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Osteopathie kämpft um Anerkennung: Österreich hinkt Europa hinterher

18. März 2026 um 16:20
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Während 13 europäische Länder die Osteopathie bereits als eigenständigen Gesundheitsberuf anerkannt haben, wartet Österreich noch immer auf eine entsprechende gesetzliche Regelung. Bei der 6. Fachtagung für Osteopathie forderten Vertreterinnen und Vertreter der Branche sowie Gesundheitspolitikerinnen und -politiker eine gesetzliche Verankerung des Berufsstands.

Während 13 europäische Länder die Osteopathie bereits als eigenständigen Gesundheitsberuf anerkannt haben, wartet Österreich noch immer auf eine entsprechende gesetzliche Regelung. Bei der 6. Fachtagung für Osteopathie am vergangenen Wochenende machten Vertreterinnen und Vertreter der Branche und Gesundheitspolitiker deutlich, dass eine gesetzliche Anerkennung gewünscht wird.

Österreich muss aufholen

Margit Halbfurter-Mandler, MSc D.O., Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie (OEGO), betonte zum Auftakt der Tagung, dass der Weg der Profession bis heute von Beharrlichkeit, Zusammenhalt und dem gemeinsamen Einsatz für Qualitätssicherung und Patientensicherheit geprägt ist. Sie wünschte sich, dass der Berufsstand im österreichischen Gesundheitswesen den entsprechenden Stellenwert erhält. „Wir kämpfen nach wie vor für Anerkennung der Osteopathie als eigenständigen Gesundheitsberuf. Alle Auflagen dazu sind erfüllt, jetzt ist die Politik am Zug, die Osteopathie endlich gesetzlich zu verankern.“

Die OEGO verwies auf die europäische Realität: In mittlerweile 13 europäischen Ländern ist Osteopathie bereits gesetzlich anerkannt, allein in den vergangenen sechs Jahren haben sieben Länder entsprechende Regelungen geschaffen. Ein Blick ins Nachbarland Deutschland weist auf eine positive Bewegung in der europäischen Regulierung der Osteopathie. Italien hat nach Darstellung der OEGO den Prozess der Regulierung abgeschlossen und die Osteopathie als eigenständigen Gesundheitsberuf mit klar definiertem Berufsbild, Ausbildungsstandards und rechtlicher Einordnung im Gesundheitssystem anerkannt.

Empowerment für die Osteopathie

Andreas Huss, MBA, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse, bekennt sich zur Anerkennung der Osteopathie als geschützter Beruf mit kontrollierter Ausbildung und beschrieb mit Blick auf die knappen Ressourcen den notwendigen Reformbedarf im Gesundheitswesen. „Ein gutes Gesundheitssystem kann nur dann gut funktionieren, wenn wir alle Gesundheitsberufe entsprechend ihrer qualitätskontrollierten Ausbildung und ihrer daraus entstehenden Expertise entsprechend wertschätzen und mit einbinden.“ Mit Blick auf die derzeit laufenden Diskussionen rund um die Reformpartnerschaft im Gesundheitswesen sprach Huss von der Notwendigkeit, die Komplexität des Systems zu verringern, Mittel effizienter einzusetzen und die ambulante Versorgung besser aus einer Hand zu planen, zu steuern und zu finanzieren. Neue Modelle wie Pflege- und Therapiepraxen nannte er als mögliche Schritte.

Motivation, am Ball zu bleiben

Markus Wieser, Obmann des Fördervereins Kinder- und Jugendrehabilitation, schilderte, wie hartnäckiges Engagement im Gesundheitswesen zu strukturellen Verbesserungen führen kann. Ausgehend von seiner persönlichen Erfahrung beschrieb er lange Versorgungslücken in der Kinder- und Jugendrehabilitation in Österreich. 2009 begann sein Weg durch Zuständigkeiten und politische Abstimmungsprozesse. Heute gebe es in vier Versorgungszonen sechs eigenständige Einrichtungen mit mehr als 300 Betten für junge Patientinnen und Patienten sowie ebenso vielen Betten für Begleitpersonen, so Wieser.

Seine zentrale Botschaft zur Osteopathie lautete, dass es Vernetzung und Durchhaltevermögen brauche, um im Gesundheitswesen Veränderungen zu erreichen, und er äußerte die Überzeugung, dass entsprechendes Engagement zum Ziel führen könne.

Hochkarätiges Fachprogramm

Neben den gesundheitspolitischen Botschaften bot die 6. Fachtagung für Osteopathie ein wissenschaftliches Programm mit internationalen Referentinnen und Referenten. Prof. Dr. Tania Singer sprach über die Neurobiologie von Empathie und Mitgefühl. Michaela Liedler, MSc D.O. widmete sich postoperativen faszialen Verklebungen und peritonealen Adhäsionen. Dr. Thien Phu Do, MD, PhD, Forscher an der Universität Kopenhagen, beleuchtete multidisziplinäres klinisches Management von Migräne. Simone Kumhofer, BA, BSc, MSc vom Institut Allergosan referierte über mikrobiomabhängige Aspekte der Schmerzwahrnehmung. Prof. DDr. Winfried Banzer gab Einblicke in Prävention von Verletzungen im Profifußball. Abgerundet wurde das Programm von Yourik Van Overloop, D.O., MRO, MSc. Ost., der Einblick in die Anatomie des Zwerchfells und deren Anwendung in der osteopathischen Praxis gab.

Die Tagung zeigte, wie breit das Themenspektrum der Osteopathie ist. Die Verbindung von wissenschaftlicher Tiefe, praktischer Relevanz und gesundheitspolitischer Perspektive machte die Veranstaltung zu einem Forum für Austausch und Positionierung.

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