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Wissenschaft

Österreichs Städte im Wandel: Zehn Pionierstädte kämpfen gegen Klimakrise

24. März 2026
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Ein Treffen fand gestern statt: Die politischen Vertreter der zehn Pioniergroßstädte trafen sich mit Vertreter:innen des Bundes, um über die Zukunft der urbanen Entwicklung zu beraten.

Die politischen Vertreter:innen der zehn österreichischen Pioniergroßstädte trafen sich mit Sektionschefin Henriette Spyra (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) sowie Vertreter:innen des Klima- und Energiefonds und zuständigen Fachreferent:innen zu einem Bund-Pionierstadt-Gespräch. Ziel des Treffens war der Austausch zwischen Bund und Städten über Rahmenbedingungen, Herausforderungen und umsetzungsorientierte Lösungen für die nachhaltige Entwicklung der Städte.

Mission Klimaneutrale Stadt

Mit der Mission „Klimaneutrale Stadt“ unterstützen das Innovationsministerium (BMIMI) und der Klima- und Energiefonds österreichische Städte dabei, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Die Initiative fördert technische, sozial-ökologische und wirtschaftliche Innovationen, die Städte im Transformationsprozess hin zur Klimaneutralität und zur Anpassung an den Klimawandel voranbringen.

Die zehn Pionierstädte im Überblick

Zehn österreichische Städte sind als Pionierstädte genannt: Wien, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Villach, St. Pölten, Dornbirn und Wiener Neustadt. Sie stehen im Zentrum der Initiative und entwickeln Lösungen, von denen langfristig andere Städte und Gemeinden profitieren können.

Das Bund-Pionierstadt-Gespräch: Kooperation stärken – Austausch fördern

Das Bund-Pionierstadt-Gespräch bietet Bürgermeister:innen, Vizebürgermeister:innen sowie Stadträt:innen der Pionierstädte die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Sektionschefin Henriette Spyra, Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, sowie zuständigen Fachreferent:innen. Im Mittelpunkt stehen die partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie die konkreten Bedarfe und Anliegen der Städte auf dem Weg zur Erreichung der Pionierstadtziele. Ergänzend zum persönlichen Austausch wurde ein auf Fachebene erarbeitetes Positionspapier der Städte an den Bund übergeben.

Innovationsminister Peter Hanke sagte: „Unsere Städte sind zentrale Partner auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die aktuellen Krisen zeigen erneut, wie wichtig eine sichere und unabhängige Energieversorgung ist. Die Pionierstädte leisten hier Pionierarbeit: Sie setzen auf erneuerbare Energie, stärken regionale Wertschöpfung und machen ihre Städte widerstandsfähiger gegenüber globalen Entwicklungen. Daher ist mir der Austausch wichtig. Das Bund-Pionierstadt-Gespräch schafft Raum für direkte Gespräche auf Augenhöhe: zwischen Bund und Städten, aber auch zwischen den Städten selbst.“

Sektionschefin Henriette Spyra erklärte: „Bei den gestrigen Gesprächen wurde eindrucksvoll deutlich, wie intensiv Österreichs Pioniergroßstädte für ihr Ziel, klimaneutral zu werden, arbeiten. Das beweist einmal mehr, dass der Transformationsprozess im vollen Gange ist und von den Städten aktiv gestaltet wird. In Österreich gehen Innovationskraft und Umsetzungsstärke Hand in Hand. Lebensqualität, leistbare Energie und saubere Mobilität stehen ganz oben auf der Agenda der Städte. Der Austausch im Rahmen der Teilnahme an der Mission Klimaneutrale Stadt ist besonders wertvoll, um voneinander zu lernen, sich auf Augenhöhe zu Herausforderungen auszutauschen und gemeinsam mit Mut voranzugehen.“

Stimmen aus den Pionierstädten

St. Pölten

St. Pölten hat durch den Pionierstadtprozess einen eigenen Geschäftsbereich für Klimaagenden gegründet. Eines der Herzstücke seiner Arbeit ist die Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) EnergieRegion St. Pölten, die mittlerweile das gesamte Stadtgebiet umfasst und auch Bürger:innen aus der Region eine aktive Teilnahme ermöglicht. Neben PV-Strom können Wind- und Wasserkraft über die BEG bezogen werden, um Nacht- und Winterlücken der Energieversorgung zu schließen. Bürgermeister Matthias Stadler betont die Beiträge der Energiegemeinschaft und einer städtischen PV-Freiflächenanlage mit Batteriespeichern zur Reduktion von CO₂-Ausstoß und zur Stärkung der Energiesicherheit.

Dornbirn

Die Stadt Dornbirn arbeitet als Pionierstadt intensiv an Lösungen für eine klimafitte Stadtentwicklung. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Kreislaufwirtschaft sowie der schrittweisen Umstellung kommunaler Mobilitätssysteme auf emissionsfreie Antriebe, etwa beim Stadtbus oder bei kommunalen Servicefahrzeugen. Ziel ist es, Klimaschutzmaßnahmen mit hoher Lebensqualität zu verbinden und praxisnahe Modelle für andere Städte zu entwickeln.

Graz

Die Finanzierungspartnerschaft ermöglicht der Stadt Graz, für fünf Jahre acht zusätzliche Mitarbeiter:innen in der Verwaltung einzusetzen, um die Klimaarbeit gezielt zu verstärken. Damit wird der Grazer Klimaschutzplan mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 vorangetrieben. Projekte wie der Klima-Pakt #bindabei, das Klimalicht oder die Vorbereitung klimaneutraler Quartiere konnten dadurch gestartet bzw. ausgebaut werden. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner sagt, die Partnerschaft mit dem Bund helfe, Projekte schneller umzusetzen und zusätzliche Mittel für den Klimaschutz zu mobilisieren.

Wiener Neustadt

Die Klassifizierung als Pionierstadt war für Wiener Neustadt ein Schritt, um Klimaschutz und Klimawandelanpassung in der Stadtentwicklung zu verankern. Der Themenkomplex wurde strukturell in der Stabsstelle Stadtentwicklung, Verkehr, Umwelt, Klima und Energie verankert. Gleichzeitig wird der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen und Freiflächen vorangetrieben; zudem wurden Brachflächen identifiziert, die künftig zu klimaneutralen Stadtquartieren entwickelt werden sollen.

Linz

In Linz stärkt die Pionierstadt-Initiative die Zusammenarbeit von Magistrat, GWG und LINZ AG auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Mit dem Aufbau eines gesamtstädtischen Treibhausgasmonitorings und dem ersten Bericht 2025 wurde eine zentrale Grundlage geschaffen. Gleichzeitig werden klimaneutrale Bau- und Sanierungsstandards im Wohnbau entwickelt und im Franckviertel die Energieversorgung schrittweise von Gas auf Fernwärme bzw. Strom umgestellt.

Klagenfurt

Klagenfurt verfolgt mit seiner Smart City Klimastrategie und der Teilnahme an der EU-Cities Mission das Ziel der bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 sowie eine vollständige Klimaneutralität bis 2040. Mit dem Smart Climate Lab, dem Bürger:innenbüro für Nachhaltigkeitsthemen, wird Partizipation in Sachen Klimaschutz und Klimawandelanpassung gefördert. Vizebürgermeister Patrick Jonke verweist auf Aktivitäten im lokalen Klimaschutznetzwerk und geschlossene Vereinbarungen mit Unternehmen.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen zur Mission „Klimaneutrale Stadt": https://klimaneutralestadt.at/de/mission/

Detailinformationen zu den teilnehmenden Städten: https://klimaneutralestadt.at/de/initiativen/pionierstaedte/

Informationen zu Pionier-Kleinstädten: www.orte-von-morgen.at

Schlagworte

#Klima#Pionierstädte#Innovation

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