Bei der 37. Konferenz über die gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa (27.–29. Mai) in Vilnius/Litauen trafen sich rund 80 Gewerkschafter:innen aus 20 Ländern. Thema war „Konfrontation oder Syn...
Bei der 37. Konferenz über die gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa (27.–29. Mai) in Vilnius/Litauen trafen sich rund 80 Gewerkschafter:innen aus 20 Ländern. Thema war „Konfrontation oder Synergie? Der Mensch und die künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz“.
Generalsekretär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen im ÖGB Michael Schediwy-Klusek betonte, dass Betriebsrätinnen und Betriebsräte der menschliche Faktor beim Thema KI seien. „Wir können und wollen nichts verhindern, aber wir müssen bei dem Thema mitgestalten“, sind sich Gertraud Kreiml, stv. Bundesgeschäftsführerin der FCG/GPA und Gerald Silbernagl, Betriebsratsvorsitzender der Mondi Neusiedler, einig.
Silbernagl hob die Notwendigkeit und Wichtigkeit von KI für Betriebsrät:innen hervor und verwies auf Unterstützung durch Expert:innen aus der Gewerkschaftsbewegung. „Dieses Thema hält rasend schnell Einzug in die Unternehmen. Wir müssen besser heute als morgen darauf achten, dass die Arbeitnehmer:innen unterstützt und geschützt werden“, so Silbernagl.
Für die Christlichen Gewerkschafter:innen sei es unausweichlich, dass diese großen Veränderungen mit den Menschen gemeinsam gestaltet und für die Menschen sein müssten. „Die KI beeinflusst all unsere Werte wie etwa die Demokratie, die Würde des Menschen oder die Freiheit. Sie ist letztendlich eine Verteilungs- und Machtfrage. KI ist dazu da den Menschen zu helfen und nicht die Arbeitsplätze wegzurationalisieren“, so Kreiml.
Christian Sagartz, ehemaliger Abgeordneter im Europäischen Parlament, betonte, dass Europa selbstbewusster werden müsse und sich stärker gegenüber den Techgiganten des Silicon Valley positionieren solle. Beobachter sprechen von rund 725 Milliarden Euro im Jahr 2026, die in KI-Rechenzentren investiert werden. Und diese Rechenzentren brauchen Energie – sehr viel Energie. In Irland verbrauchen Rechenzentren über 20 Prozent des nationalen Stroms.
KI sei auch eine soziale Frage geworden, weil sie die Frage berühre, ob sie den Menschen mündiger oder unmündiger mache. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Auch und vor allem bei den drängenden Fragen in Bezug auf die Künstliche Intelligenz“, betonen die beiden Gewerkschafter abschließend.
Originalmeldung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260529_OTS0063/fcggpa-betriebsraetinnen-und-betriebsraete-als-menschlicher-faktor-beim-thema-ki