70 Pädagogen beim Vernetzungstreffen "Vernetzt!26" im Landhaus St. Pölten
Niederösterreichs Naturparke bringen Klimawandel-Themen in Schulen und Kindergärten - für greifbares Naturlernen vor der Haustür.
Rund 70 Pädagoginnen und Pädagogen aus Naturpark-Schulen, -Kindergärten und -Horten kamen am 25. Februar im Landhaus St. Pölten zusammen, um gemeinsam neue Wege für praxisnahe Umweltbildung zu erkunden. Das jährliche Vernetzungstreffen "Vernetzt!26 – Von Gewinnern und Verlierern des Klimawandels" stellte eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie können Naturschutz und Bildung im Alltag von Kindern und Jugendlichen erlebbar werden?
"Auch in Niederösterreich verändern sich natürlich die Lebensräume. Entscheidend ist daher jedenfalls eine verantwortungsvolle und standortangepasste Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten", erklärte Naturschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz. Die Politikerin betont dabei einen wichtigen Aspekt: "Wenn Kinder und Jugendliche diese Veränderungen draußen in der Natur selbst erleben, wächst nicht nur das Verständnis, sondern auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und unsere Natur zu schützen."
Diese Herangehensweise zeigt einen modernen Bildungsansatz auf, der weit über traditionelle Klassenzimmermethoden hinausgeht. Statt abstrakte Klimatheorien zu vermitteln, werden Kinder direkt zu den Orten gebracht, wo Veränderungen sichtbar und spürbar werden.
Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister unterstrich die Bedeutung experimenteller Lernmethoden: "Draußen wird Wissen lebendig. Lernen außerhalb des Klassenzimmers macht Inhalte im wahrsten Sinne des Wortes greifbar, weil Kinder die Natur unmittelbar erleben." Diese Philosophie liegt den Naturpark-Schulen und Naturpark-Kindergärten zugrunde, die Bildung mit konkreter Erfahrung in der Lebenswelt der Kinder verbinden.
Das Vernetzungstreffen verfolgte dabei das Ziel, Pädagoginnen und Pädagogen praxisnahe Impulse zu geben, um Klimathemen altersgerecht aufzubereiten und wichtige Zukunftskompetenzen zu stärken. Dieser Ansatz ist besonders relevant, da Umweltthemen oft komplex und für junge Menschen schwer verständlich sein können.
Im Ostarrichisaal des Landhauses beschäftigten sich die Teilnehmer mit drängenden Fragen, die auch in Niederösterreichs Regionen spürbare Auswirkungen haben. Zentrale Themen waren:
Die Veranstaltung kombinierte Fachimpulse und interaktive Methoden zur Einführung in das Thema. Anschließende Workshops vertieften die Inhalte mit konkreten Beispielen für unterschiedliche Altersgruppen – von Kindergartenkindern bis zu Jugendlichen in weiterführenden Schulen.
Die Workshops zeigten auf, wie komplexe Umweltthemen für verschiedene Entwicklungsstadien aufbereitet werden können. Für Kindergartenkinder stehen spielerische Naturerfahrungen im Vordergrund, während Schulkinder bereits systematischere Beobachtungen und Messungen durchführen können. Jugendliche wiederum können komplexere Zusammenhänge verstehen und eigene Forschungsprojekte entwickeln.
Das seit 2018 jährlich stattfindende Treffen hat sich als wichtiger Baustein für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Naturparken etabliert. Das übergeordnete Ziel ist es, Unterricht und Betreuung verstärkt nach draußen zu holen – dorthin, wo Naturzusammenhänge unmittelbar erfahrbar sind.
Im Rahmen des Programms werden außerdem Vernetzung und Austausch zwischen den Bildungseinrichtungen unterstützt sowie erfolgreiche Beispiele aus der Praxis sichtbar gemacht. Diese Erfahrungsaustausch trägt dazu bei, bewährte Methoden zu verbreiten und innovative Ansätze zu entwickeln.
Die 20 Naturparke Niederösterreichs verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Naturschutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung miteinander verbindet. Gemeinsam mit Gemeinden und regionalen Partnern arbeiten sie daran, den Schutz der Natur- und Kulturlandschaften zu sichern.
Gleichzeitig schaffen sie touristische Angebote, die Natur erlebbar machen und regionale Besonderheiten bewahren. Diese Doppelrolle als Schutz- und Bildungseinrichtung macht sie zu idealen Partnern für Schulen und Kindergärten.
Die Zusammenarbeit zwischen Naturparken und Bildungseinrichtungen ist eine österreichweite Initiative, die in Niederösterreich besonders erfolgreich umgesetzt wird. Konkret arbeiten 18 Naturparke mit insgesamt 24 Kindergärten und Horten sowie 44 Schulen zusammen.
Diese Zahlen zeigen das beachtliche Ausmaß der Initiative und verdeutlichen, wie viele Kinder und Jugendliche bereits von diesem innovativen Bildungsansatz profitieren. Die stetige Ausweitung des Programms spricht für dessen Erfolg und die positive Resonanz bei Pädagogen, Eltern und Kindern.
Das Vernetzungstreffen "Vernetzt!26" zeigt beispielhaft auf, wie moderne Umweltbildung funktionieren kann. Statt reine Wissensvermittlung steht das direkte Naturerleben im Vordergrund. Kinder und Jugendliche werden zu aktiven Entdeckern ihrer Umgebung und entwickeln dadurch ein tieferes Verständnis für ökologische Zusammenhänge.
Dieser Ansatz ist besonders relevant angesichts der aktuellen Herausforderungen des Klimawandels. Nur wer die Natur und ihre Veränderungen versteht, kann später verantwortungsvolle Entscheidungen für den Umweltschutz treffen.
Die Initiative der Naturparke Niederösterreich zeigt, wie Bildungseinrichtungen und Naturschutzorganisationen erfolgreich zusammenarbeiten können, um die nächste Generation für Umweltthemen zu sensibilisieren und zu motivieren. Das jährliche Vernetzungstreffen trägt dazu bei, diese wichtige Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.