Studie von Creditreform und CH Consult: Familienübergaben verlieren an Bedeutung, externe Käufer und Mitarbeiter übernehmen häufiger
Creditreform/CH Consult: 45 % der österreichischen Unternehmen benötigen bis 2030 eine Nachfolgelösung; familienexterne Übergaben steigen.
Auf Österreichs Wirtschaft kommt laut einer aktuellen Studie von Creditreform Österreich und CH Consult eine umfassende Nachfolgewelle zu: Bis zum Ende dieses Jahrzehnts benötigen demnach 45 % der Unternehmen eine Nachfolgelösung. Die Untersuchung nennt zugleich verschobene Übergangsformen: Familieninterne Nachfolgen nehmen ab, während Verkäufe an externe Käufer sowie Übergaben an Management oder Mitarbeiter zunehmen.
Creditreform bezeichnet die Unternehmensnachfolge in der Aussendung nicht mehr als reines Unternehmerthema, sondern als eine «zentrale wirtschaftspolitische Herausforderung». In mehreren Bundesländern steht bereits mehr als die Hälfte der Betriebe vor einer Übergabe, besonders betroffen seien Oberösterreich und Salzburg.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 45 % der österreichischen Unternehmen bis 2030 eine Nachfolgeregelung benötigen. Dieser hohe Bedarf betrifft laut Untersuchung die Branchen Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen und damit den gesamten österreichischen Mittelstand.
Besonders deutlich ist die Lage in einigen Bundesländern: In Oberösterreich und Salzburg stehen bereits heute mehr als die Hälfte der Betriebe vor einer Unternehmensübergabe, heißt es in der Studie.
Die Untersuchung dokumentiert einen Wandel bei der Art der Unternehmensübergabe. Bereits 40 % der Unternehmen planen laut Studie eine familienexterne Nachfolge – das kann ein Verkauf an Investoren oder eine Übernahme durch das Management beziehungsweise Mitarbeiter sein. In mehreren Bundesländern liegt dieser Anteil laut Studie bei deutlich über 45 %.
Die klassische Familiennachfolge bleibe zwar ein wichtiger Pfeiler, verliere jedoch kontinuierlich an Bedeutung. Dort, wo familieninterne Übergaben gelingen, erfolge dies in 80 % der Fälle ohne finanzielle Gegenleistung innerhalb der Familie, so die Studie.
Die Studie nennt zudem, dass 34 % der befragten Unternehmer sich vorstellen können, ein Unternehmen im Rahmen einer Nachfolge zu übernehmen. Creditreform interpretiert diese Zahl als Zunahme potenzieller Käufer und verweist darauf, dass dies Betrieben ohne familieninterne Nachfolger neue Perspektiven eröffne.
Nach Einschätzung von Creditreform werde dadurch der Markt für Unternehmensübernahmen in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen, heißt es in der Aussendung.
Die Studienergebnisse stimmen laut Aussendung mit Prognosen der KMU Forschung Austria und der Wirtschaftskammer Österreich überein: Bis 2029 werden demnach rund 51.000 Arbeitgeberbetriebe eine Nachfolgelösung benötigen; davon hängen rund 692.000 Arbeitsplätze ab. Diese Zahlen zitiert die Studie in ihrer Darstellung des demografisch bedingten Nachfolgebedarfs.
Die Aussendung verweist außerdem auf die Anfang 2026 gegründete Nachfolge-Taskforce des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und der Jungen Wirtschaft als Hinweis auf die zunehmende wirtschaftspolitische Bedeutung des Themas.
In der Mitteilung betont Creditreform, dass eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge nicht erst mit der Übergabe beginne, sondern mehrere Jahre vorher vorbereitet werden müsse. Als vorbereitende Schritte nennt die Aussendung Unternehmensbewertung, Finanzierung sowie rechtliche und steuerliche Gestaltung und die Auswahl geeigneter Nachfolger.
Mag. Gerhard M. Weinhofer, Mitglied der Geschäftsleitung von Creditreform Österreich, wird in der Studie mit den Worten zitiert: „Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge entscheidet nicht nur über die Zukunft einzelner Betriebe. Sie sichert Arbeitsplätze, erhält Know-how und stärkt regionale Wirtschaftsstrukturen. Jede gescheiterte Nachfolge bedeutet den Verlust von Wertschöpfung und unternehmerischer Substanz“.
Unternehmensnachfolge: Der Begriff beschreibt in der Studie das Gesamtspektrum an Regelungen zur Übertragung eines Betriebes, sei es durch familieninterne Übergabe, Verkauf an Investoren oder Übernahme durch Management bzw. Mitarbeiter.
Familienexterne Nachfolge: So bezeichnet die Studie Übergaben, die außerhalb der Familie stattfinden, etwa Verkäufe an Investoren oder Übertragungen an das Management bzw. an Mitarbeiter. Laut Studie planen 40 % der Unternehmen eine solche Form der Übergabe.
Familiennachfolge: In der Studie wird die klassische Übergabe innerhalb der Familie als weiterhin bedeutender, aber rückläufiger Pfeiler des Unternehmertums beschrieben. Dort, wo eine Familiennachfolge gelingt, erfolgt sie in 80 % der Fällen ohne finanzielle Gegenleistung innerhalb der Familie.
Unternehmensbewertung: Die Aussendung nennt Unternehmensbewertung als einen vorbereitenden Schritt der Nachfolgeplanung. Sie gehört laut Creditreform zu den Elementen, die mehrere Jahre vor der Übergabe zu bearbeiten sind.
Nachfolge-Taskforce: Die Aussendung verweist auf die Anfang 2026 gegründete Nachfolge-Taskforce des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich und der Jungen Wirtschaft als Reaktion auf die zunehmende wirtschaftspolitische Bedeutung des Themas.
Die Studie liefert konkrete Zahlen zu Umfang und Formen des Nachfolgebedarfs: 45 % der Unternehmen benötigen bis 2030 eine Lösung, 40 % planen eine familienexterne Übergabe und 34 % interessieren sich für eine Übernahme als Käufer. Diese Kennzahlen zeigen laut Studie mögliche Handlungsfelder für Unternehmer, Berater und regionale Wirtschaftsakteure.
Creditreform hebt in der Aussendung hervor, dass rechtzeitige Vorbereitung – inklusive Bewertung, Finanzierung sowie rechtlicher und steuerlicher Gestaltung – Bestandteil einer professionellen Nachfolgeplanung sein sollte. Christian Hurek, Partner von CH Consult, wird mit der Aufforderung zitiert, frühzeitig zu planen und gegebenenfalls externe Expertise einzubinden.
Die Studie nennt die Zahl von 45 % der österreichischen Unternehmen, die bis 2030 eine Nachfolgeregelung benötigen. Diese Angabe ist einer der zentralen Befunde der Untersuchung.
In der Aussendung werden Oberösterreich und Salzburg ausdrücklich als Regionen genannt, in denen bereits heute mehr als die Hälfte der Betriebe vor einer Unternehmensübergabe steht. Die Studie betont damit regionale Unterschiede im Nachfolgebedarf.
Die Studie wurde von Creditreform Österreich gemeinsam mit CH Consult erstellt. Als Grundlage dient laut Aussendung die halbjährliche Mittelstandsbefragung der Creditreform Wirtschaftsforschung mit rund 1.400 Unternehmern sowie Geschäftsführern aus Familien- und Nicht-Familienunternehmen der Branchen Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen.
Laut Studie planen 40 % der Unternehmen eine familienexterne Nachfolge, etwa durch Verkauf an Investoren oder Übernahme durch Management bzw. Mitarbeiter. In mehreren Bundesländern liegt dieser Anteil den Angaben zufolge bereits deutlich über 45 %.
Die Studie nennt, dass 34 % der Befragten sich vorstellen können, ein Unternehmen im Rahmen einer Nachfolge zu übernehmen. Creditreform sieht darin eine Zunahme potenzieller Käufer, die Betrieben ohne familieninterne Nachfolger neue Perspektiven eröffnen könne.
Creditreform erklärt in der Aussendung, dass eine erfolgreiche Nachfolge Jahre vor der Übergabe vorbereitet werden sollte. Wesentliche Aspekte seien Unternehmensbewertung, Finanzierung sowie rechtliche und steuerliche Gestaltung und die Auswahl geeigneter Nachfolger. Mag. Gerhard M. Weinhofer warnt in diesem Zusammenhang vor dem Beginn der Planung zu spät vor dem Ausstieg.
Quelle: Studie von Creditreform Österreich und CH Consult, basierend auf der halbjährlichen Mittelstandsbefragung der Creditreform Wirtschaftsforschung mit rund 1.400 Teilnehmern.
Kontakt Creditreform: Mag. Gerhard M. Weinhofer, Telefon: +43-1-2186220-551, E-Mail: g.weinhofer [at] wien.creditreform.at, Website: https://www.creditreform.at
Kontakt CH Consult: Mag. Christian Hurek, Mobil: +43-664-384 79 77, E-Mail: christian.hurek [at] chconsult.at, Website: