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Kultur

Kunstsensation in Wien: Peter Weibels Vermächtnis im Dialog mit der Moderne

24. Oktober 2025 um 07:38
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Im Herzen Wiens entfaltet sich eine Ausstellung, die die Kunstwelt in Atem hält: 'Thinking Through Weibel' im Angewandte Interdisciplinary Lab (AIL) der Universität für angewandte Kunst Wien. Diese einzigartige Schau bringt das Œuvre des verstorbenen Peter Weibel, einem der einflussreichsten Künstle

Im Herzen Wiens entfaltet sich eine Ausstellung, die die Kunstwelt in Atem hält: 'Thinking Through Weibel' im Angewandte Interdisciplinary Lab (AIL) der Universität für angewandte Kunst Wien. Diese einzigartige Schau bringt das Œuvre des verstorbenen Peter Weibel, einem der einflussreichsten Künstler und Theoretiker unserer Zeit, in einen dynamischen Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten internationaler Künstler.

Ein Blick auf Peter Weibel: Ein Leben für die Kunst

Peter Weibel, geboren am 5. März 1944 in Odessa und verstorben am 1. März 2023 in Karlsruhe, war nicht nur ein österreichischer Künstler, sondern auch ein bedeutender Kurator und Medientheoretiker. Sein Wirken als Direktor des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe von 1999 bis 2023 machte ihn international bekannt. Das ZKM entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem weltweit einflussreichen Laboratorium, das Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft miteinander verknüpft.

Weibel studierte ab 1964 in Wien und war 1968 Teil der berühmten Aktion 'Kunst und Revolution' an der Universität Wien. Seine akademische Karriere führte ihn an verschiedene Institutionen, darunter die Universität für angewandte Kunst Wien, wo er 1984 zum Professor für Visuelle Mediengestaltung ernannt wurde. Zwischen 1968 und 2014 präsentierte er seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen und war mehrfach Kurator des österreichischen Pavillons auf der Biennale in Venedig.

Die Ausstellung: Ein Dialog der Generationen

Die Ausstellung 'Thinking Through Weibel' vereint zentrale Werke aus dem Peter-Weibel-Archiv mit Arbeiten von Künstlern wie Morehshin Allahyari, Nancy Baker Cahill, Lynn Hershman Leeson, Jakob Lena Knebl, Rafael Lozano-Hemmer, Thania Petersen und Eva Schlegel. Diese Künstler bringen ihre eigenen konzeptuellen und materiellen Ansätze ein, die sich nicht strikt an Weibels Logik halten, sondern neue Schnittpunkte und Verbindungen schaffen.

Die Kuratoren Valerie Messini und Brooklyn J. Pakathi haben eine Ausstellung geschaffen, die nicht nur als Hommage an Weibel dient, sondern auch als Plattform für neue Perspektiven. Die Schau fordert dazu auf, Weibels Werk nicht als abgeschlossenes Erbe zu betrachten, sondern als offenen Raum für künstlerische Erforschung und Offenheit.

Einflussreiche Themen und Konzepte

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die frühen Jahre Weibels, in denen er skulpturale Untersuchungen mit Performance, Film und geschriebener Sprache verband. Diese Phase seines Schaffens ist geprägt von einer rastlosen Bewegung zwischen den Medien und dem Bestreben, Wahrnehmungsgrenzen auszuloten und disziplinäre Schranken zu durchbrechen.

Die Ausstellung beleuchtet auch die Verflechtungen von Politik, Sexualität und Verspieltheit, die Weibels Experimente belebten. Seine performativen Aktionen, Textarbeiten und räumlichen Konzepte treten in Dialog mit den Werken der teilnehmenden Künstler, die nicht als Reflexionen oder Antworten strukturiert sind, sondern eine Reihe von überlappenden Gesten und Abweichungen ermöglichen.

Ein Blick in die Zukunft: Weibels Vermächtnis lebt weiter

Die Ausstellung 'Thinking Through Weibel' ist mehr als nur eine Retrospektive. Sie ist ein Ausgangspunkt für neue Perspektiven und ein Versuch, die experimentellen Impulse, die Weibels kreatives und intellektuelles Leben prägten, weiterzutragen. Die Schau fordert dazu auf, die westlichen epistemologischen Rahmen, die Weibels Arbeit prägten, zu überwinden und Traditionen, Praktiken und intellektuelle Wege neu zu denken.

Die Ausstellung lädt dazu ein, Weibels Œuvre als Raum für Erforschung und Offenheit künstlerischen Denkens zu sehen, der sich jenseits und gegen auferlegte Grenzen öffnet. Diese Einladung zur Reflexion und zum Dialog könnte weitreichende Auswirkungen auf die Kunstwelt haben, indem sie neue Generationen von Künstlern inspiriert und ermutigt, die Grenzen des Möglichen zu überschreiten.

Einfluss auf die Kunstszene in Österreich

Österreich hat eine reiche Tradition in der Kunstszene, und die Ausstellung 'Thinking Through Weibel' fügt dieser Tradition eine neue Dimension hinzu. Die Universität für angewandte Kunst Wien, eine der führenden internationalen Kunsthochschulen, spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit 2000 Studierenden aus 90 Ländern und rund 30 Studienrichtungen an 8 Instituten verbindet die Angewandte die Künste und Wissenschaften mit den Gestaltungsdisziplinen Architektur und Design.

Die Ausstellung könnte als Katalysator für weitere inter- und transdisziplinäre Projekte dienen, die auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse gerichtet sind und neue Zukunftshorizonte eröffnen. Weibels Vermächtnis lebt in den jungen Künstlern weiter, die durch seine Arbeit inspiriert werden und die Kunstszene in Österreich und darüber hinaus prägen.

Praktische Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung 'Thinking Through Weibel' wird vom 6. November 2025 bis zum 8. Januar 2026 im AIL, Angewandte Interdisciplinary Lab, Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien, gezeigt. Der Eintritt ist frei, und die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Presseführung findet am 5. November 2025 um 12 Uhr statt. Interessierte können sich unter [email protected] anmelden. Weitere Informationen und Bild-Downloads sind auf der Website der Universität für angewandte Kunst Wien verfügbar.

Für Kunstliebhaber und alle, die sich für die Verbindung von Kunst und Gesellschaft interessieren, ist diese Ausstellung ein Muss. Sie bietet die Gelegenheit, das Werk eines der bedeutendsten Künstler unserer Zeit zu erleben und sich von den innovativen Ansätzen inspirieren zu lassen, die die Kunstwelt in die Zukunft führen werden.

Schlagworte

#AIL#Ausstellung#Kunst und Medien#Kunstgeschichte#Peter Weibel#Universität für angewandte Kunst Wien#zeitgenössische Kunst

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