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Am 29.05.2026 fand der offizielle Auftakt von NextGen4Austria statt. Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus und die Wirtschaftskammer Österreich starten ein österreichweites Weiterbildungs- und Vernetzungsprogramm für Unternehmensnachfolgerinnen und Unternehmensnachfolger.
Zwischen 2025 und 2034 stehen rund 52.500 Unternehmen, exklusive Ein-Personen-Unternehmen, zur Übergabe an. Dahinter stehen rund 705.000 Beschäftigte sowie regionales Know-how und Wertschöpfung.
Die Initiative wird gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus und der Wirtschaftskammer Österreich abgewickelt. Sie richtet sich an Personen, die vor der Übernahme eines kleinen oder mittleren Unternehmens stehen oder diesen Schritt erst kürzlich gesetzt haben. Von Mai bis Oktober 2026 erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisnahes Wissen, konkrete Werkzeuge und Zugang zu einem starken Netzwerk.
Im Mittelpunkt stehen strategische Unternehmensführung, Digitalisierung, Finanzierung, Leadership, Kommunikation und Zukunftsstrategien. Das Programm kombiniert Präsenzmodule, Online-Einheiten, Expertenwissen, Best-Practice-Beispiele und den Austausch mit anderen angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern.
Der Auftakt fand unter Beisein des Bayerischen Staatsministers für Digitales, Dr. Fabian Mehring, statt. Bayern hat mit NextGen4Bavaria bereits ein etabliertes Programm und startet 2026 in den fünften Durchgang. Pro Durchgang werden dort rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begleitet. Ein Sommermodul bringt österreichische Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Nachfolgerinnen und Nachfolgern aus Bayern zusammen.
Wirtschafts-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betont: "Unternehmensnachfolge ist eine der großen wirtschaftspolitischen Zukunftsfragen. Es geht um Arbeitsplätze, regionale Betriebe, Familienunternehmen und darum, erfolgreiche Betriebe stark in die nächste Generation zu führen. Wer einen Betrieb übernimmt, übernimmt Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden, Investitionen und oft auch für eine lange Unternehmensgeschichte. Mit NextGen4Austria wollen wir der nächsten Unternehmergeneration das richtige Rüstzeug mitgeben".
So Zehetner: "Bayern und Österreich stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen. Unser Mittelstand ist stark, unsere Betriebe sind oft regional verwurzelt und zugleich international erfolgreich. Genau deshalb ist der Austausch so wertvoll. Wir müssen nicht überall bei null anfangen, sondern können voneinander lernen und gemeinsam besser werden".
WKO-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein: "Unternehmensnachfolge bedeutet weit mehr als einen Übergang. Sie eröffnet die Möglichkeit, Bestehendes neu zu denken. Österreichs Betriebe verfügen über gewachsene Strukturen, eingespielte Teams und langjährige Kundenbeziehungen – das ist ein enormer Schatz. Nachfolge heißt daher, Tradition und Innovation zu verbinden, auf einem starken Fundament neue Akzente zu setzen und Verantwortung für wirtschaftliche Entwicklung zu übernehmen. Genau hier setzt NextGen4Austria an: Das Programm bringt Menschen zusammen, die bestehende Unternehmen mit frischen Perspektiven weiterentwickeln wollen. Die Verbindung aus Erfahrung und Innovationskraft ist eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich."
Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring betont: "Wenn gute Ideen unter Nachbarn Schule machen, stärkt das Europas Wirtschaft im Wettbewerb mit den USA und Asien. Das Programm NextGen4Bavaria zeigt in Bayern seit fünf Jahren eindrucksvoll, wie der kritische Moment von Unternehmensübergaben genutzt werden kann, um neue Technologien in die Geschäftsprozesse zu integrieren und einen Modernisierungsschub im Mittelstand auszulösen. Die Idee, der heimischen Wirtschaft im Zuge von Unternehmensübergaben ein modernes Update zu ermöglichen, wird jetzt auch in Österreich gelebt und fortan im engen Schulterschluss mit Bayern weiterentwickelt. Solche Tech-Allianzen im Herzen Europas sind von unschätzbarem Mehrwert für die digitale Souveränität unseres Kontinents. Schließlich sitzen unsere ökonomischen Mitbewerber im Rennen um die Zukunftsmärkte nicht in Wien oder München, sondern in Shenzhen oder dem Silicon Valley. Deshalb arbeiten Österreich und Bayern bei den digitalen Zukunftstechnologien bewusst eng zusammen, um uns gemeinsam schon heute die Spitzenplätze auf den Märkten von morgen zu sichern. Kleine und mittlere Unternehmen, oft über Generationen familiengeführt, sind dabei das Rückgrat unserer Wirtschaft. Sie fit für die digitale Zeitenwende zu machen, ist keine nationale Aufgabe, sondern unsere gemeinsame europäische Verantwortung."
Im Anschluss an den Auftakt fand ein trilaterales Gespräch statt. Besprochen wurden unter anderem Digitalisierung im Tourismus, neue digitale Kompetenzen in der Lehre sowie Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz und Quantentechnologie. Thema war, wie Österreich und Bayern ihre Betriebe, Fachkräfte und Standorte besser auf die digitale Transformation vorbereiten können.
Weitere Informationen zum Programm: www.nextgen4austria.at
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (OTS), 29.05.2026