Die österreichische Erinnerungskultur steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Der Verein GEDENKDIENST warnt vor gravierenden Folgen einer geplanten Verlängerung des zivilen Gedenkdienstes a...
Der Verein GEDENKDIENST kritisiert entschieden die Empfehlung der Österreichischen Wehrdienstkommission, den Gedenkdienst auf 15 Monate zu verlängern. Der Verein sieht die vorgeschlagene Verlängerung als erhebliche Schwächung zivilgesellschaftlichen Engagements und als existenzielle Bedrohung für den Verein als Trägerorganisation.
Eine Verlängerung des Gedenkdienstes auf 15 Monate wäre nach Ansicht des Vereins ein finanzieller und organisatorischer Mehraufwand, der mit der ohnehin angespannten Fördersituation nicht umsetzbar sei. Zudem orientieren sich die weltweiten Einsatzstellen an einem 12-Monats-Rhythmus. Viele Gedenkdienstleistende wollen nach ihrem Dienstende im September ein Studium oder eine Ausbildung beginnen; eine Anhebung auf 15 Monate würde diesen Übergang erschweren und den Dienst für viele unzugänglich machen.
Der Verein GEDENKDIENST äußert zudem die Befürchtung, dass durch Laufzeitverlängerungen und damit verbundene finanzielle Hürden ziviles Engagement geschwächt werden könnte. In seiner Stellungnahme heißt es, dass wer Erinnerungskultur ernst nimmt, diese nicht durch Laufzeitverlängerungen und finanzielle Hürden aushöhlen dürfe.
Der Verein betont, dass eine Verlängerung des Gedenkdienstes für ihn als Trägerorganisation existenzbedrohend sein könnte. Sie sehen darin eine Belastung, die mit der aktuellen Fördersituation und den organisatorischen Rahmenbedingungen nicht vereinbar sei.