Excellence-Variante adressiert die nationale Förderung insbesondere jene EIC-Anträge, die extern positiv bewertet wurden, aber aus EU-Mitteln keinen Zuschlag erhielten. So können ausgezeichnete Startups und KMU national unterstützt werden, um Marktreife und Skalierung zu erreichen.
Der ERC Proof of Concept unterstützt Forschende dabei, erste Anwendungspfade oder Verwertungsoptionen für exzellente Grundlagenforschung zu erkunden. Die Förderung ist dafür gedacht, wissenschaftliche Ergebnisse zu prüfen, Prototypen zu entwickeln oder die Schutzrechtslage zu klären. In der hier angekündigten Seal of Excellence-Linie erhalten Projekte, die ein positives ERC-Review vorweisen, eine pauschale Unterstützung, um Technologie-Transfer und Verwertung voranzutreiben.
Deep-Tech umfasst Grundlagenforschung-gestützte, technologisch anspruchsvolle Innovationen, die oft einen längeren Entwicklungszyklus haben, aber gleichzeitig großes Marktpotenzial besitzen. Beispiele sind Quanten-, Biotech-, Advanced-Material- oder Robotik-Lösungen. Deep-Tech-Projekte benötigen typischerweise umfangreichere Entwicklungsphasen, spezialisierte Infrastruktur und eine enge Verzahnung von Forschung und industrieller Anwendung. Schnelle und unbürokratische Förderungen sind deshalb besonders wichtig, um Zeitfenster für Wettbewerbsvorteile nicht zu verpassen.
Horizon Europe ist das aktuelle Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm der Europäischen Union. Projekte, die hier erfolgreich bewertet werden, gelten als qualitativ hochwertig. Allerdings sind die zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt, weshalb exzellente Anträge nicht immer finanziert werden können. Das Seal of Excellence dient genau an dieser Stelle: Als Qualitätssignal ermöglicht es Mitgliedstaaten, national jene Projekte aufzugreifen, die europaweit als förderwürdig eingestuft wurden.
Technologische Souveränität meint die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, in zentralen Schlüsseltechnologien unabhängig, robust und wettbewerbsfähig zu agieren. Das schließt die Entwicklung eigener Lösungen, die Verfügbarkeit kritischer Infrastruktur und die Sicherstellung von Wertschöpfungsketten ein. Die Seal of Excellence-Förderung positioniert sich direkt an diesen Zielen, indem sie exzellente Projekte unterstützt, die zur Stärkung der technologischen Basis Österreichs beitragen können.
Die Idee, europaweit bewertete Exzellenz für nationale Förderentscheidungen zu nutzen, ist kein Zufall: In den letzten Jahrzehnten hat sich die Förderlandschaft in Europa von breit gestreuten, teils stark bürokratischen Programmen hin zu stärker wirkungsorientierten, strategischen Instrumenten entwickelt. Während nationale Programme häufig auf detaillierte Abrechnung und umfangreiche Begutachtungen setzten, haben EU-Programme wie Horizon Europe rigide Peer-Review-Verfahren etabliert, die vergleichbare Qualitätsmaßstäbe liefern. Das Seal of Excellence-Konzept schließt damit eine Lücke: Es verbindet die stringente europäische Bewertungsqualität mit nationalen Mitteln, um Projekte, die europaweit als exzellent gelten, trotz begrenzter EU-Mittel nicht aus dem System fallen zu lassen.
In Österreich gab es in den vergangenen Jahren verstärkte Bemühungen, Innovationsförderung praxisnäher und effizienter zu gestalten. Instrumente wie pauschalierte Zuschüsse, risikokapitalähnliche Förderungen und verstärkte Kooperationen zwischen Universitäten und Industrie haben dazu beigetragen, Transferprozesse zu beschleunigen. Die nun vorgestellte Seal of Excellence-Förderung ist in diese Entwicklung eingebettet: Als Pilotinitiative soll sie zeigen, wie europäische Exzellenz und nationale Umsetzung pragmatisch zusammenspielen können.
Auf Länderebene gibt es in Österreich Unterschiede in Förderprovisionen, Schwerpunktsetzungen und regionalen Förderprogrammen. Während manche Bundesländer traditionell stark in Clusterförderungen und Standortentwicklung investieren, setzen andere auf gezielte Unterstützung für Technologie-Transfer oder Digitalisierungsinitiativen. Die nationale Seal of Excellence-Förderung bietet nun allen Regionen einen zusätzlichen Hebel, um exzellente Projekte schnell zu finanzieren und damit regionale Innovationsökosysteme zu stärken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz ist die österreichische Initiative ein klares Signal für ein schlankes Förderverfahren. Deutschland hat eine Vielzahl an Förderinstrumenten auf Bundes- und Länderebene, oft mit differenzierten Begutachtungsprozessen; die Schweiz nutzt nationale und kantonale Programme und ist bekannt für enge Verknüpfungen zu Industriepartnern. Österreichs Ansatz, die europäische Bewertung direkt zu übernehmen und auf nationale Pauschalförderung umzulegen, setzt auf Tempo und Effizienz und könnte in der Region als Modell wahrgenommen werden.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Seal of Excellence-Förderung konkret: schnellere Entwicklung neuer Technologien, mehr Startups mit Skalierungschancen und mögliche neue Arbeitsplätze in Hightech-Bereichen. Ein Beispiel: Ein österreichisches Startup mit einem Horizon-Europe-Antrag zur Energiespeichertechnologie erhält ein Seal of Excellence, fand in Brüssel aber keine Mittel. Mit der nationalen Förderung könnte das Unternehmen nun die Pilotphase finanzieren, Feldtests durchführen und erste KundInnen gewinnen. Das schafft Marktreife und schützt Innovationspotenzial, das sonst verloren gegangen wäre.
Für Universitäten und Forschungseinrichtungen entstehen Vorteile beim Technologietransfer: Proof-of-Concept-Projekte erhalten die Mittel, um Patente vorzubereiten, Gewerbepartner zu finden oder Spin-offs zu gründen. KMU profitieren, weil die Förderung bis zu 70 % der förderfähigen Kosten abdeckt (bei EIC Accelerator Seal of Excellence bis zu maximal 2,5 Mio. EUR), wodurch Investitionsrisiken signifikant reduziert werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Produkte überführt werden.
Auf kommunaler Ebene können regionalwirtschaftliche Effekte sichtbar werden: Zuliefernetzwerke, Arbeitsplätze in Hightech-Teams und eine stärkere Nachfrage nach spezialisierten Dienstleistern. Insgesamt wirkt die Maßnahme damit nicht nur auf einzelne Projekte, sondern auf ganze Innovationsökosysteme.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick, basierend auf der Mitteilung der FFG:
Diese Zahlen sind pragmatisch gewählt: Die Deckung von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten ist für kapitalintensive Skalierungsschritte besonders relevant. Die 2,5-Mio.-EUR-Grenze ermöglicht auch umfangreichere Technologietransfers, während die 150.000-EUR-Pauschale für Proof-of-Concept-Vorhaben meist ausreichend ist, um Schutzrechts- oder Prototypenarbeiten zu finanzieren. Die Lump-Sum-Logik reduziert administrativen Aufwand und ermöglicht Projekte schneller umzusetzen, was insbesondere bei Deep-Tech entscheidend ist.
Die Mitteilung zitiert Innovationsminister Peter Hanke: "Mit der neuen Seal of Excellence-Förderung schaffen wir einen schnelleren und effizienteren Weg, um europäisch ausgezeichnete Spitzenforschung und Deep-Tech-Innovationen umzusetzen." Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont die Bedeutung von Geschwindigkeit und technologischer Souveränität: "Europa und Österreich dürfen es sich nicht leisten, exzellente Projekte an Bürokratie, langen Verfahren oder fehlender Finanzierung scheitern zu lassen." FFG-Geschäftsführerinnen Henrietta Egerth und Karin Tausz heben die Vorteile der Lump-Sum-Logik und den Fokus auf Verwertung hervor.
Langfristig kann die Seal of Excellence-Förderung mehrere Effekte entfalten: Erstens die Beschleunigung von Transferprozessen, sodass Forschung schneller zu marktfähigen Produkten wird. Zweitens die Stärkung der technologischen Souveränität, weil nationale Mittel gezielt in Schlüsseltechnologien fließen. Drittens das Setzen eines Modells für effiziente Förderverfahren: Wenn die Pilotphase positive Wirkungen zeigt, könnten Folgeprogramme in Umfang und Zielgruppe erweitert werden.
Für Startups und KMU könnte sich die Erwartung an Förderbarkeit ändern: Extern positiv bewertete Projekte haben künftig eine reale Chance auf nationale Finanzierung – das erhöht Planungssicherheit. Für das wissenschaftliche System könnte die Maßnahme einen Impuls für intensiveren Transfer bedeuten, weil Proof-of-Concept-Projekte mit realen Mitteln ausgestattet werden. Voraussetzung für dauerhaften Erfolg sind jedoch transparente Kriterien, belastbare Evaluationsmechanismen der Pilotphase und eine enge Begleitung bei der Verwertung.
Interessierte Projekte reichen laufend über den FFG eCall ein. Grundlage ist das bereits verliehene EU-Exzellenzsiegel (Seal of Excellence) aus Horizon Europe. Die FFG hat Informationen zur Initiative unter www.ffg.at/seal-of-excellence bereitgestellt. Für Bewerberinnen und Bewerber empfiehlt sich:
Mehr Kontext und verwandte Berichte finden Sie auf pressefeuer.at: Seal of Excellence in Österreich, Deep-Tech-Trends, Industriestrategie 2035: Analysen. Die offizielle Quelle der Förderbekanntmachung ist die FFG: ffg.at/seal-of-excellence.
Die Seal of Excellence-Förderung ist ein pragmatischer Schritt, um exzellente Forschungs- und Innovationsprojekte in Österreich unabhängig von EU-Budgetengpässen schneller zur Anwendung zu bringen. Sie reduziert Bürokratie durch Lump-Sum-Logik, nutzt die europäische Exzellenzbewertung als Qualitätsbasis und zielt gezielt auf Deep-Tech und technologisch relevante Bereiche ab. Für Startups, KMU und Forschungseinrichtungen eröffnet die Initiative neue Chancen für Skalierung und Verwertung. Ob die Pilotphase die erhoffte Wirkung entfaltet, hängt von ihrer konkreten Ausgestaltung, transparenten Evaluationskriterien und einer engen Begleitung der geförderten Projekte ab.
Bleiben Sie informiert: Die FFG nimmt laufend Einreichungen entgegen; interessierte Projektträger sollten frühzeitig prüfen, ob ihnen ein Seal of Excellence vorliegt und welche Förderlinie passt. Welche Branchen werden durch die Maßnahme am stärksten profitieren? Und wie schnell lässt sich technologischer Vorsprung tatsächlich in Wertschöpfung umwandeln? Die Antworten auf diese Fragen werden die nächsten Monate der Pilotphase liefern.
Kontakt und Quelle: FFG - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft. Pressekontakt: Mag. Matthis Prabitz, Pressesprecher, Telefon: +43 5 7755-6017, E-Mail: [email protected]. Weitere Details: www.ffg.at/seal-of-excellence. Artikel erstellt am 26.05.2026.