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Bildung

Österreichs Schüler schlecht vorbereitet: WKÖ fordert Reform

17. März 2026
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Eine alarmierende Zahl schreckt Bildungsexperten auf: Zwei von drei österreichischen Schülerinnen und Schülern fühlen sich unzureichend auf ihre Berufs- und Bildungswahl vorbereitet. Diese Erkenntn...

Eine alarmierende Zahl schreckt Bildungsexperten auf: Zwei von drei österreichischen Schülerinnen und Schülern fühlen sich unzureichend auf ihre Berufs- und Bildungswahl vorbereitet. Melina Schneider-Lugger, Leiterin der Abteilung Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sieht dringenden Handlungsbedarf und verlangt verpflichtende Berufsinfo im Unterricht sowie in der Ausbildung des Lehrpersonals.

Das komplexe österreichische Bildungssystem überfordert

Die Herausforderung ist gewaltig: Mehr als 230 Lehrberufe, 3.600 Studienangebote und 30 Schultypen mit über 100 Schwerpunkten stehen zur Auswahl. "Wenn sich zwei Drittel der jungen Menschen nicht ausreichend für ihre wichtigste Zukunftsentscheidung vorbereitet fühlen, dann muss uns das aufrütteln", betont Schneider-Lugger.

Bildungs- und Berufsorientierung (BBO) erklärt

Bildungs- und Berufsorientierung, kurz BBO, umfasst Maßnahmen zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei ihrer Bildungs- und Berufswahl. BBO soll Jugendlichen helfen, ihre Interessen, Fähigkeiten und Neigungen zu erkennen und diese mit den Anforderungen verschiedener Berufe abzugleichen. Die WKÖ fordert, die Basisbildung zur Bildungs- und Berufsorientierung (BBO) in allen Lehramtsstudien zu integrieren.

Lehrer als unterschätzte Berufsorientierungs-Experten

Ein Kernpunkt der WKÖ-Forderung betrifft die Ausbildung von Lehrkräften. "Lehrer sind besonders wichtige ‚Influencer', wenn es um die Berufswahl ihrer Schüler geht", erklärt Schneider-Lugger. Deshalb müsse die Basisbildung zur Bildungs- und Berufsorientierung in allen Lehramtsstudien integriert werden – von den Pädagogischen Hochschulen über die BAFEPs (Bundesanstalten für Elementarpädagogik) bis hin zu den Universitäten.

Fachkräftemangel als treibende Kraft

Hinter der WKÖ-Initiative steht ein drängendes wirtschaftliches Problem: Laut WIFO gehen bis 2029 in Österreich rund 51.000 Menschen mit Lehrabschluss mehr in Pension als nachrücken. Besonders betroffen sind technische und handwerkliche Berufe. Unter mehr als 200 Lehrberufen ist für jedes Interesse und jede Begabung etwas Passendes dabei. Viele Jugendliche wählen jedoch nur innerhalb eines sehr kleinen Spektrums an Möglichkeiten. Besonders durch „Berufe-Schnuppern“ in Betrieben entdecken viele Schüler:innen ihre Interessen und Neigungen neu.

WKÖ-Initiativen: Umfassende Unterstützung

Die Wirtschaftskammern unterstützen die Bildungs- und Berufsorientierung intensiv – sowohl in den Schulen als auch darüber hinaus – und zwar unter anderem durch die Berufsinfo- und Talentezentren in allen neun Bundesländern, mit unterschiedlichsten Angeboten:

  • 40.000 TalenteChecks pro Jahr für 13 bis 14-jährige Schüler:innen - knapp eine Million seit 2010
  • digitale Angebote wie „BOs Welt“, wodurch seit Herbst 2025 mehr als 10.000 individuelle Interessenprofile für Schüler:innen erstellt wurden
  • BIC.at – Online-Angebot der WKO mit zahlreichen Zugängen pro Jahr oder die Info-Plattform probierdichaus.at
  • Social-Media-Angebote wie „Lehre? Karriere!“ (TikTok)
  • „Virtuelles Berufe-Schnuppern“ - mehr als 80 Lehrberufe sind mit VR-Brillen oder via Handy als 3D-Video erlebbar: www.berufe-vr.at
  • mehr als 50 SkillsHeroes, die zur Berufsmotivation an Schulen im Einsatz sind
  • KarriereChecks und Maturant:innen-Beratungen
  • Präsenz auf knapp 150 regionalen Bildungsmessen, mit dem Schwerpunkt Lehrlingsausbildung österreichweit

Mehr dazu unter: https://www.wko.at/lehre/bildung-beruf-information (PWK094/HSP)

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Schlagworte

#WKÖ#Melina Schneider-Lugger#Bildungspolitik#Fachkräfte

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