Bauernbund-Jugend startet landesweite Tour durch Niederösterreich
Mit 26 Veranstaltungen will die Bauernbund-Jugend junge Landwirte für die Zukunft des ländlichen Raums begeistern und vernetzen.
Die niederösterreichische Bauernbund-Jugend hat eine ambitionierte landesweite Tour gestartet, um das 120-jährige Bestehen des NÖ Bauernbunds zu feiern. Mit insgesamt 26 Veranstaltungen quer durch das Bundesland will die Organisation junge Bäuerinnen und Bauern mobilisieren und für die Zukunft der Landwirtschaft begeistern.
Das Ziel der Initiative ist klar definiert: Junge Landwirte sollen erfahren, wofür der Bauernbund steht, und gemeinsam Lösungsansätze für eine erfolgreiche Zukunft der niederösterreichischen bäuerlichen Familien entwickeln. "Die nächste Generation soll noch stärker eingebunden, besser vernetzt und nachhaltig für die Zukunft im ländlichen Raum und in der Landwirtschaft begeistert werden", heißt es seitens der Veranstalter.
Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, der auch NÖ Bauernbundobmann ist, sieht in dieser Initiative ein wichtiges Signal für die Zukunft. "Aus Liebe zum Land gehen wir mutig in die Zukunft und richten den Blick nach vorne. 120 Jahre NÖ Bauernbund sind für uns ein Anlass, ein starkes Zeichen für die Zukunft zu setzen", betont Pernkopf.
Der Landeshauptmann-Stellvertreter zeigt sich besonders dankbar für das Engagement der jungen Generation: "Ich persönlich bin unserer Bauernbund-Jugend von Herzen dankbar, dass sie dieses klare Bekenntnis zur Verantwortung liefert und sich bewusst der politischen Arbeit für Land und Leute widmet. Damit leistet unsere Jugend einen enormen Beitrag dazu, Niederösterreich an die Spitze zu bringen."
Jugendobmann Johannes Baumgartner erklärt die Motivation hinter der Tour: "Gerade in einer Zeit, in der von Krise zu Krise gehetzt wird, brauchen junge Menschen Orientierung und Halt." Der ländliche Raum könne hier eine wichtige Stütze sein, da er zu seinen Wurzeln und Werten stehe, die von Generation zu Generation weitergegeben würden.
"Dieses Fundament ist die Basis für unsere eigene bäuerliche und politische Arbeit. Genau hier setzen wir an", so Baumgartner weiter. Die Jugend spiele eine Schlüsselrolle für den ländlichen Raum, da sie Betriebe, Kultur, Brauchtum, Vereine und Gemeinschaft sichere. "Deshalb gilt für uns: zuhören, unterstützen und motivieren."
Die Resonanz auf die Bauernbund-Jugend-Tour ist beachtlich: Bereits hunderte Bäuerinnen und Bauern haben sich an den 26 Veranstaltungen beteiligt. Sie alle eint die Sorge um die Zukunft ihrer bäuerlichen Betriebe und ihrer Regionen sowie die Bereitschaft, sich für Land und Leute zu engagieren.
Bei einem Stopp der Tour in Waidhofen an der Ybbs unterstrich Landtagsabgeordneter Mario Wührer die Bedeutung regionaler Verantwortung: "Niederösterreich ist ein starkes Land, weil sich so viele junge Menschen engagieren. Es lohnt sich, Verantwortung zu übernehmen und sich für unsere Gemeinden, unsere Landwirtschaft und den ländlichen Raum einzusetzen."
Wührer zeigt sich beeindruckt von der Mobilisierungskraft der jungen Generation: "Dass unsere Jugend diese Mobilisierungsstärke besitzt, beweist, dass sie mit ihren Anliegen exakt den Zahn der Zeit trifft."
Rudolf Buchner, Bauernbundobmann in Lilienfeld, setzt in seiner Arbeit bewusst auf die Jugend und erklärt die langfristige Denkweise der Landwirtschaft: "Egal ob am Hof, in der Politik oder in der Kammer – wir Bauern denken und handeln in Generationen. Dazu gehört es auch, dass wir die Jugend frühzeitig in die politische Verantwortung und in den bäuerlichen Betrieb einbinden."
Die Initiative der Bauernbund-Jugend kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die österreichische Landwirtschaft steht vor verschiedenen Herausforderungen: Klimawandel, veränderte Marktbedingungen, EU-Regulierungen und der demografische Wandel im ländlichen Raum prägen die Branche. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für regionale Lebensmittel und nachhaltige Landwirtschaft in der Bevölkerung.
Niederösterreich als größtes Agrarland Österreichs spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit rund 40.000 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ist das Bundesland ein wichtiger Produzent von Getreide, Wein, Milch und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Die landesweite Tour der Bauernbund-Jugend hat auch eine politische Komponente. Als Teil der Österreichischen Volkspartei vertritt der Bauernbund die Interessen der Landwirte auf verschiedenen politischen Ebenen. Die frühzeitige Einbindung junger Menschen in die politische Arbeit soll sicherstellen, dass die Anliegen der Landwirtschaft auch in Zukunft angemessen vertreten werden.
Die 120-Jahr-Feier des NÖ Bauernbunds unterstreicht die lange Tradition der bäuerlichen Interessensvertretung in Niederösterreich. Seit der Gründung im Jahr 1903 hat sich die Organisation zu einer wichtigen Stimme für die Landwirtschaft entwickelt.
Ein wesentlicher Aspekt der Tour ist die Vernetzung junger Landwirte untereinander. In einer Zeit, in der sich die Landwirtschaft rasant verändert, ist der Austausch von Erfahrungen und Ideen besonders wertvoll. Die Veranstaltungen bieten eine Plattform für diesen wichtigen Dialog.
Die Bauernbund-Jugend setzt dabei auf einen partizipativen Ansatz: Statt vorgefertigte Lösungen zu präsentieren, werden gemeinsam mit den Teilnehmern Anliegen formuliert und Strategien entwickelt. Dieser Bottom-up-Ansatz soll sicherstellen, dass die Bedürfnisse der jungen Generation auch wirklich gehört und berücksichtigt werden.
Die Mobilisierung der jungen Generation ist für die Zukunft des ländlichen Raums von entscheidender Bedeutung. Viele ländliche Gemeinden kämpfen mit Abwanderung und demografischen Problemen. Junge, engagierte Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sind daher besonders wertvoll.
Die Bauernbund-Jugend-Tour zeigt, dass es durchaus junge Menschen gibt, die sich für ihre Heimat einsetzen möchten. Dies ist ein positives Signal für die Entwicklung des ländlichen Raums in Niederösterreich und darüber hinaus.
Mit ihrer landesweiten Tour setzt die Bauernbund-Jugend ein starkes Zeichen für die Zukunft der Landwirtschaft in Niederösterreich. Die hohe Beteiligung und das große Interesse zeigen, dass die nächste Generation bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und die Traditionen weiterzuführen – gleichzeitig aber auch offen für neue Wege und Innovationen ist.