Magdalena Esterhammer zeigt in Tirol, wie Tierwohl in der Berglandwirtschaft funktioniert
Eine Tiroler Farmfluencerin gewährt Einblicke in den Alltag ihres Bergbauernhofs und erklärt, was Tierwohl in der Praxis bedeutet.
Die moderne Landwirtschaft steht zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit. Während Diskussionen über Tierwohl und nachhaltige Bewirtschaftung oft theoretisch geführt werden, bieten immer mehr Landwirte direkte Einblicke in ihren Alltag. So auch Magdalena Esterhammer, bekannt als @leni.vom.bichlhof, die kürzlich ihre Hoftore für interessierte Besucher öffnete.
Im Rahmen der Veranstaltung "Zukunft Tierwohl – Hofbesuch am Berg" erhielten Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, einen echten Bergbauernhof in Tirol kennenzulernen. Die Farmfluencerin Magdalena Esterhammer führte persönlich durch ihren Betrieb und beantwortete Fragen rund um die Landwirtschaft in Hanglagen.
Der geführte Rundgang bot umfassende Einblicke in verschiedene Bereiche des Hofes. Von den Stallungen über die Weideflächen bis hin zu den besonderen Herausforderungen der Bewirtschaftung im steilen Gelände – die Besucherinnen und Besucher konnten hautnah erleben, was Landwirtschaft in der Bergregion bedeutet.
"Tierwohl ist kein abstrakter Begriff, kein theoretisches Konzept, sondern tägliche Praxis bei uns am Hof", erklärte Betriebsführerin Magdalena Esterhammer während der Führung. Diese Aussage macht deutlich, wie wichtig es ist, theoretische Diskussionen mit der Realität auf den Höfen zu verbinden.
Die Landwirtin betonte dabei die Komplexität ihres Arbeitsalltags: "Verantwortung für Tiere, Arbeitsaufwand und wirtschaftliche Realität müssen immer zusammen gedacht werden". Diese Aussage verdeutlicht die vielschichtigen Herausforderungen, denen sich Bergbauern täglich stellen müssen.
Die Landwirtschaft in Bergregionen unterscheidet sich grundlegend von der Bewirtschaftung in flachen Gebieten. Steile Hanglagen, schwer zugängliche Flächen und oft extreme Witterungsbedingungen stellen besondere Anforderungen an Mensch und Tier. Gleichzeitig spielen gerade diese kleinstrukturierten Betriebe eine zentrale Rolle für die Erhaltung der Kulturlandschaft.
Magdalena Esterhammer stellte während des Hofbesuchs die verschiedenen Betriebszweige ihres Hofes vor. Milchwirtschaft, Almwirtschaft und Heuwirtschaft bilden das Fundament des Betriebes. Jeder dieser Bereiche erfordert spezielles Fachwissen und angepasste Arbeitsweisen.
Der Hofbesuch bot nicht nur Informationen, sondern auch die Möglichkeit zum direkten Austausch. Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit intensiv, um Fragen zu stellen und mit der Landwirtin über aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.
Themen wie gesellschaftliche Erwartungen an die Landwirtschaft, wirtschaftlicher Druck auf kleinere Betriebe und innovative Lösungsansätze für eine nachhaltige Zukunft standen dabei im Mittelpunkt. Diese offenen Gespräche verdeutlichten sowohl die Komplexität als auch die Bedeutung der modernen Landwirtschaft.
Die Diskussionen machten deutlich, dass nachhaltige Landwirtschaft im Berggebiet mit besonderen Herausforderungen verbunden ist. Viel Handarbeit, umfassendes Fachwissen und kontinuierliche Anpassung an natürliche Gegebenheiten sind notwendig, um einen Bergbauernhof erfolgreich zu führen.
Gleichzeitig wurde aber auch die wichtige Rolle dieser Betriebe für die regionale Wertschöpfung und Landschaftspflege hervorgehoben. Bergbauernhöfe tragen wesentlich zur lokalen Lebensmittelproduktion bei und erhalten durch ihre Bewirtschaftung die charakteristische Kulturlandschaft der Alpenregion.
Magdalena Esterhammer ist Teil einer größeren Bewegung: den Farmfluencern. Diese Gruppe von 24 Landwirten aus ganz Österreich nutzt soziale Medien, um der Gesellschaft das echte Leben am Hof näherzubringen. Über Plattformen wie Instagram und TikTok teilen sie ihren Alltag und erklären, was die österreichische Land- und Forstwirtschaft leistet.
Das Konzept der Farmfluencer ist dabei bewusst auf Authentizität ausgelegt. Sie zeigen nicht nur die schönen Seiten der Landwirtschaft, sondern beleuchten auch die täglichen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Diese ehrliche Darstellung hilft dabei, Missverständnisse abzubauen und ein realistisches Bild der modernen Landwirtschaft zu vermitteln.
Mit authentischen und informativen Beiträgen erreichen die Farmfluencer Tausende von Menschen. Besonders in Zeiten, in denen der direkte Bezug zur Landwirtschaft in der Gesellschaft oft fehlt, schaffen sie wichtige Verbindungen zwischen Produzenten und Verbrauchern.
Die Initiative der Jungen Landwirtschaft Österreich zeigt, wie moderne Kommunikationswege genutzt werden können, um Aufklärungsarbeit zu leisten und das Verständnis für landwirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern.
Bergbauernhöfe wie der von Magdalena Esterhammer sind mehr als nur landwirtschaftliche Betriebe. Sie sind wichtige Akteure in der regionalen Entwicklung und tragen wesentlich zur Attraktivität ländlicher Räume bei.
Die Kombination aus traditioneller Landwirtschaft und modernen Kommunikationsmitteln zeigt neue Wege für die Zukunft auf. Während die Grundlagen der Berglandwirtschaft – Tierhaltung, Milch- und Heuwirtschaft – unverändert bleiben, eröffnen sich durch digitale Plattformen neue Möglichkeiten für Marketing und Aufklärungsarbeit.
Der Hofbesuch machte auch deutlich, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in der Berglandwirtschaft Hand in Hand gehen müssen. Kleinstrukturierte Betriebe können nur dann überleben, wenn sie sowohl ökologischen als auch ökonomischen Anforderungen gerecht werden.
Die regionale Vermarktung, die Erhaltung der Kulturlandschaft und die Produktion hochwertiger Lebensmittel sind dabei zentrale Säulen für den Erfolg solcher Betriebe.
Veranstaltungen wie der Hofbesuch bei Magdalena Esterhammer zeigen, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft ist. Sie bieten die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und ein realistisches Bild der modernen Landwirtschaft zu vermitteln.
Die Kombination aus traditionellen Hofführungen und moderner Social-Media-Kommunikation eröffnet neue Perspektiven für die Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft. Besonders junge Landwirte wie die Farmfluencer zeigen, wie Tradition und Innovation erfolgreich verbunden werden können.
Für die Zukunft der österreichischen Berglandwirtschaft sind solche Initiativen von großer Bedeutung. Sie schaffen Verständnis, fördern den Absatz regionaler Produkte und tragen dazu bei, dass die Landwirtschaft als wichtiger gesellschaftlicher Bereich wahrgenommen wird.