Junge Wirtschaft und Landesregierung vereinen Kräfte gegen Standortnachteile
Patrick Mayer und Johanna Mikl-Leitner setzen auf Entbürokratisierung und Senkung der Lohnnebenkosten für mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Die niederösterreichische Wirtschaftspolitik nimmt Kurs auf mehr unternehmerischen Handlungsspielraum. Bei einem ersten Gespräch nach der Neuwahl des Landesvorstands der Jungen Wirtschaft NÖ haben sich Vorsitzender Patrick Mayer und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf gemeinsame Ziele verständigt: Entbürokratisierung vorantreiben und die Belastung der Unternehmen reduzieren.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Innerhalb von nur 16 Jahren sind die Arbeitskosten pro Stunde in Österreich um rund 68 Prozent angestiegen. Diese Entwicklung setzt heimische Unternehmen unter Druck und schwächt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. "Diese Entwicklung schwächt unseren Standort. Die Senkung der Lohnnebenkosten ist daher ein Gebot der Stunde", betonte Landeshauptfrau Mikl-Leitner bei dem Gespräch.
Besonders für junge Unternehmen stellen die hohen Arbeitskosten eine erhebliche Hürde dar. Sie müssen sich am Markt etablieren, gleichzeitig aber bereits von Beginn an hohe Lohnnebenkosten stemmen. Dies erschwert nicht nur den Markteintritt, sondern auch das Wachstum in den ersten entscheidenden Jahren.
Während das Land Niederösterreich bei der Entbürokratisierung bereits aktiv voranschreitet, liegt die Kompetenz für die Lohnnebenkosten beim Bund. Mikl-Leitner fordert daher von der Bundesregierung konkrete Schritte: "Wir müssen den Faktor Arbeit rasch entlasten und die Lohnnebenkosten ab 2027 spürbar senken. Nur so stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und sichern gut bezahlte Arbeitsplätze."
Die Forderung nach einer Reform der Lohnnebenkosten ist nicht neu, gewinnt aber angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen und der internationalen Konkurrenz zunehmend an Dringlichkeit. Andere europäische Länder haben bereits entsprechende Reformen umgesetzt und konnten dadurch ihre Standortattraktivität steigern.
Patrick Mayer, der neue Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft NÖ, sieht in der Unterstützung durch die Landeshauptfrau einen wichtigen Rückenwind für seine Arbeit. "Unsere Mitglieder brauchen keine zusätzlichen Hürden, sondern verlässliche Rahmenbedingungen", erklärte er. Entbürokratisierung und eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten seien konkrete Maßnahmen, die junge Betriebe unmittelbar stärken würden.
Das neue Führungsteam der Jungen Wirtschaft NÖ hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Mayer präsentierte eine inhaltliche Ausrichtung, die auf drei Säulen basiert: eine starke, flächendeckende Präsenz in allen Bezirken Niederösterreichs, klare inhaltliche Akzente in den Bereichen Digitalisierung und unternehmerische Entlastung sowie intensivere Betriebsbesuche.
Die Digitalisierung nimmt in der Strategie der Jungen Wirtschaft NÖ eine zentrale Rolle ein. Gerade junge Unternehmen sind oft Vorreiter bei digitalen Innovationen und können von entsprechenden Förderungen und Unterstützungsmaßnahmen profitieren. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung auch Möglichkeiten zur Entbürokratisierung, etwa durch digitale Behördenwege und automatisierte Verfahren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der regionalen Präsenz. Die Junge Wirtschaft NÖ möchte in allen Bezirken des Landes aktiv sein und den direkten Kontakt zu den Mitgliedern intensivieren. Betriebsbesuche sollen dabei helfen, die konkreten Herausforderungen vor Ort zu verstehen und entsprechende Lösungsansätze zu entwickeln.
Das Gespräch zwischen Mayer und Mikl-Leitner fand vor dem Hintergrund der neuen niederösterreichischen Wirtschaftsstrategie statt, die erst kürzlich präsentiert wurde. "Bestmögliche Rahmenbedingungen für junge Unternehmerinnen und Unternehmer sind ein Herzstück" dieser Strategie, wie die Landeshauptfrau betonte.
Junge Unternehmen werden dabei als "zentraler Motor für Innovation und Beschäftigung in Niederösterreich" gesehen. Diese Einschätzung spiegelt sich auch in konkreten Maßnahmen wider, die darauf abzielen, Gründungen zu erleichtern und Wachstum zu fördern.
Mikl-Leitner unterstrich die Bedeutung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit: "Es ist mir wichtig, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die Wachstum ermöglichen und Leistung honorieren." Dieser Ansatz zeigt, dass die Landespolitik bereit ist, auf die Bedürfnisse der Wirtschaft einzugehen und praxistaugliche Lösungen zu finden.
Die enge Kooperation zwischen Politik und Wirtschaftsvertretern ist gerade in herausfordernden Zeiten von besonderer Bedeutung. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können die strukturellen Probleme angegangen und nachhaltige Verbesserungen erreicht werden.
Der erste Austausch zwischen dem neuen Führungsteam der Jungen Wirtschaft NÖ und der Landeshauptfrau markiert den Beginn einer intensiveren Zusammenarbeit. "Unser gemeinsames Ziel ist klar: Niederösterreich als starken Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln und zukunftsfit zu machen", sind sich beide einig.
In den kommenden Monaten werden konkrete Maßnahmen ausgearbeitet und umgesetzt. Dabei steht die Praxistauglichkeit im Vordergrund – die Lösungen sollen den Unternehmen spürbare Erleichterungen bringen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Junge Unternehmerinnen und Unternehmer stehen vor besonderen Herausforderungen: Sie müssen sich in einem komplexen regulatorischen Umfeld zurechtfinden, gleichzeitig aber flexibel und innovativ auf Marktveränderungen reagieren. Die hohe Belastung durch Bürokratie und Lohnnebenkosten kann dabei zu einem entscheidenden Wettbewerbsnachteil werden.
Die Initiative der Jungen Wirtschaft NÖ zielt darauf ab, diese Hindernisse systematisch abzubauen und den Unternehmern mehr Freiraum für ihr Kerngeschäft zu verschaffen. Dies kommt nicht nur den Unternehmen selbst zugute, sondern stärkt auch den gesamten Wirtschaftsstandort Niederösterreich.
Mit der neuen Partnerschaft zwischen Landespolitik und Junger Wirtschaft werden die Weichen für eine unternehmerfreundlichere Zukunft gestellt. Die angekündigten Reformen könnten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der niederösterreichischen Wirtschaft leisten.