Neue Inszenierung von Jacqueline Kornmüller vereint Kunst und Psyche
Eine innovative Theaterproduktion erforscht die Geschichte und Zukunft der ehemaligen Heilanstalt am Stadtrand Wiens.
Das Otto Wagner Areal auf der Baumgartner Höhe wird 2026 zur Bühne für eine außergewöhnliche Theaterproduktion. Mit "GANYMED AREAL" präsentiert Regisseurin Jacqueline Kornmüller eine innovative Inszenierung, die sich mit der komplexen Geschichte der ehemaligen Heilanstalt und den Herausforderungen kommender Generationen auseinandersetzt.
Die Premiere findet am 25. April 2026 statt, weitere Aufführungen folgen bis Oktober 2026. Das Besondere an dieser Produktion: Sie nutzt die authentischen Räumlichkeiten des ehemaligen Otto-Wagner-Spitals als Spielstätten. Von der Otto Wagner Kirche über die Großküche des ehemaligen Spitals bis hin zur selten zugänglichen Pathologie werden die Zuschauer durch verschiedene Pavillons geführt.
"Wir wissen nichts über den Menschen, viel zu wenig, seine Psyche sollte erforscht werden", zitiert die Produktion C.G. Jung. Diese Forderung aus dem frühen 20. Jahrhundert bildet den thematischen Rahmen für eine Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
"GANYMED AREAL" entsteht als Kooperation zwischen dem Otto Wagner Areal (OWA), der Musik und Kunst Universität der Stadt Wien (MUK), dem Wien Museum und der Kulturinitiative "wenn es soweit ist". Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, sowohl etablierte als auch junge Künstler in das Projekt einzubinden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Einbindung von Studierenden der MUK, die als "Künstler:innen, die für eine bessere Zukunft brennen" beschrieben werden. Gemeinsam mit dem erfahrenen GANYMED Ensemble gestalten sie eine dreistündige Aufführung, die aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen aufgreift.
Für die Produktion wurden eigens Texte bei namhaften Autoren in Auftrag gegeben. Monika Helfer, Milena Michiko Flašar, Jakob Hein und Franz Schuh steuern neue Werke bei. Ergänzt werden diese durch einen Text von Christine Lavant und ein Märchen von Amélie Nothomb.
Die musikalische Gestaltung übernehmen Johanna Doderer, András Dés, Mona Matbou Riahi, Hibiki Kojima, Peter Rom, Die Strottern und das Bläserensemble Federspiel. Diese Vielfalt an künstlerischen Stimmen spiegelt die Komplexität der behandelten Themen wider.
Die Inszenierung stellt fundamentale Fragen zur Zukunft der Gesellschaft: "Entkommen wir der Gewaltspirale? Was muss der Einzelne tun, was vermag die Gesellschaft? Wie sieht die nächste Generation die Fragestellungen unserer Zeit?" Diese Themen werden vor dem historischen Hintergrund der ehemaligen Heilanstalt verhandelt.
Autor Franz Schuh warnt in seinem Beitrag "Die Welt von Morgen" vor vorschnellen Prognosen: "Man sollte grundsätzlich vorsichtig sein mit Prognosen wie es nun einmal für die Kinder späterer Generationen sein wird, und zwar weil Prophetien, die im Raum herumschwirren, Belastungen sind!"
Die Aufführung nutzt acht verschiedene Räumlichkeiten des Otto Wagner Areals:
Diese Vielfalt an Spielorten ermöglicht eine immersive Theatererfahrung, bei der die Architektur Otto Wagners selbst zum Teil der Inszenierung wird.
Das Ensemble vereint etablierte Theaterschaffende mit jungen Talenten. Zu den Mitwirkenden zählen unter anderem Katrin Grumeth, Martina Andreutti, Franz Schuh als Autor und Darsteller, sowie internationale Künstler wie Manaho Shimokawa und Qin Zhixuan.
Die musikalische Begleitung übernehmen neben den genannten Komponisten auch Interpreten wie Peter Wolf, Alma Hasun und Yoshie Maruoka. Diese internationale Besetzung unterstreicht den universellen Charakter der behandelten Themen.
Die Premiere findet am 25. April 2026 statt. Aufgrund der großen Nachfrage wurden zusätzliche Termine im September und Oktober 2026 angekündigt. Die Aufführungen beginnen um 18:00 Uhr und dauern bis 21:00 Uhr, der Einlass erfolgt ab 17:15 Uhr.
Die Tickets kosten 49 Euro im regulären Verkauf, ermäßigte Karten für Personen unter 27 Jahren und Menschen mit Behinderung sind für 29 Euro erhältlich. Der Vorverkauf läuft bereits über die Online-Plattform kupfticket.com.
Das Otto Wagner Areal befindet sich auf der Baumgartner Höhe 1 im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
"GANYMED AREAL" stellt einen wichtigen Beitrag zur Nutzung des historischen Otto Wagner Areals dar. Die ehemalige psychiatrische Anstalt, die zwischen 1907 und 2019 als Krankenhaus diente, wird zunehmend für kulturelle Zwecke genutzt. Die Produktion zeigt, wie historische Räume für zeitgenössische Kunstformen erschlossen werden können.
Die Kooperation zwischen verschiedenen Wiener Kulturinstitutionen schafft zudem einen wichtigen Präzedenzfall für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Einbindung von Studierenden der MUK bietet jungen Künstlern eine Plattform für professionelle Bühnenerfahrung.
Mit seiner Verbindung von historischer Reflexion und zukunftsgerichteten Fragestellungen positioniert sich "GANYMED AREAL" als relevanter Beitrag zur aktuellen Theaterlandschaft Wiens und darüber hinaus.