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Künstliche Intelligenz in Pflege und Prothetik: Chancen nutzen

21. Mai 2026
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Am 07.10.2026 diskutierten Expertinnen und Experten in Wien bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge, veranstaltet von der DenkWerkstatt St. Lambrecht, ein The...

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Am 07.10.2026 diskutierten Expertinnen und Experten in Wien bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge, veranstaltet von der DenkWerkstatt St. Lambrecht, ein Thema, das in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt: Künstliche Intelligenz in der Pflege, Medizin und Prothetik. Die Debatte zeigte eindrücklich, dass Künstliche Intelligenz weder Allheilmittel noch Selbstzweck ist – sie bleibt ein Werkzeug, das richtig eingesetzt große Vorteile bringen kann. Gleichzeitig verdeutlichte die Veranstaltung, wie sensibel der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gerade am Menschen zu handhaben ist. Lokale Träger wie das Haus der Barmherzigkeit bringen praktische Erfahrungen ein, die für österreichische Pflegeeinrichtungen und Gesundheitseinrichtungen unmittelbar relevant sind. Das Datum der Veranstaltung ist damit nicht nur ein Kalendereintrag, sondern markiert einen Schritt in der Diskussion, wie Österreich sich technologisch und ethisch auf eine älter werdende Gesellschaft vorbereitet.

Künstliche Intelligenz als Werkzeug für Pflege, Medizin und Prothetik

Die Künstliche Intelligenz (KI) war das Leitmotiv eines Themenblocks beim DenkForum, das heuer unter dem Oberbegriff 'Longevity' stattfand. Referentinnen und Referenten aus Praxis und Wissenschaft – darunter Anette Jelen-Csokay, Univ.-Prof. Christoph Gisinger, Univ.-Prof. Dr. Thomas E. Dorner und Hans-Peter Arzberger von Otto Bock – betonten übereinstimmend: Technik muss dem Menschen dienen. In Wien wurde deutlich, dass Künstliche Intelligenz in der Altenpflege, bei Amputationstechnik und bei neurologischen Beeinträchtigungen unterstützend eingesetzt werden kann, wenn Transparenz, Datenqualität und partizipative Entwicklung sichergestellt sind.

Praxisbeispiele aus dem Haus der Barmherzigkeit im Überblick

Das Haus der Barmherzigkeit bringt mehrere Praxisinitiativen ein, die als konkrete Beispiele dienen: datengetriebene Auswertung umfassender Patientendaten zur Unterstützung bei Delir- und Sturzbewertungen, humanoide Roboter für Interaktion und soziale Aktivierung, ein elektronisches Mitteilungsheft zwischen Stationen, Bewohnerinnen und Angehörigen sowie die Lebensstil-App 'KliMate' zur Förderung von Bewegung trotz klimawandelbedingter Herausforderungen. Diese Projekte zeigen, wie unterschiedlich Künstliche Intelligenz im Alltag wirken kann – von administrativer Entlastung bis zu direkten Interaktionsszenarien.

Fachbegriffe und ihre einfache Erklärung

  • Künstliche Intelligenz: Künstliche Intelligenz bezeichnet computerbasierte Systeme, die Daten analysieren, Muster erkennen und Entscheidungen unterstützen oder automatisiert treffen können. Im Gesundheitsbereich reicht das von einfacher Datenaufbereitung bis zu komplexen Algorithmen, die z. B. Risikofaktoren erkennen oder Behandlungsoptionen vorschlagen. Künstliche Intelligenz ist kein autonomer Akteur, sondern ein Hilfsmittel, das von Menschen überwacht und bewertet werden muss. Sie funktioniert nur so gut wie die Daten und die ethischen Rahmenbedingungen, mit denen sie entwickelt wird, und benötigt transparente Prozesse, damit Anwenderinnen und Patienten Vertrauen aufbauen können.
  • Delir: Als Delir bezeichnet man einen akuten, meist kurzzeitigen Verwirrtheitszustand, der besonders bei älteren, hospitalisierten Personen auftreten kann. Symptome sind Orientierungslosigkeit, Aufmerksamkeitsschwäche und wechselnde Bewusstseinslagen. Die Diagnose ist klinisch herausfordernd und zeitaufwendig, weil sie Beobachtung und Einschätzung durch Pflegepersonen oder Ärztinnen erfordert. KI-gestützte Analysen können hier Daten bündeln und als Entscheidungshilfe dienen, ersetzen jedoch nicht die klinische Beurteilung durch Fachkräfte.
  • Exoskelett: Ein Exoskelett ist ein technisches Hilfsmittel, oft in Form einer äußeren Stützstruktur, das Menschen mit eingeschränkter Mobilität unterstützt. Es kann die Bewegungskraft von Beinen oder Armen verstärken, die Belastung reduzieren und Rehabilitation unterstützen. Bei Menschen mit neurologischen Beeinträchtigungen helfen Exoskelette, Gangbilder zu stabilisieren und Trainingsreize gezielt zu setzen. Die Integration von KI ermöglicht adaptive Steuerung, die sich an individuelle Bewegungsmuster anpasst.
  • Prothese: Eine Prothese ersetzt ein fehlendes Körperteil, meist ein Bein oder Arm. Moderne Prothesen kombinieren mechanische, elektronische und zunehmend datenbasierte Komponenten. KI kann hier helfen, Bewegungsabläufe zu analysieren und die Abstimmung von Sitz, Gewicht und Bewegungsdynamik zu verbessern, sodass Nutzerinnen und Nutzer eine möglichst natürliche Funktionalität erreichen.
  • Amputationstechnik: Unter Amputationstechnik versteht man die chirurgischen, prothetischen und rehabilitativen Maßnahmen rund um das Entfernen eines Körperteils. Entscheidungen über die Art der Amputation und die anschließende Versorgung haben weitreichende Folgen für Mobilität und Lebensqualität. Werden Daten über spätere Prothesenbedürfnisse frühzeitig berücksichtigt, kann das Ergebnis im Sinne der Betroffenen optimiert werden; KI kann hier als Planungs- und Entscheidungsunterstützung dienen.
  • Longevity: Longevity beschreibt die wissenschaftliche, gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Auseinandersetzung mit einem längeren Leben. Es umfasst Aspekte wie Prävention, Versorgung, Wohnformen, Arbeitsbiografien und ethische Fragestellungen rund um das Altern. Longevity ist interdisziplinär und erfordert technologische, soziale und politische Antworten.

Historische Entwicklung von KI in Gesundheit und Pflege

Die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Medizin und Pflege ist das Ergebnis jahrzehntelanger technologischer und methodischer Entwicklung. Begonnen hat vieles mit einfachen Expertensystemen und statistischen Modellen, die medizinische Entscheidungsunterstützung bieten sollten. In den letzten Jahren haben Fortschritte in Rechenleistung, Datenverfügbarkeit und maschinellem Lernen die Einsatzszenarien drastisch erweitert. Algorithmen können heute Bilddaten auswerten, Mustervorhersagen liefern und große Datensets für die Versorgungsplanung nutzbar machen. Gleichzeitig ist das Bewusstsein gewachsen, dass technische Lösungen in Gesundheitseinrichtungen ethische, datenschutzrechtliche und organisatorische Herausforderungen mit sich bringen. In Österreich wie in anderen europäischen Ländern wurde die Diskussion deshalb von frühen Pilotprojekten hin zu strukturierten Forschungsprogrammen und interdisziplinären Konferenzen geführt. Die DenkWerkstatt St. Lambrecht setzt diesen Diskussionsstrang fort, indem sie Praxis, Forschung und Industrie zusammenführt, um technologische Potenziale mit realen Versorgungsbedarfen abzugleichen.

Konkrete Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger

Was bedeuten diese Entwicklungen konkret für Menschen in Österreich? Zuerst entlasten datenbasierte Systeme Pflegekräfte administrativ: Automatisierte Auswertungen können Routineaufgaben reduzieren, sodass mehr Zeit für direkte Betreuung bleibt. Im Fall des Delir- und Sturzmonitorings, wie im Haus der Barmherzigkeit beschrieben, könnte KI tägliche Beobachtungsaufgaben beschleunigen und Frühwarnungen liefern. Für Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen bedeutet das potenziell schnellere Interventionen und bessere Abstimmung von Therapien.

Für Menschen mit Amputationserfahrung oder baldiger Amputation kann KI die Suche nach der richtigen Prothese verkürzen und objektivieren, indem Daten zu Aktivitätsniveau, Lebensstil und anatomischen Besonderheiten in eine Entscheidungsunterstützung einfließen. Das kann Wartezeiten reduzieren und Fehlversorgungen vermeiden. Zugleich bleiben emotionale und persönliche Aspekte, etwa die individuelle Präferenz für eine bestimmte Prothesenform oder -funktion, zentral – KI soll diese Entscheide nicht ersetzen, sondern fundierter machen.

Ein weiteres Beispiel sind humanoide Roboter oder Apps, die soziale Interaktion und Bewegung fördern. Für alleinlebende ältere Menschen können solche Tools eine ergänzende Rolle spielen, um Isolation zu verringern oder Bewegungsempfehlungen zu begleiten. Entscheidend ist dabei, dass diese Technologien barrierefrei, datenschutzkonform und unter Einbeziehung der Zielgruppe entwickelt werden.

Zahlen und Fakten: Analyse ohne Spekulation

  • Veranstaltung und Organisatorisches: Das DenkForum der Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge fand am 07.10.2026 in Wien in den Räumlichkeiten der Bank Gutmann am Schwarzenbergplatz statt. Die Tagung ist Teil einer Reihe, die unter dem Motto 'Longevity' steht und 2026 mit einer Herbstkonferenz in St. Lambrecht fortgesetzt wird.
  • Praxisprojekte: Konkrete Projekte des Haus der Barmherzigkeit, wie Delir- und Sturzbewertungspilot, humanoide Robotereinsätze, elektronische Mitteilungshefte und die Lebensstil-App 'KliMate', wurden vorgestellt und erproben unterschiedliche Einsatzbereiche der Künstlichen Intelligenz.
  • Wirtschaftliche Perspektive: Otto Bock weist auf Kostenaspekte hin – nicht die Nutzung einer Prothese, sondern die Nicht-Nutzung verursache die größeren volkswirtschaftlichen Lasten. Daraus ergibt sich ein ökonomisches Argument für effiziente und passgenaue Versorgungen, bei denen KI helfen kann.

Hinweis: Weitere belastbare statistische Aussagen zu Alterungszahlen, Versorgungsdichte oder wirtschaftlichen Kennzahlen wurden in der vorliegenden Quelle nicht geliefert. Zur vertieften Datenanalyse sollten offizielle Quellen wie Statistik Austria, Gesundheitsministerium oder wissenschaftliche Publikationen herangezogen werden.

Schlussfolgerung und Ausblick

Das DenkForum in Wien hat gezeigt: Künstliche Intelligenz bietet vielfältige Chancen für Pflege, Prothetik und medizinische Prävention, wenn der Mensch im Zentrum bleibt. Österreichische Einrichtungen wie das Haus der Barmherzigkeit liefern praktische Erfahrungswerte, die für andere Träger relevant sind. Wichtig ist ein lösungsorientierter, nicht technologiegetriebener Ansatz – das Motto 'Nicht alles, was möglich ist, ist sinnvoll' bleibt leitend. Die DenkWerkstatt St. Lambrecht wird diese Diskussion auf der Herbstkonferenz in St. Lambrecht (07.10.2026 bis 09.10.2026) vertiefen und damit den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Politik fortsetzen.

Weitere Informationen und Kontakt: Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge - Denkwerkstatt St. Lambrecht, Mag. Petra Pichler, Telefon 0664 821 00 87, E-Mail [email protected], Website https://denkwerkstatt-stlambrecht.org.

Weiterführende Artikel auf pressefeuer.at

  • Künstliche Intelligenz in der Pflege: Perspektiven und Pilotprojekte
  • Demografie in Österreich: Herausforderungen für Versorgung und Politik
  • Prothetik und Robotik: Technologische Trends

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#Termin#Pflege#Medizin

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