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Honorarkürzung bei Dolmetschern: Was das für die Branche bedeutet!

12. August 2025 um 13:40
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Am 12. August 2025 erschütterte eine Nachricht die Dolmetscherbranche in Österreich: Das Videodolmetsch-Unternehmen SAVD hat seine Honorare für freiberufliche Dolmetscher gesenkt. Diese Entscheidung sorgt für Unmut und Besorgnis unter den betroffenen Freiberuflern, die nun um ihre finanzielle Sicher

Am 12. August 2025 erschütterte eine Nachricht die Dolmetscherbranche in Österreich: Das Videodolmetsch-Unternehmen SAVD hat seine Honorare für freiberufliche Dolmetscher gesenkt. Diese Entscheidung sorgt für Unmut und Besorgnis unter den betroffenen Freiberuflern, die nun um ihre finanzielle Sicherheit bangen.

Die Hintergründe der Entscheidung

Das Unternehmen SAVD, das nach der Übernahme des Münchner Wettbewerbers LingaTel im Jahr 2024 und des Kölner Anbieters Dolatel im April 2025 seine marktbeherrschende Position im Bereich Video- und Telefondolmetschen in Österreich und Deutschland weiter ausgebaut hat, hat beschlossen, die Rahmenverträge mit einem Großteil seiner freiberuflichen Dolmetscher zu ändern. Laut der Pressemitteilung von UNIVERSITAS Austria, dem Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, handelt es sich bei dem neuen Honorarschema um ein Pilotprojekt. Dabei sollen Bestandteile des Honorars wie Bereitschaft und Mindestpauschale wegfallen, während die Minutenhonorare geringfügig erhöht werden.

Ein Schritt zurück für die Freiberufler?

Viele freiberufliche Dolmetscher sehen diese Entwicklung als Rückschritt. Die Streichung der Bereitschafts- und Mindestpauschalen bedeutet einen erheblichen finanziellen Verlust, der durch die leichte Erhöhung der Minutenhonorare kaum ausgeglichen werden kann. Ein Branchenexperte erklärt: "Die Dolmetscher werden für ihre Bereitschaftszeit nicht mehr bezahlt, was für viele eine wesentliche Einkommensquelle war. Die neuen Bedingungen könnten den Beruf unattraktiver machen."

Die anspruchsvolle Tätigkeit des Dolmetschens

Dolmetschen, insbesondere über Telefon und Video, ist eine höchst anspruchsvolle Tätigkeit. Sie erfordert nicht nur umfassende Sprachkenntnisse, sondern auch die Fähigkeit, sich schnell in unterschiedliche Fachgebiete einzuarbeiten. Oftmals geht es um heikle Themen, die emotional belastend sein können. Daher ist eine angemessene Vergütung unerlässlich, um die Motivation und Qualität der Arbeit aufrechtzuerhalten.

Ein Blick auf die Konkurrenz

Vergleicht man die Situation mit anderen Bundesländern oder Ländern, wird deutlich, dass die Vergütung von Dolmetschern stark variiert. In Deutschland beispielsweise gibt es ähnliche Diskussionen, da auch dort die Honorare unter Druck geraten sind. "Die Konkurrenzsituation ist hart. In einigen Regionen ist die Nachfrage nach Dolmetschern hoch, was die Preise stabil hält. In anderen wiederum führt ein Überangebot zu sinkenden Honoraren", erklärt ein Branchenkenner.

Die Auswirkungen auf den Alltag der Dolmetscher

Für viele freiberufliche Dolmetscher bedeutet die Honorarkürzung eine drastische Veränderung ihres Alltags. Ohne die zusätzlichen Einnahmen aus Bereitschaftszeiten müssen sie mehr Aufträge annehmen, um ihren Lebensstandard zu halten. Dies führt nicht nur zu mehr Stress, sondern auch zu einer Verschlechterung der Work-Life-Balance.

Ein Appell an die Branche

UNIVERSITAS Austria und der deutsche Bundesverband für Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) beobachten diese Entwicklungen mit Besorgnis. Beide Verbände appellieren an ihre Mitglieder, die neuen Verträge vor Unterzeichnung kritisch zu hinterfragen. "Es ist wichtig, dass die Freiberufler ihre Rechte kennen und sich nicht unter Druck setzen lassen", betont ein Vertreter eines Verbandes.

Der Blick in die Zukunft

Die Zukunft der Dolmetscherbranche steht auf dem Spiel. Wenn die Honorare weiter sinken, könnte dies zu einem Mangel an qualifizierten Fachkräften führen. Bereits jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass immer weniger junge Menschen diesen Beruf ergreifen möchten. "Die Attraktivität des Berufsstandes muss gesteigert werden, um langfristig hochwertige Dienstleistungen sicherzustellen", so ein Experte.

Politische Implikationen

Die Honorarkürzung hat auch politische Dimensionen. Die öffentliche Hand ist einer der größten Auftraggeber im Bereich des Videodolmetschens. Eine Senkung der Honorare könnte dazu führen, dass die Qualität der Dolmetschleistungen im öffentlichen Dienst leidet, was wiederum negative Auswirkungen auf die Kommunikation in staatlichen Einrichtungen haben könnte.

Fazit: Ein kritischer Moment für die Branche

Die Entscheidung von SAVD, die Honorare für freiberufliche Dolmetscher zu senken, stellt einen kritischen Moment für die Branche dar. Während das Unternehmen dies als Pilotprojekt betrachtet, sehen viele Freiberufler ihre Existenz bedroht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob andere Unternehmen folgen werden.

Für weitere Informationen können Sie die vollständige Pressemitteilung von UNIVERSITAS Austria hier lesen.

Schlagworte

#Dolmetscher#Freiberufler#Honorarkürzung#Pilotprojekt#SAVD#UNIVERSITAS Austria#Videodolmetschen

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