Neue Express-Funktion verspricht schnellere Unternehmensgründungen ohne Behördenwege
Ab Februar 2026 können Gewerbeanmeldungen in Österreich digital und ohne manuelle Behördenprüfung abgewickelt werden.
Die österreichische Unternehmenslandschaft steht vor einer bedeutsamen Digitalisierungsoffensive: Ab dem 25. Februar 2026 führt das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus mit "GISA-Express" eine neue digitale Lösung für Gewerbeanmeldungen ein. Diese Innovation verspricht, den Gründungsprozess erheblich zu beschleunigen und bürokratische Hürden abzubauen.
Die neue Express-Funktion ermöglicht es Unternehmerinnen und Unternehmern, ihre Gewerbeberechtigung in vielen Fällen unmittelbar digital zu erhalten. "Mit GISA-Express bringen wir Gewerbeanmeldungen endlich in das digitale Zeitalter", erklärt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. "Unternehmerinnen und Unternehmer können ihre Berechtigung künftig in vielen Fällen unmittelbar digital erhalten – ohne Wartezeiten, ohne unnötige Behördenwege."
Das System funktioniert über eine automatisierte Abwicklung innerhalb der bestehenden GISA-Assistenten. Sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, entfällt die manuelle Behördenprüfung komplett. Die Berechtigung wird sofort öffentlich nachweisbar freigegeben, was Gründerinnen und Gründern schnellere Rechtssicherheit verschafft.
Für die Nutzung von GISA-Express müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:
Diese strengen technischen Anforderungen stellen sicher, dass nur bei eindeutig klaren Fällen eine automatisierte Bearbeitung erfolgt. Komplexere Anträge durchlaufen weiterhin das reguläre Prüfverfahren.
"Wer in Österreich gründen will, soll sich auf seine Idee konzentrieren können und nicht auf Formulare", betont Minister Hattmannsdorfer die Philosophie hinter der Initiative. Die neue digitale Lösung soll Unternehmern mehr Zeit für die wesentlichen Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit geben: Innovation, Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
GISA-Express ist Teil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie der österreichischen Bundesregierung. Das Ziel ist eine moderne, schnelle und vollständig digitale Verwaltung, die den wirtschaftlichen Standort Österreich stärkt und international wettbewerbsfähiger macht.
Die Notwendigkeit für solche Reformen wird durch aktuelle Zahlen zur Bürokratiebelastung deutlich. Bürokratie verursacht in Österreich jährlich rund 15 Milliarden Euro an Kosten – das entspricht etwa 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese enormen Summen binden Ressourcen, die anderweitig für produktive Zwecke eingesetzt werden könnten.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung in den letzten Jahren: Bei 60 Prozent der österreichischen Betriebe ist der Bürokratieaufwand in den vergangenen drei Jahren gestiegen. 59 Prozent aller Unternehmen und sogar 72 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) berichten von einem deutlich höheren Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten.
Die Einführung von GISA-Express könnte weitreichende positive Effekte für den Wirtschaftsstandort Österreich haben. Schnellere Gründungsprozesse fördern das Unternehmertum und können zu einer Zunahme von Neugründungen führen. Besonders für innovative Start-ups und technologieorientierte Unternehmen ist eine rasche Markteinführung oft entscheidend für den Erfolg.
Darüber hinaus sendet die Digitalisierungsinitiative ein wichtiges Signal an internationale Investoren und Unternehmer. Österreich positioniert sich als moderner, innovativer Standort, der bereit ist, traditionelle bürokratische Strukturen zu überwinden.
Ein besonderer Vorteil von GISA-Express liegt in der nahtlosen Integration in die bestehende IT-Infrastruktur. Die Express-Abwicklung erfolgt automatisch innerhalb der bereits etablierten GISA-Assistenten und erfordert kein gesondertes Verfahren. Dies minimiert den Schulungsaufwand für Nutzer und reduziert die Implementierungskosten.
Das Gewerbeinformationssystem Österreich (GISA) fungiert bereits seit Jahren als zentrale Plattform für gewerberechtliche Angelegenheiten. Die neue Express-Funktion erweitert diese bewährte Infrastruktur um eine hochmoderne, automatisierte Komponente.
Trotz der vielversprechenden Möglichkeiten hat GISA-Express auch Grenzen. Die automatisierte Bearbeitung ist nur bei Standardfällen möglich, die alle technischen Voraussetzungen erfüllen. Komplexere Gewerbeanmeldungen oder solche mit besonderen Umständen werden weiterhin eine manuelle Prüfung erfordern.
Zudem setzt die Nutzung eine entsprechende digitale Ausstattung und Kenntnisse voraus. Unternehmer müssen über eine elektronische Identität verfügen und mit den digitalen Prozessen vertraut sein. Hier wird es wichtig sein, entsprechende Unterstützung und Schulungen anzubieten.
GISA-Express ist nur ein Baustein in der umfassenden Digitalisierungsstrategie der österreichischen Verwaltung. Minister Hattmannsdorfer kündigte bereits weitere Maßnahmen zur Entbürokratisierung an. Das Ziel ist eine durchgängig digitale Verwaltung, die Unternehmen von administrativen Lasten befreit und mehr Raum für wirtschaftliche Aktivitäten schafft.
Die Einführung von GISA-Express ab Februar 2026 markiert damit einen wichtigen Meilenstein in der Modernisierung der österreichischen Unternehmerlandschaft. Mit dieser Initiative positioniert sich Österreich als Vorreiter bei der digitalen Transformation von Verwaltungsprozessen und stärkt seine Attraktivität als Wirtschaftsstandort nachhaltig.