Am 26. Mai 2026 lädt Dr. Christine Reiler zu einer Entdeckungsreise in die grüne Welt vor unserer Haustür. Die neue Folge „Grün als Kraftquelle“ aus der Reihe „G’sund in Österreich“ zeigt im ORF 2–...
Am 26. Mai 2026 lädt Dr. Christine Reiler zu einer Entdeckungsreise in die grüne Welt vor unserer Haustür. Die neue Folge „Grün als Kraftquelle“ aus der Reihe „G’sund in Österreich“ zeigt im ORF 2–Programm um 21.05 Uhr und auf ORF ON, wie wenig Trennlinie heute noch zwischen Garten, Küche und Medizin liegt. Für Österreich ist das Thema unmittelbarer Alltag: von Gemeindegärten in Vorarlberg bis zu kuriosen Kulturen im Burgenland – Grün prägt Lebensqualität, Gesundheit und Nachbarschaften. Diese Sendung steht für ein Umdenken: Grün ist nicht nur Farbe, sondern Therapie, Fitnessstudio und soziale Infrastruktur zugleich.
Die neue ORF-Sendung „Grün als Kraftquelle“ begleitet Ärztin und Moderatorin Dr. Christine Reiler bei Begegnungen mit Biogärtner Karl Ploberger, Phytotherapeutinnen und Initiativen wie „Outdoor Against Cancer“. Der Film verbindet persönliche Geschichten mit wissenschaftlich fundierten Hinweisen. Zugleich öffnet er den Blick für traditionelle Heilkunde, die heute durch Forschung neue Relevanz erhält. Für unsere Leserinnen und Leser in Österreich stellt sich die Frage: Was bedeutet dieses „Grün“ konkret für Alltag, Gesundheitssystem und lokale Politik?
Darmmikrobiom: Der Begriff bezeichnet die Gemeinschaft aller Mikroorganismen – Bakterien, Viren, Pilze – die den menschlichen Darm besiedeln. Diese Mikroben sind nicht nur Passagiere, sondern Partner: Sie helfen bei der Verdauung, produzieren Vitamine, beeinflussen das Immunsystem und kommunizieren mit dem Gehirn über biochemische Signale. Wird die Balance des Mikrobioms gestört, kann das Folgen für Stoffwechsel, Entzündungsneigung und sogar das seelische Wohlbefinden haben. Ein vielfältiges, pflanzenreiches Ernährungsangebot unterstützt eine gesunde mikrobielle Vielfalt und stärkt damit die gesamte körperliche Widerstandskraft.
Phytotherapie: Unter Phytotherapie versteht man die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten mittels Pflanzen oder deren Auszügen. Anders als isolierte Wirkstoffpräparate setzt die Phytotherapie auf das Zusammenspiel vieler Pflanzenstoffe, die synergistisch wirken können. Beispiele sind Kräutertees, Tinkturen oder standardisierte Extrakte. Phytotherapie beruht auf jahrhundertelanger Tradition und wird zunehmend durch moderne Forschung ergänzt, die Wirkmechanismen, Dosierungen und Sicherheitsprofile untersucht. In Österreich ist die Phytotherapie besonders in ländlichen Regionen kulturell verankert.
Demenz: Der Begriff umfasst verschiedene Erkrankungen, bei denen das Denken, das Erinnern und die Alltagsbewältigung fortschreitend eingeschränkt werden. Alzheimer ist die bekannteste Form. Demenz ist kein normaler Altersprozess, sondern eine Erkrankung mit großen gesellschaftlichen Folgen. Forschung zeigt, dass körperliche Aktivität, soziale Teilhabe und geistige Herausforderungen das Erkrankungsrisiko beeinflussen können. Aktivitäten im Grünen wie Gartenarbeit bieten genau diese Kombination: Bewegung, Sinnstiftung und soziale Vernetzung.
Kompostierung: Kompostierung ist der biologische Abbau organischer Substanz zu humusreichem Bodenmaterial. Mikroorganismen, Pilze und Bodenfauna zersetzen Pflanzenreste und Essensabfälle, wodurch Nährstoffe zurückgewonnen werden. Für Gärten bedeutet Kompost stabilere Bodenstruktur, bessere Wasserspeicherung und höhere Nährstoffverfügbarkeit – Faktoren, die gesunde Pflanzen und dadurch auch eine bessere Nahrungsqualität fördern. Kompost ist somit ein Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft im Kleinen.
Klinikgärten: Klinikgärten sind gezielt angelegte Grünräume auf dem Gelände von Krankenhäusern oder Reha-Einrichtungen. Sie dienen Patienten, Mitarbeitenden und Besucherinnen als Rückzugsort, Therapieumgebung und sozialer Treffpunkt. Forschungen und Praxisberichte aus mehreren Ländern weisen darauf hin, dass solche Gärten Stress reduzieren, das Schmerzempfinden mildern und das Wohlbefinden stärken können. Klinikgärten verbinden dabei Landschaftsarchitektur mit therapeutischen Konzepten.
Grünes Licht (Lichttherapie): Hier ist nicht nur die Farbe gemeint, sondern therapeutische Anwendungen von Licht mit spezifischen Wellenlängen. Forschungen untersuchen beispielsweise, wie grünes Licht Schmerzen beeinflusst oder wie Licht bestimmte physiologische Prozesse modulieren kann. Lichttherapie ist bereits etabliert bei saisonalen Depressionen oder Schlafstörungen; die Idee, Farbe und Spektrum gezielt im medizinischen Kontext zu nutzen, erweitert das therapeutische Spektrum.
Die Verbindung von Pflanzen und Gesundheit hat in Mitteleuropa eine lange Tradition. Heilkräuter wurden bereits im Mittelalter systematisch gesammelt und in Klostergärten kultiviert. In Österreich bildeten regionale Heilpflanzenwissen und bäuerliche Praxis jahrhundertelang die Basis für die Gesundheitsversorgung, bevor die moderne Pharmazie dominierte. In den letzten Jahrzehnten kam es zu einer Renaissance des Interesses an pflanzlicher Medizin und naturnahem Leben. Ökologische Landwirtschaft, urban gardening und die Wiederentdeckung regionaler Kräutertrachten sind Ausdruck dieses Trends.
Parallel dazu veränderte sich das Verhältnis der Gesellschaft zur Natur: Während Industrialisierung und Urbanisierung lange Zeit Distanz schufen, förderten Umweltschutzbewegungen und wissenschaftliche Erkenntnisse das Bewusstsein für die gesundheitliche Bedeutung grüner Räume. In Österreich prägen lokale Initiativen, Bildungsprogramme und gemeinnützige Projekte die Praxis: Stadtgärten, Gemeinschaftsbeete und therapeutische Gartenprojekte entstehen in Gemeinden quer durch die Bundesländer. Diese aktuelle Sendung reiht sich in diesen historischen Prozess ein, indem sie Tradition, Praxis und Forschung verbindet.
Diese Gegenüberstellung hilft, die Stärken Österreichs herauszustellen und zugleich Lernfelder zu identifizieren: stärkere Vernetzung zwischen Forschung und Praxis, gezielte Förderung urbaner Grünräume und Ausbau therapeutischer Gartenprojekte.
Für die Bevölkerung sind die Effekte von „Grün als Kraftquelle“ unmittelbar spürbar. Gartenarbeit ist mehr als Hobby: Sie bedeutet Bewegung, Sinnstiftung und soziale Teilhabe. Für ältere Menschen etwa bietet das Gärtnern moderate, gelenkschonende Bewegung und fördert Feinmotorik und Gedächtnisleistung. Für Familien mit Kindern bedeutet ein Gemeinschaftsgarten Bildung über Kreisläufe und Ernährung. In Städten dienen Grünflächen als Treffpunkte, die Einsamkeit verringern und das Nachbarschaftsnetz stärken.
Die Sendung macht deutlich, wie Initiativen wie „Outdoor Against Cancer“ das Potenzial von Naturbewegung bei schwer erkrankten Menschen nutzen. Solche Projekte zeigen, dass Spaziergänge, Gartenarbeit oder betreute Outdoor-Aktivitäten die Lebensqualität verbessern können. Für Gemeinden heißt das: Investitionen in Grüninfrastruktur sind zugleich Investitionen in Prävention und Gesundheitsförderung.
Konkrete Beispiele aus der Praxis zeigen unterschiedliche Facetten: Senioren, die in Gartenprojekten Verantwortung übernehmen; Patientinnen, die sich in Klinikgärten entspannen; Nachbarschaften, die Food-Sharing-Gärten betreiben. Für jede dieser Gruppen sind die Barrieren unterschiedlich: Zeitmangel, fehlende Flächen oder Ressourcen. Politik und Gemeinden sind gefordert, niedrigschwellige Zugänge zu schaffen – etwa durch urbane Beetflächen, Gemeinschaftsbeete oder Förderprogramme für naturtherapeutische Angebote.
Die Original-Pressemitteilung enthält keine konkreten numerischen Werte. Für eine seriöse Berichterstattung ist es wichtig, diesen Mangel transparent zu benennen und stattdessen relevante Indikatoren vorzuschlagen, die politische und gesellschaftliche Entscheidungen leiten können:
Solche Indikatoren ermöglichen eine fundierte Diskussion ohne Spekulationen. Medien und Politik sollten hier gemeinsam auf Datenquellen wie Gesundheitsberichterstattung, kommunale Grünraumerhebungen und wissenschaftliche Studien zurückgreifen, um belastbare Aussagen zu ermöglichen.
Die Folge stellt eine Bandbreite von Orten und Themen vor: vom Burgenland mit ungewöhnlichen Kulturpflanzen bis zu Kärnten mit Zitronenkulturen, vom heimischen Komposthaufen bis zum Krankenhausgarten. Diese Vielfalt macht deutlich, dass „Grün als Kraftquelle“ nicht monokausal gedacht werden darf. Ernährung, Bewegung, Psychologie und ökologische Prozesse greifen ineinander.
Die Verbindung von Grünräumen und Gesundheit wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Demographische Veränderungen – eine alternde Gesellschaft – werden Nachfrage nach niedrigschwelligen Gesundheitsangeboten wie therapeutischem Gärtnern erhöhen. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen durch Urbanisierung: weniger Fläche, aber höherer Bedarf an grüner Infrastruktur. Technologische Entwicklungen können dabei unterstützen: digitale Plattformen zur Organisation von Gemeinschaftsgärten, Sensorsysteme zur Verbesserung der Bodenpflege oder telemedizinische Begleitung naturbasierter Therapien sind denkbar.
Für die Gesundheitsversorgung bedeutet dies: Prävention und Nachsorge können durch grüne Angebote ergänzt werden. Kliniken und Gemeinden könnten in Partnerschaften investieren, um Klinikgärten, Reha-Pfade oder grüne Bewegungsprogramme zu etablieren. Politisch eröffnen sich Chancen für Förderprogramme, die lokale Initiativen stärken und Forschung in Phytotherapie und Naturtherapie unterstützen.
Langfristig ist eine integrierte Strategie sinnvoll, die Stadtplanung, Gesundheitsförderung und Bildung zusammenbringt. Wenn Gemeinden Grün als Teil der sozialen Infrastruktur begreifen, entstehen nachhaltige Effekte: weniger Einsamkeit, mehr Bewegung, bessere Ernährung und damit potenziell geringere Belastungen für das Gesundheitssystem.
„Grün als Kraftquelle“ ist mehr als ein TV-Thema: Es ist ein Angebot an die Gesellschaft, den Wert grüner Räume neu zu denken. Die Sendung von Dr. Christine Reiler macht Mut, Natur und Pflanzen nicht nur als Kulisse, sondern als aktiven Gesundheitsfaktor zu begreifen. Für Bürgerinnen und Bürger eröffnen sich konkrete Handlungsfelder – vom eigenen Balkon bis zur kommunalen Politik. Für Entscheidungsträger ist es eine Erinnerung: Investitionen in Grün sind Investitionen in Gesundheit und Gemeinschaft.
Sehen Sie die Folge am 26. Mai 2026 um 21.05 Uhr in ORF 2 oder online auf ORF ON. Welche Grün-Projekte bestehen in Ihrer Gemeinde? Teilen Sie Ihre Erfahrungen – denn die grüne Kraft entfaltet sich in der Praxis.
Quelle: ORF, Originalmeldung: http://presse.ORF.at
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