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Kühne ruft Rote Bete Scheiben zurück: Glasstücke-Gefahr

20. März 2026 um 19:16
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Ein Produktrückruf sorgt derzeit in österreichischen Supermärkten für Aufmerksamkeit: Die Carl Kühne KG hat bundesweit das Produkt "Kühne Rote Bete Scheiben" im 720ml-Glas zurückgerufen. Der Grund ...

Ein Produktrückruf sorgt derzeit in österreichischen Supermärkten für Aufmerksamkeit: Die Carl Kühne KG hat bundesweit das Produkt "Kühne Rote Bete Scheiben" im 720ml-Glas zurückgerufen. Der Grund ist ernst zu nehmen – in vereinzelten Gläsern könnten sich gefährliche Glasstücke befinden, die beim Verzehr zu schweren Verletzungen führen können. Betroffen sind ausschließlich Produkte mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.12.2028 und spezifischen Produktionscodes. Verbraucher sollten ihre Vorräte sofort überprüfen und betroffene Gläser keinesfalls öffnen oder verzehren.

Welche Produkte sind vom Rückruf betroffen?

Der Rückruf betrifft ausschließlich "Kühne Rote Bete Scheiben" im 720ml-Glas mit der EAN-Nummer 40804316. Die Füllmenge beträgt 670 Gramm, das Abtropfgewicht 430 Gramm. Entscheidend für die Identifikation betroffener Produkte sind die Angaben am Rand des Schraubdeckels. Nur Gläser mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.12.2028 sind betroffen. Zusätzlich müssen die Produktionscodes zwischen X0600 und X0800 liegen, beispielsweise X0600, X0601, X0602 bis X0758, X0759 oder X0800. Diese Codierung gibt den genauen Herstellzeitpunkt in Stunden und Minuten an und ermöglicht eine präzise Eingrenzung der problematischen Charge.

Wichtig ist: Alle anderen Chargen mit abweichenden Mindesthaltbarkeitsdaten und Codierungen sind nicht betroffen. Verbraucher müssen also genau auf diese spezifischen Angaben achten. Die Codierung befindet sich am Deckelrand und ist meist gut lesbar. Wer unsicher ist, sollte im Zweifel auf den Verzehr verzichten und das Produkt zurückgeben.

Hintergrund zu Produktrückrufen in Österreich

Produktrückrufe sind in der österreichischen Lebensmittelindustrie ein wichtiges Sicherheitsinstrument, das durch das Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) geregelt wird. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) überwacht dabei die ordnungsgemäße Durchführung von Rückrufen. Im Jahr 2023 wurden in Österreich insgesamt 847 Lebensmittelrückrufe und -warnungen registriert, wobei Fremdkörper wie Glas, Metall oder Kunststoff zu den häufigsten Ursachen zählen.

Ein Rückruf wird dann eingeleitet, wenn ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden kann. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Kategorien: Bei "ernstem Risiko" erfolgt eine öffentliche Warnung, bei "nicht ernstem Risiko" erfolgt meist nur eine stille Rücknahme im Handel. Im Fall der Kühne Rote Bete Scheiben handelt es sich aufgrund der Glasstücke-Gefahr um einen öffentlichen Rückruf mit sofortiger Wirkung.

Gesundheitsrisiken durch Glasstücke in Lebensmitteln

Glasstücke in Lebensmitteln stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, das keinesfalls unterschätzt werden sollte. Beim Verzehr können scharfkantige Glaspartikel schwere Verletzungen im Mundraum, Rachen, der Speiseröhre oder im Magen-Darm-Trakt verursachen. Bereits kleinste Splitter können zu Schnittwunden, Blutungen oder im schlimmsten Fall zu inneren Verletzungen führen, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordern.

Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen des Verdauungstrakts. Symptome einer Verletzung durch Glasstücke können Schmerzen beim Schlucken, Blut im Speichel oder Stuhl, starke Bauchschmerzen oder Übelkeit sein. In solchen Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Präventiv gilt: Bei Verdacht auf Fremdkörper im Essen sofort aufhören zu essen und den Mund gründlich ausspülen.

Entstehung von Glasstücken in der Produktion

Glasstücke können während der Lebensmittelproduktion auf verschiedene Weise in Produkte gelangen. Häufige Ursachen sind defekte Transportbänder, beschädigte Maschinen oder gebrochene Glühlampen in Produktionshallen. Auch beim Reinigungsvorgang der Gläser vor dem Befüllen können Glaspartikel entstehen, wenn die Behälter beschädigt werden. Moderne Produktionsanlagen verfügen über Metalldetektoren und optische Sortieranlagen, die Fremdkörper erkennen sollen, doch eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.

Was sollten Verbraucher jetzt tun?

Konsumenten, die das betroffene Produkt zu Hause haben, sollten es keinesfalls öffnen oder verzehren. Das Glas sollte vorsichtig behandelt werden, um ein eventuelles Zerbrechen zu vermeiden. Die sicherste Methode ist, das Produkt in der ursprünglichen Verpackung zu belassen und zur Verkaufsstelle zurückzubringen. Dort wird der Kaufpreis vollständig erstattet – ein Kassenbon ist dabei nicht zwingend erforderlich, da der Rückruf vom Hersteller initiiert wurde.

Alternativ bietet Kühne einen kostenlosen Postversand an. Betroffene Produkte können an folgende Adresse gesendet werden: Carl Kühne KG (GmbH & Co.), Verbraucherservice, Kühnehöfe 11, 22761 Hamburg, Deutschland. Wichtig ist dabei eine sichere Verpackung, um Transportschäden zu vermeiden. Das Unternehmen übernimmt in diesem Fall auch die Portokosten.

Rechtliche Situation für Verbraucher

Nach österreichischem Konsumentenschutzrecht haben Verbraucher bei Produktrückrufen umfassende Rechte. Neben der Kaufpreiserstattung können bei eingetretenen Gesundheitsschäden auch Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Das Produkthaftungsgesetz (PHG) regelt die Haftung des Herstellers für fehlerhafte Produkte. Verbraucher sollten bei gesundheitlichen Problemen alle relevanten Unterlagen wie Kassenbon, Produktverpackung und ärztliche Atteste aufbewahren.

Kühne als Unternehmen: Qualitätsstandards und Sicherheitsmaßnahmen

Die Carl Kühne KG mit Sitz in Hamburg ist seit 1722 ein traditionsreicher deutscher Lebensmittelhersteller, der vor allem für Essig, eingelegte Gemüse und Feinkostsalate bekannt ist. Das Familienunternehmen produziert nach IFS-Standards (International Featured Standards), einem weltweit anerkannten Qualitäts- und Sicherheitsstandard für die Lebensmittelindustrie. Diese Zertifizierung umfasst strenge Kontrollen der gesamten Produktionskette von der Rohstoffannahme bis zum fertigen Produkt.

Trotz dieser umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen kam es nun zu diesem bedauerlichen Vorfall. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben "entsprechende Maßnahmen ergriffen", um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Dazu gehören verschärfte Qualitätskontrollen, Überprüfung der Produktionsanlagen und möglicherweise Anpassungen im Herstellungsprozess. Die genauen Ursachen für die Kontamination wurden nicht öffentlich kommuniziert.

Vergleich mit anderen europäischen Märkten

Produktrückrufe wegen Fremdkörpern sind in ganz Europa ein wiederkehrendes Thema. In Deutschland wurden 2023 über 200 Lebensmittelwarnungen wegen Fremdkörpern ausgesprochen, in der Schweiz waren es etwa 45 Fälle. Die Schweizer Behörden gelten als besonders streng bei der Überwachung, während in Deutschland das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zentral koordiniert. Österreich liegt mit seinen Fallzahlen im europäischen Durchschnitt, wobei die AGES als kompetente Überwachungsbehörde gilt.

Auswirkungen auf den Einzelhandel

Für den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel bedeutet dieser Rückruf zusätzliche Arbeit und Kosten. Supermarktketten wie Spar, Rewe (Billa, Merkur) oder Hofer müssen die betroffenen Produkte aus den Regalen nehmen, Kunden informieren und Rückgaben abwickeln. Die Kosten dafür trägt in der Regel der Hersteller, doch der organisatorische Aufwand bleibt beim Handel. Moderne Kassensysteme können dabei helfen, betroffene Produkte automatisch zu sperren, sodass sie nicht mehr verkauft werden können.

Für Konsumenten bedeutet dies, dass sie sich auf die Sorgfalt des Handels verlassen können. Seriöse Händler reagieren schnell auf Rückrufe und informieren ihre Kunden proaktiv. Viele Supermarktketten versenden auch Newsletter oder nutzen ihre Apps, um über Produktrückrufe zu informieren. Diese Transparenz stärkt das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittelsicherheit.

Präventive Maßnahmen für Verbraucher

Um sich vor kontaminierten Lebensmitteln zu schützen, können Verbraucher verschiedene Vorsichtsmaßnahmen treffen. Dazu gehört das regelmäßige Überprüfen von Produktrückrufen auf den Websites der AGES oder des Sozialministeriums. Viele Hersteller bieten auch Newsletter-Services an, die über Rückrufe informieren. Beim Einkauf sollten Verpackungen auf Beschädigungen kontrolliert werden, und zu Hause empfiehlt sich eine visuelle Überprüfung der Lebensmittel vor dem Verzehr.

Zukunftsperspektiven der Lebensmittelsicherheit

Die Lebensmittelsicherheit wird durch fortschreitende Digitalisierung und verbesserte Technologien kontinuierlich erhöht. Blockchain-Technologie ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Produkten, während KI-gestützte Qualitätskontrollen Fremdkörper noch zuverlässiger erkennen können. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich weitere Automatisierungsschritte die menschlichen Fehlerquellen reduzieren.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein der Verbraucher für Lebensmittelsicherheit. Transparente Kommunikation von Unternehmen bei Problemen, wie sie Kühne in diesem Fall praktiziert, wird zunehmend geschätzt. Studien zeigen, dass Verbraucher Unternehmen vertrauen, die offen mit Fehlern umgehen und schnell reagieren, mehr als solchen, die Probleme zu vertuschen versuchen.

Dieser Rückruf zeigt exemplarisch, wie das System der Lebensmittelsicherheit funktioniert: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können Fehler auftreten, doch durch schnelle Reaktion und transparente Kommunikation werden Gesundheitsrisiken minimiert. Verbraucher sind gut beraten, die Rückrufhinweise ernst zu nehmen und betroffene Produkte umgehend zurückzugeben. Die Erstattung des Kaufpreises ist dabei selbstverständlich und erfolgt unbürokratisch im Einzelhandel.

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