29. Mai 2026 – Eine neue Studie von TQS Research & Consulting im Auftrag von Tieto zeigt: Vom KI‑Hype zur breiten Wirkung ist es noch ein weiter Weg. In Österreich stecken 60 Prozent der befrag...
29. Mai 2026 – Eine neue Studie von TQS Research & Consulting im Auftrag von Tieto zeigt: Vom KI‑Hype zur breiten Wirkung ist es noch ein weiter Weg. In Österreich stecken 60 Prozent der befragten Führungskräfte in Pilot‑ oder Experimentierphasen, erst 4 Prozent haben KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert, und nur 8 Prozent wollen sich zu KI‑Vorreitern wandeln. Zu den größten Hemmnissen zählen rechtliche Aspekte wie Datenschutz (50 %) und Datensicherheit/Cybersicherheit (46 %).
Die Studienergebnisse zeigen, dass aktuell nur wenige Vorreiter existieren: 27 % der befragten österreichischen Unternehmen sehen die KI‑Integration in Kernprozesse als „sehr weit fortgeschritten“ oder „weit fortgeschritten“ an, während in Deutschland 77 % dies so angeben. Insgesamt haben erst 4 % der heimischen Unternehmen KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert; 8 % wollen KI in sämtliche Kernprozesse einbinden. 60 % schätzen ihre KI‑Integration als „wenig fortgeschritten“ ein (erste Pilotprojekte werden getestet oder vereinzelt eingesetzt).
„Wir erleben aktuell einen entscheidenden Wendepunkt: KI verändert nicht nur Effizienz, sondern wie Wertschöpfung grundlegend entsteht. Microsoft‑Daten zeigen, dass bereits mehr als jede dritte Person in Österreich KI nutzt. Entscheidend ist jetzt, diese Dynamik konsequent und verantwortungsvoll in Wertschöpfung zu übersetzen, indem Unternehmen KI in ihre Kernprozesse integrieren und zum strategischen Rückgrat ihrer Geschäftsmodelle machen“, sagt Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich.
Der Wandel wird vor allem im Datenbereich gebremst: Für 50 % der Befragten zählen „rechtliche Aspekte (z. B. Datenschutz)“ zu den größten Herausforderungen, 46 % nennen „Datensicherheit/Cybersicherheit“. 21 % sehen Hürden bei „Datenverfügbarkeit, -qualität und -aufbereitung“. 44 % der Befragten geben an, derzeit mangelndes Vertrauen in die Korrektheit KI‑generierter Ergebnisse zu haben.
„Saubere Daten, integrierte Datenplattformen, eine klare Cloud‑Strategie sowie Security und Compliance by Design sind ein Muss für eine erfolgreiche KI‑Integration, da viele fortgeschrittene und agentische KI‑Fähigkeiten nur in Cloud‑Umgebungen verfügbar sind“, erklärt Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Österreich. Mehr als ein Viertel (29 %) der Befragten ortet einen Mangel an fachlicher Expertise, rund ein Viertel (22 %) beklagt fehlendes Change & Adoption Management bei der KI‑Einführung. „Trotz aller Technologie sind die größten Hebel die strategische Verankerung in der Organisation und Skilling: Hier setzen wir an und unterstützen die Führungsebene nicht nur bei ihrer KI‑Strategie, sondern begleiten den Wandel auch aktiv mit Schulungen für Mitarbeitende. Sonst bleibt KI oft im Pilotstadium stecken“, so Kaup.
Zu den Top‑Anwendungen, die bereits positive Ergebnisse zeigen, zählen laut Befragten „Wissensmanagement und interne Informationssuche“ (38 %) sowie die „Steigerung der Effizienz“ (30 %), etwa durch automatische Auslesung von Rechnungen oder Bestellungen. Für datengetriebene Entscheidungsfindung (z. B. Marktanalysen, Risikomanagement, Predictive Analytics) sehen nur 11 % der österreichischen Befragten Vorteile (in Deutschland 44 %). Nur 10 % nennen Innovations‑ und Geschäftsmodellentwicklung als Nutzenbereich. Überraschend geben 26 % der österreichischen Führungskräfte an, dass KI in keinem Bereich positive Ergebnisse oder Wettbewerbsvorteile generiert hat (in Deutschland 1 %).
„Viele Unternehmen haben das volle Potenzial von KI als datengetriebener Motor der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit noch nicht ausgeschöpft. Entscheidend ist jetzt, rasch vom ‚proof of concept‘ zum ‚proof of value‘ zu kommen und KI überall dort einzusetzen, wo sie einen messbaren Mehrwert und einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung leistet“, betont Andreas Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. „Und als nächstes Level müssen wir Unternehmen fit für die beginnende Revolution der KI‑Agenten machen, die ganze Prozessketten autonom ausführen.“
Tieto begleitet Unternehmen von der strategischen Ausrichtung über den Aufbau moderner Cloud‑ und Datenarchitekturen bis zur Operationalisierung komplexer Software‑Ökosysteme. Als „Frontier Firm“‑Partner von Microsoft und „Silver Partner“ von SAP verbindet Tieto SAP‑ und Microsoft‑Technologien zu KI‑basierten Gesamtlösungen. Als Beispiel dient das Industrieunternehmen Greiner aus Oberösterreich: Von jährlich rund 240.000 manuell erfassten Bestellungen werden künftig mindestens 50 % mittels KI‑Automatisierung abgewickelt. Im Zentrum steht das „Microsoft Document Intelligence Studio“, das PDF‑Bestellungen ausliest und die relevanten Daten in die Azure Cloud überträgt; über eine Schnittstelle zu SAP werden die Aufträge automatisch im ERP‑System erstellt. „Das zeigt, wie sich repetitive Prozesse schnell durch KI automatisieren lassen, um den manuellen Arbeitsaufwand deutlich zu senken und messbare Kosteneinsparungen zu erzielen“, so Kaup.
Studienhinweis: Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage (April–Mai 2026) von TQS Research & Consulting im Auftrag von Tieto. Erhoben wurde mittels CATI; befragt wurden 100 KI‑Verantwortliche und Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden in Österreich (vorwiegend produzierende Industrie, Finanzwirtschaft, Telekom und Energie). Parallel wurden 202 Interviews in Deutschland geführt.
Quelle: Tieto / OTS, 29. Mai 2026.