Rechtzeitig vor den Osterfeiertagen sorgt eine neue Studie für Aufmerksamkeit: 87 Prozent der getesteten Schokoladen-Osterhasen tragen mittlerweile mindestens ein unabhängiges Gütesiegel für Nachhaltigkeit.
Rechtzeitig vor den Osterfeiertagen sorgt eine neue Studie für Aufmerksamkeit: 87 Prozent der getesteten Schokoladen-Osterhasen tragen mittlerweile mindestens ein unabhängiges Gütesiegel für Nachhaltigkeit. Das zeigt der aktuelle Osterhasen-Check der Menschenrechtsorganisation Südwind und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Besonders bemerkenswert: Branchenriesen wie Lindt lassen inzwischen Teile ihres Kakaos zusätzlich zertifizieren.
Gütesiegel bei Schokolade sind unabhängige Zertifizierungen, die sicherstellen sollen, dass bei der Produktion bestimmte soziale und ökologische Standards eingehalten werden. Das FAIRTRADE-Siegel und das EU-Biosiegel werden im Rahmen des Checks als relevante Kennzeichnungen genannt. Firmeninterne Nachhaltigkeitsprogramme sind laut den Organisationen kein Ersatz für unabhängige Zertifizierungen.
Fünf Testsieger, die sich bereits in den letzten Jahren als Vorreiter für soziale und ökologische Standards etabliert haben, gewinnen in diesem Jahr erneut das Rennen. Der „EZA-Schokohase“ aus den Weltläden, der „Billa Bio Schokohase“, der vegane „Billa Vegavita Bio Schoko Osterhase“, der „Spar Natur Pur Bio-Osterhase“ und der „BIO Osterhase Fairtrade“ von Hofer tragen nach Angaben des Checks sowohl das FAIRTRADE- als auch das EU-Biosiegel und erhalten deshalb eine doppelt grüne Bewertung im Ampelsystem des Osterhasen-Checks.
„Der Osterhasen-Check zeigt, dass faire und soziale Schokolade im Supermarkt schon lange kein Einzelfall mehr ist. Gleichzeitig gibt es immer noch Ausreißer, die keine unabhängigen Zertifizierungen aufweisen. Mit unserem Check bieten wir Orientierung, damit die Schokolade im Osternest nachhaltig ist“, so Gudrun Glocker, Lieferketten-Expertin bei Südwind und Anna Leitner, Ressourcen-Sprecherin bei GLOBAL 2000.
Auch in diesem Jahr trägt die Mehrheit der Schokohasen mindestens ein unabhängiges Gütesiegel, mit 87 Prozent sind es deutlich mehr als im Vorjahr, als der Anteil zirka bei 75 Prozent lag. Nur vier Hasen erhalten eine doppelt rote Bewertung: Sie haben weder für ökologische noch für soziale Standards ein unabhängiges Siegel.
„Eigene Nachhaltigkeits-Programme, auf die vor allem große Unternehmen setzen, sind kein Ersatz für unabhängige Zertifizierungen. Konsument:innen können sich nicht darauf verlassen, dass selbst definierte Kriterien bei der Herstellung der Schokolade eingehalten werden. Konzern-Initiativen sind oft intransparent und es wird nicht unabhängig kontrolliert“, sagt Gudrun Glocker von Südwind. Laut dem Osterhasen-Check lassen Branchenriesen wie Lindt Teile ihres Kakaos zusätzlich zertifizieren.
Die weltweiten Kakaopreise sind zuletzt wieder stark gesunken. Preisschwankungen setzen Kakaobäuer:innen, die ohnehin schon mit klimabedingten Ernteausfällen zu kämpfen haben, unter zusätzlichen Druck. Besonders jetzt ist es wichtig, den fairen und sozialen Anbau zu unterstützen, der ein menschenwürdiges und sicheres Auskommen ermöglicht.
„Kinder- und Zwangsarbeit und sehr niedrige Bezahlung sind nach wie vor große Probleme. Waldzerstörung für Kakao-Anbauflächen schaden wiederum indigenen und anderen lokalen Gemeinschaften“, so Gudrun Glocker von Südwind. „Dagegen können auch wir in Europa etwas tun: Die EU-Entwaldungsverordnung soll verhindern, dass Produkte in Zusammenhang mit Waldzerstörung auf den europäischen Markt kommen. Sie steht aber gerade massiv unter Beschuss vieler Mitgliedsländer. Österreich muss sich hier endlich seiner Verantwortung bewusst werden.“
Dieser Check bezieht sich auf Schokoladen-Hohlfiguren, die bis 17.03.2026 in österreichischen Supermärkten erhältlich waren und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Hase wurde nur einmal aufgenommen – auch wenn er im Handel in unterschiedlichen Varianten erhältlich ist.