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Wirtschaft

Nahost-Konflikt belastet österreichische Lackindustrie stark

Steigende Rohölpreise und Logistikprobleme verschärfen wirtschaftliche Lage

1. April 2026
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Geopolitische Spannungen treffen die österreichische Lackindustrie: Höhere Rohstoffkosten und Lieferkettenprobleme gefährden die Erholung.

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten wirkt sich zunehmend auf die internationale Rohstoffversorgung und Logistik aus – mit spürbaren Folgen für die österreichische Lackindustrie. Steigende Rohölpreise sowie anhaltende Störungen globaler Lieferketten verschärfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Branche deutlich.

Petrochemische Rohstoffe werden teurer

Zahlreiche für die Lackproduktion essenzielle Komponenten wie Bindemittel, Lösungsmittel, Harze und Additive basieren direkt oder indirekt auf petrochemischen Rohstoffen. Der jüngste Anstieg der Rohölpreise hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die Kostenstruktur der Unternehmen.

„Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, wie stark unsere Industrie in globale Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Preissteigerungen bei Rohstoffen treffen uns unmittelbar und mit erheblicher Dynamik“, erklärt Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie.

Logistische Herausforderungen durch vermiedene Routen

Zusätzlich verschärfen logistische Herausforderungen die Situation: Aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Roten Meer werden wichtige Schifffahrtsrouten zunehmend gemieden. Der daraus resultierende Umweg über das Kap der Guten Hoffnung verlängert Transportzeiten und führt zu weiteren Unsicherheiten in der Versorgung mit Vorprodukten – insbesondere aus Asien.

Auch wasserbasierte Systeme betroffen

Auch wenn die österreichische Lackindustrie zu rund 80 Prozent auf wasserbasierte Systeme setzt, bleibt die Abhängigkeit von petrochemischen Ausgangsstoffen bestehen. Viele Unternehmen sind daher von den aktuellen Entwicklungen betroffen.

„Neben den aktuellen Kostensteigerungen sehen wir zunehmende Risiken für die Verfügbarkeit zentraler Rohstoffe. Umleitungen in der Schifffahrt, längere Transportzeiten und Engpässe bei Energie und Vorprodukten wirken sich bereits heute auf Lieferketten aus – und werden auch nach einem Ende des Konflikts nicht sofort verschwinden“, führt Culik aus und ergänzt noch: „Bestehende strukturelle Herausforderungen wie etwa der zunehmende regulatorische Druck oder der starke internationale Wettbewerb werden durch die geopolitische Lage nun zusätzlich verschärft.“

Langfristige Auswirkungen noch nicht absehbar

Das volle Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen ist derzeit noch nicht abschätzbar. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die konjunkturelle Erholung, die sich in den letzten Monaten angedeutet hat, ist nun wieder gefährdet. Und: Die Auswirkungen werden die Branche über das unmittelbare Konfliktgeschehen hinaus begleiten und erfordern strategische Anpassungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Über die österreichische Lack- und Anstrichmittelindustrie

Die 26 Betriebe der österreichischen Lack- und Anstrichmittelindustrie beschäftigen etwa 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie produzieren jährlich 133.000 Tonnen Lack- und Anstrichmittel im Wert von 503 Millionen Euro. Die Branche ist sehr innovativ und investiert 10 bis 15 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Schlagworte

#Lackindustrie#Geopolitik#Rohstoffe#Lieferketten#FCIO#Branchen#Chemische Industrie

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